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Verbrauchersendung: "Markt" testet Staubsaugroboter - und keiner überzeugt

Saugroboter wie der Roomba iRobot sind ein Verkaufsschlager. Aber was taugen sie wirklich? Die NDR-Verbrauchersendung "Markt" hat vier auf den Prüfstand gestellt - mit ernüchterndem Ergebnis.

NDR MArkt Saugroboter Dirt Devil

Saugroboter wie dieses Modell von Dirt Devil sind voll im Trend. Welche etwas taugen, prüfte die NDR-Sendung "Markt"

Nicht ständig saugen müssen und trotzdem eine saubere Wohnung haben: Warum sich immer mehr Menschen für Saugroboter interessieren, liegt auf der Hand. Aber welcher soll es sein? Die Verbrauchersendung "Markt" hat vier der kleinen Arbeitstiere zwischen 110 und 630 Euro auf ihre Reinigungswirkung getestet und ist ziemlich enttäuscht.

Geprüft wurden der Neato BotVac D85 für 440 Euro, der mit 110 Euro sehr günstige Dirt Devil Spider 2.0, der Ecovacs Deebot M82 für 250 Euro sowie der iRobot Roomba 886, mit einem Preis von 630 Euro teuerster Sauger im Test.

Saugleistung enttäuscht die Tester

Alle vier mussten sich in zwei Testphasen beweisen. Zunächst sollten alle einen festgelegten Bereich mit glattem Holzboden in fünf Minuten von verstreutem Sand säubern. Vollständig überzeugte keiner: Der teure Roomba konnte als einziger in der Fläche den Sand wirklich wegsaugen, ließ dafür aber Ecken und Kanten schmutzig. Der Dirt Devil versagte vollständig und hinterließ jede Menge sichtbaren Dreck. Die anderen landeten dazwischen. Skurril: Nach einigen Minuten schaltete sich der Botvac einfach ab. Nach Neustart machte er dann weiter.

Auch den zweiten Parkour meisterte keiner der Sauger vollständig. Auf Teppichboden wurde jede Menge Reis, Konfetti und Kaffeepulver verteilt, als weitere Schwierigkeit kamen im Weg stehende Gegenstände wie Stühle und Gläser hinzu. Ein echter Härtetest, für den die Sauger zehn Minuten Zeit hatten. Der Dirt Devil versagte erneut auf ganzer Linie, der Boden sah kaum sauberer aus als zu Beginn. Der Roomba säuberte erneut am besten, den Kaffee bekam er allerdings kaum aus dem Teppich gesaugt. Der Neato blieb erneut mitten im Einsatz liegen und musste neugestartet werden. Alle Sauger hatten zudem das herumstehende Glas umgeworfen. 


Ernüchterndes Fazit

Das Fazit bei "Markt": Keiner der Sauger kann die Wohnung alleine saubermachen, kaufen sollte man sie nur zur zusätzlichen Reinigung. Das ist von den Herstellern auch so vorgesehen. Saugroboter sind aktuell vor allem als Putz-Erleichterung gedacht, eine vollständige Reinigung der Wohnung kann aktuell noch kein Roboter leisten. Auch die Reinigung in kürzester Zeit, wie sie im Test erwartet wurde, entspricht eigentlich nicht dem Einsatz, für den die Geräte gebaut werden. Saugroboter sind für eine konstante Reinigung über längere Zeiträume konzipiert, nicht für das schnelle Entfernen von extremem Dreck. Der Test ging also streng genommen etwas an den Produkten vorbei. Da viele Verbraucher ähnliche Erwartungen haben dürften wie die Tester, ist er natürlich trotzdem relevant.

Auf den ständig liegenbleibenden Botvac angesprochen, äußerte Hersteller Neato gegenüber "Markt" die Vermutung, das Gerät könnte defekt gewesen sein. Auch in unserem Test traten solche Aussetzer nicht auf, der Neato saugte überzeugend. Hier können Sie unseren Erfahrungsbericht nachlesen.

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