VG-Wort Pixel

Russland-Affäre Vor den "Midterms": Facebook löscht verdächtige Fake-Accounts

Facebook
Die Löschung der Facebook-Profile ist nach Angaben des Unternehmens nur ein erster Schritt
© Dominic Lipinski / PA Wire / Picture Alliance
Immer wieder werden Anschuldigungen laut, russische Propaganda habe den US-Wahlkampf 2016 über Social Media beeinflusst. Die Fake-Profile bei Facebook, die soziale Spannungen verschärfen und Stimmung für Trump machen sollten, wurden nun in einem ersten Anlauf gelöscht.

Facebook hat nach eigenen Angaben eine Reihe von offenbar gefälschten Accounts gelöscht, um den Kampf gegen Fehlinformationen weiter voranzutreiben. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, entfernte es 32 Seiten auf Facebook und Instagram. Sie sollen verdächtige Aktivitäten an den Tag gelegt haben. 

"Diese Art von Verhalten ist bei Facebook nicht erlaubt, denn wir wollen weder, dass Menschen noch Organisationen Netzwerke von Nutzerkonten erstellen, um andere darüber zu täuschen, wer sie sind und was sie tun", hieß es in der Mitteilung. Nach Darstellung des Unternehmens handelte es sich um eine koordinierte Aktion. 

Facebook-Profile mit russischen Verbindungen

Facebook unterstrich, dass man noch in einem sehr frühen Stadium der Ermittlungen sei und noch nicht alle Fakten kenne. Dazu gehöre auch, wer hinter den Seiten stecke. Das Unternehmen verglich die verdächtigen Aktivitäten aber mit der mutmaßlich russischen Propaganda zur Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl 2016. Allerdings sei das Vorgehen diesmal wesentlich ausgeklügelter gewesen, hieß es in der Mitteilung. 

Man habe Hinweise, dass die gefundenen Seiten einige Verbindungen zu Konten der in Russland ansässigen Internet Research Agency gehabt hätten. Diese gilt seit Jahren als Basis für russische Kampagnen in sozialen Medien. Die Gruppe wird beschuldigt, während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 in großem Stil versucht zu haben, über gefälschte Facebook-Profile soziale Spannungen in den USA zu verschärfen und Stimmung für den schließlich siegreichen Kandidaten Donald Trump zu machen.

Im Herbst finden in den USA die als "Midterms" bezeichneten Halbzeitwahlen statt, in denen unter anderem das Repräsentantenhaus des Kongressen neu gewählt wird. Dort soll eine Einmischung oder Manipulation um jeden Preis verhindert werden. 

sve DPA

Mehr zum Thema

Newsticker