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Video-Trend: Trump als Prinzessin und Elon Musk als Strampel-Baby - so witzig können Deepfakes sein

Deepfakes, also Videos bei denen Gesichter und Stimmen täuschend echt ersetzt werden, wecken in vielen Menschen Angst vor Porno-Erpressung oder Wahlmanipulation. Die Technik dahinter lässt sich aber auch anders nutzen - und lässt großartige Scherzvideos entstehen.

Elon Musk und Donald Trump sind bei Deepfake-Erstellern besonders beliebt

Elon Musk und Donald Trump sind bei Deepfake-Erstellern besonders beliebt

AFP

Fotomanipulation gibt es schon ewig, bei Videos lag die Hürde aber lange deutlich höher. Seit Deepfakes ist das anders: Mit relativ wenig Aufwand kann man plötzlich Menschen unglaublichste Dinge sagen und tun lassen. Den Anfang machten etwa Pornos mit Promi-Gesichtern. Zuletzt wurde das Thema wegen möglicher Wahlmanipulation diskutiert. Kein Wunder, dass die Technologie vor allem mit Angst betrachtet wird. Dass es auch anders geht, zeigen einige Nutzer von Youtube und Instagram.

Deepfakes können auch anders

Dass Deepfakes auch richtig lustig sein können, zeigt dieser Clip. Elon Musk tollt dort als Baby durch Wohnzimmer, wird am Kinn gekrault und als Yoda verkleidet. Der Mann hinter dem urkomischen Video, Paul Shales, ist im Alltag ein einfacher Programmierer. In seiner Freizeit aber ist er ein Social-Media-Star und lässt er Promis wie Donald Trump und Ariana Grande nach seiner Pfeife tanzen. Unter dem Namen "TheFakening" versorgt Shales seine gut 100.000 Fans bei Youtube und Instragram immer wieder mit neuen Deepfakes.

So mischte er einen Auftritt von Ariana Grande mit dem Gesicht ihres Ex-Freundes Pete Davidson, um eine gemeinsame Tochter zu simulieren, verwandelte ein Kleinkind aus der Kinder-Schönheitswettbewerbs-Serie "Toddlers and Tiaras" in Donald Trump. Auf über 700.000 Abrufe brachte es alleine sein Musk-Baby-Video. "Ich habe gleich erkannt, dass man damit Zuschauer gewinnen könnte, dass Menschen daran Spaß haben", sagte er "CNN Business". 

Während der Anfang noch recht dilettantisch war, sei er mittlerweile deutlich zufriedener mit den Ergebnissen seiner Fakes. Und kann damit mittlerweile sogar ein Zubrot verdienen: Die Comedy-Sendung "Full Frontal with Samantha Bee" hatte für einen Bericht zu Deepfakes auf Shales gesetzt. "Ich weiß noch nicht, wo das hinführt", sagte er "CNN. "Aber aktuell genieße ich die Aufmerksamkeit."

Noch keine Alltagsgefahr

Als Gefahr für Normalbürger sehen die Youtube-Faker die Clips noch nicht, "Dass jeder diese Art von Videos machen kann, ist einfach falsch", erklärt DeepHomage, der ähnliche Clips wie Shales bastelt. Noch sei der Aufwand dafür schlicht zu groß. Um ein glaubhaftes Video erstellen zu können, braucht Shales etwa nicht nur den Ausgangsclip, sondern jede Menge Videomaterial, mit dem er ihn mischen kann. Für ein Kardashian-Rap-Video ließ er ein Programm sämtliche Folgen von "Keeping up with the Kardashians" nach Gesichtsaufnahmen durchforsten und wählte danach von Hand aus.

Nachdem dann die künstliche Intelligenz der von Shale genutzten Deepfake-Werkzeuge FaceSwap and DeepFaceLab ihre Arbeit erledigt hatten, musste er immer noch weite Teile der Clips von Hand nachbearbeiten, um sie halbwegs glaubhaft aussehen zu lassen. Dass uns also Freunde oder dahergelaufene Hacker mit gefälschten Pornos erpressen können, ist nach aktuellem Stand nicht sehr wahrscheinlich. Noch können wir also entspannt über Elon Musk als Baby lachen.

Quelle: CNN, Youtube, Instagram