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Google auf Platz eins: Trendwende im Browser-Markt: Microsoft Edge hat Firefox überholt

Chrome gegen Mozilla - das war viele Jahre das Browser-Duell. Doch im vergangenen Monat wurde Firefox auf den dritten Platz verwiesen: Microsofts Edge-Browser ist vorbeigezogen. Liegt es am Homeoffice-Boom der Coronakrise?

Microsofts Edge-Browser hat Mozillas Firefox überholt (Symbolbild)

Microsofts Edge-Browser hat Mozillas Firefox überholt (Symbolbild)

Getty Images

Ob mobil oder auf dem Desktop: Googles Chrome-Browser dominiert das Internet, und zwar in nahezu allen Märkten. Auf dem zweiten Platz - und doch weit abgeschlagen - lag viele Jahre Mozillas Firefox-Browser. Doch im März hat sich eine globale Trendwende vollzogen: Microsofts Edge-Browser, der gemeinsam mit Windows 10 eingeführt wurde, zog erstmals am Firefox vorbei. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Analysediensts NetmarketShare.

Microsoft Edge überholt Firefox

Im Monat März war der Chrome-Browser auf Desktop-Systemen mit einem gigantischen Marktanteil von 67,95 Prozent vertreten. Heißt: Auf zwei von drei Rechnern kommt Googles Software zum Einsatz. Auf dem zweiten Platz landet erstmals Edge mit einem Marktanteil von 7,49 Prozent, dicht gefolgt von Firefox mit 7,36 Prozent. Der Abstand wirkt auf den ersten Blick hauchdünn. Doch im Vormonat lag Firefox noch mit immerhin 0,68 Prozent in Führung - Microsoft wächst also auf Kosten von Mozilla.

In beiden Monaten auf dem vierten Platz liegt der Internet Explorer von Microsoft, dessen Anteil jedoch kontinuierlich sinkt. Im März kam er nur noch auf 6,11 Prozent.

Edge-Wachstum wegen Home-Office-Boom?

Gut möglich, dass der Umstieg von Microsoft Edge auf Chromium-Basis für den jüngsten Zuwachs verantwortlich ist. Denn Edge ist der Standard-Browser unter Windows 10. Ein anderer Grund für das plötzliche Wachstum könnte die Coronakrise sein: Viele Menschen verbringen zwangsweise mehr Zeit in den eigenen vier Wänden und surfen womöglich auf dem Desktop-Computer, statt das Smartphone zu zücken.

Firefox dominierte einst das Netz

Der Absturz von Firefox ist insofern dramatisch, wenn man einen Blick zurückwirft: 2004 kam der Browser auf den Markt, und er war von Beginn ein gigantischer Erfolg. Innerhalb eines Jahres wurde er mehr als 100 Millionen Mal heruntergeladen. Jede neue Version erreichte neue Rekordzahlen, im Herbst 2010 dominierte er mit fast 62 Prozent das deutsche Internet. Von da an ging es jedoch nur noch bergab.

Hände tippen an einem Laptop

Innerhalb von nur zwei Jahren erobert Chrome einen Großteil der Computer, was vor allem an der guten Performance und den schnellen Update-Zyklen liegt. 2014 hat Chrome dann den Großteil der Welt fest in der Hand - nur der deutschsprachige Raum ist lange eine Firefox-Hochburg. Erst im Herbst 2017 sind beide Desktop-Browser hierzulande gleichauf, ein Jahr später liegt Googles Vorsprung bereits bei zehn Prozent.