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Neues Video "Kannst du keinem erklären": Rezo prangert "Bonus" für Corona-Demonstranten an

Querdenken-Demonstrant stellt sich Polizisten entgegen
Ein Teilnehmer einer "Querdenken"-Demonstration am 14. November in Frankfurt
© Boris Roessler / DPA
Youtuber Rezo widmet sich in einem neuen Video der "Querdenken"-Bewegung – und dem Umgang der Polizei damit. Die Sicherheitskräfte und die Politik gingen zu lasch mit Demonstranten um, meint er. Das habe Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung.

Das Timing stimmte: Am Sonntag diskutierten viele User im deutschsprachigen Internet über den Auftritt einer Demonstrantin auf einer "Querdenken"-Kundgebung in Hannover, die sich mit der Nazi-Widerstandskämpferin Sophie Scholl verglichen hatte. Am gleichen Tag veröffentlichte Youtube-Star Rezo ein neues Video zu dem gleichen Thema. Dem Youtuber ging es allerdings nicht darum, die Argumente der Corona-Leugner inhaltlich auseinanderzunehmen. Vielmehr prangert der 28-Jährige den Umgang von Politik und Polizei mit den Gegnern der Corona-Maßnahmen an.

Rezo, bekanntgeworden vor allem durch das Video "Die Zerstörung der CDU", kritisiert, dass der "Querdenken"-Bewegung eine "Sonderbehandlung" zuteil werde. Bei den Protesten habe die Polizei nicht so energisch durchgegriffen wie bei vergleichbaren Demonstrationen in der Vergangenheit. Denn während die Demo in Hannover am Sonntag lediglich verbal aus dem Ruder lief, kam es bei anderen Protestaktionen in den vergangenen Wochen zu Gewalt gegen Sicherheitskräfte und Journalisten. Die Polizei hatte darauf jedoch nur mit verhältnismäßig milden Maßnahmen reagiert.

Rezo: Polizei geht nicht hart genug gegen "Querdenken"-Demos vor

Als Beispiel nennt Rezo (1,5 Millionen Abonnenten auf Youtube) in dem 18 Minuten langen Video die Demonstrationen in Berlin, Frankfurt am Main und Leipzig. In Berlin hatte Ende August eine Gruppe von Demonstranten, darunter viele Rechtsextreme, das Reichstagsgebäude zu stürmen versucht. Auch die Demonstrationen in Leipzig und Frankfurt am Main mussten aufgelöst werden, weil sich die Teilnehmer nicht an die Abstands- und Maskenregel hielten. Allerdings hatte die Polizei dies nicht mit letzter Konsequenz durchgesetzt. Die Gegner der Corona-Maßnahmen würden damit "dafür belohnt", dass sie nicht die Vorgaben befolgten, so Rezo.

Dadurch würde die Bewegung immer selbstbewusster und hätte das Gefühl, "es wäre akzeptabel und hat keine Konsequenzen", gegen Corona-Regeln zu verstoßen. Die Polizei gebe dieser Gruppe einen "Bonus", sagt Rezo in dem Video. Bei anderen Demonstrationen würde viel härter vorgegangen. In Frankfurt am Main beispielsweise hatte die Polizei Wasserwerfer gegen Gegendemonstranten eingesetzt. Weiter kritisiert der Youtuber, dass auch Politiker die Gewalt auf den "Querdenken"-Demos nicht klar benennen würden.

Viele Teilnehmer aus dem rechten Spektrum

Auch den hohen Anteil von Rechtsextremen unter den Demonstranten thematisiert Rezo: "So zu tun, als wären die Querdenker einfach eine ganz bunte, verrückte Mischung von Menschen, ist falsch." Dem Argument, dass man nicht die ganze Bewegung mit Holocaust-Leugnern, rechten Gewalttätern und Neonazis gleichsetzen könne, setzt er ein Beispiel aus dem Alltag entgegen: Man würde ja auch nicht mit einer Gruppe von acht Leuten ins Kino gehen, unter denen sich drei offen bekennende Rechtsextremisten befänden.

Letztendlich, so Rezo, leide die gesamte Bevölkerung unter dem zu laschen Umgang mit "dieser kleinen, lauten Minderheit". Zum einen, weil das Vertrauen in den Staat und seine Maßnahmen verloren gehe: "Wie sollst du von allen anderen erwarten, dass sie Abstriche in ihrem Leben machen, wenn so etwas geduldet wird?" Das "kannst du keinem mehr erklären", bilanziert Rezo.

Zum anderen seien diese Demonstrationen, auf denen die Teilnehmer weder auf Abstand achten noch eine Maske tragen, "Super-Spreader-Events" und "Treiber der Pandemie". Dies habe gesundheitliche Folgen auch für Unbeteiligte und führe dazu, dass zukünftig alle auf mehr Freiheiten verzichten müssten.

Quelle: Rezo auf Youtube

epp

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