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Abzocke Fake-Shop statt Schnäppchen: Instagram jubelt Nutzern Werbung für Abzock-Seiten unter

Die Werbung tauchte in der Story-Ansicht von Instagram auf
Die Werbung tauchte in der Story-Ansicht von Instagram auf
© Prykhodov / Getty Images
Vorsicht vor verlockenden Angeboten: Immer wieder gibt es bei Instagram Werbung für betrügerische Fake-Shops. Wir verraten, was das Netzwerk dazu sagt - und wie man die Betrugs-Seiten erkennen kann.

Wer durch Instagram wischt, kennt die immer häufiger auftauchenden Werbe-Anzeigen. In Sponsored Posts will das Netzwerk uns allerlei Produkte schmackhaft machen. Doch obwohl man das erwarten würde, ist längst nicht jedes Angebot seriös. Auch offensichtliche Fake-Shops schaffen es immer wieder, im Netzwerk Werbung zu schalten. Wir haben bei Instagram nachgefragt. Und verraten, wie man die Abzock-Anzeigen erkennt.

Vor allem Apples Kopfhörer AirPods scheinen bei den Fake-Shops ein beliebtes Lockmittel zu sein. "AirPods2 Only 49$" - also Apples aktuellen Kopfhörer für gerade mal 44 Euro - warb etwa eine Kampagne am Wochenende in einer Instagram-Story. Zum Vergleich: Die beworbene Version mit kabellosem Ladecase kostet beim günstigsten seriösen Händler aktuell 223 Euro. Wischte man nach oben, landete man auf einem Shop, in dem dann auch noch Apples gerade vorgestellte Sport-Kopfhörer Powerbeats zum unglaublich günstigen Preis angeboten wurden. Dabei sind die erst ab Mai im Handel. Schon im letzten Herbst tauchten Anzeigen für AirPods auf, die offensichtlich als Lockmittel dienten.

 So reagiert Instagram

Auf die Anzeigen hingewiesen, reagierte Instagram defensiv. "Gefälschte Produkte und betrügerische Aktivitäten gefährden unsere gesamte Community und haben daher keinen Platz auf unserer Plattform", erklärte ein Sprecher auf Nachfrage. Man versuche alle Betrugsversuche zu entdecken, bevor sie den Nutzer erreichen, die AirPod-Werbung des Shops sei nach dem Hinweis des stern entfernt worden. Warum die Werbung durch die Kontrollen gelangen konnte, wie viele Nutzer sie anklickten und ob auch welche auf die Betrüger hereingefallen sind, verriet das zu Facebook gehörende Netzwerk nicht.

Beim Verbraucherschutz kennt man die Anzeigen. "Wir haben aktuell noch wenige Beschwerden dazu, aber wir gehen davon aus, dass das in Zukunft noch zunehmen wird", erklärte eine Sprecherin des Verbraucherschutz-Portals Marktwächter. Generell würde das Problem der Fake-Shops stetig wachsen. Mehr als 4 Millionen Nutzer seien bereits auf betrügerische Internet-Händler hereingefallen, zeigte eine Studie der Verbraucherschützer im letzten Sommer. 

Entsprechend skeptisch sollten die Kunden bei unbekannten Shops sein, empfehlen die Marktwächter. "Bei extrem günstigen Preisen ist immer Vorsicht geboten!" Zudem sollte man bei unbekannten Shops generell die Bezahlung per Vorkasse vermeiden. Eine Suche nach Bewertungen des Shops helfe zusätzlich bei der Einordnung, so die Experten. Viele der Betrugs-Shops existieren nur wenige Tage, auch der aus der Instagram-Werbung ist nicht mehr erreichbar.

Wie sollen Betroffene vorgehen?

Wer denkt, in die Falle getappt zu sein, sollte sich an eine lokale Verbraucherzentrale wenden, rät Marktwächter. Sollte es sich tatsächlich um Betrug handeln, sollte man auch die Polizei informieren und Anzeige erstatten. Zu viele Hoffnungen sollte man sich aber nicht machen. "Die Aussichten darauf, das Geld wiederzubekommen, sind sehr gering", urteilt Marktwächter. Zudem könnte über den Kaufpreis hinaus noch weiterer Schaden entstehen: "Wenn Sie mit Kreditkarte bezahlt haben, raten wir auch, die Kreditkarte zu sperren; denn geraten Kreditkartendaten in die falschen Hände, kann damit großer Schaden angerichtet werden."

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