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Neue Kopfhörer vorgestellt: Beats-Chef: "Wir haben den Noise-Cancelling-Kopfhörer neu erfunden"

Noise-Cancelling-Kopfhörer sind in. Sie reduzieren den Lärm der Außenwelt und wurden damit zum Pendlertraum. Nun hat Beats einen Kopfhörer vorgestellt, der vieles besser machen soll - und mit besonderen Features punktet.

Beats-Chef Luke Wood mit dem neuen Studio 3

Beats-Chef Luke Wood mit dem neuen Studio 3

Kopfhörer waren früher vor allem eins: praktisch. Man konnte unterwegs Musik hören, ohne seine Mitmenschen zu belästigen. Oder man versank zuhause vor dem Plattenspieler, im Einklang mit sich und seiner Lieblingsband. Dann kam Beats. 2008 brachte das US-Unternehmen, das vom Rapper Dr. Dre mitgegründet wurde, seinen ersten Kopfhörer auf den Markt - und krempelte den Markt komplett um. Mit seinem auffälligen, markanten Design wurden die Kopfhörer zum Fashion-Statement. Kaum ein Sportler, um dessen Hals nicht das kleingeschriebene b prangt.

Kritiker schelten die Kopfhörer immer wieder. Nicht nur der Sound, auch die Verarbeitung ließe zu wünschen übrig, attestierte etwa die Stiftung Warentest im April 2014. Dem Erfolg tat das keinen Abbruch: Beats steht besser da als je zuvor. Der Marktanteil im Premium-Kopfhörerbereich über 99 US-Dollar liegt bei mehr als 50 Prozent.

The Sound of Silence

Doch ein Trend geht gerade durch die Decke: Noise Cancelling. Das sind Kopfhörer, die störende Außengeräusche minimieren - etwa das Heulen der Flugzeugturbine. Das US-Unternehmen Bose machte die Technik populär. Anfangs waren die Kopfhörer Geheimtipps auf Langstreckenflügen, mittlerweile sieht man sie aber auch im normalen Feierabendverkehr immer häufiger. Kein Wunder, sie bieten Pendlern Ruhe auf Knopfdruck.

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Ein wachsendes Geschäft, das sich auch Beats nicht entgehen lassen möchte. Am Montagabend stellte der Konzern im Rahmen der IFA in Berlin seine neuesten "Studio 3"-Kopfhörer vor, der ein besseres Noise Cancelling besitzt. Der stern konnte sie bereits vorab probehören und mit Beats-Chef Luke Wood darüber sprechen.

Alte Hülle, neuer Kern

Luke Wood lenkt seit 2011 die Firma, gemeinsam mit Dr. Dre und Jimmy Iovine. Er ist nicht nur ein alter Hase in der Musikindustrie (er war live dabei, als die erste legale MP3 zum Download freigegeben wurde), sondern selbst leidenschaftlicher Musiker. Mit zerrissenen Jeans und sportlichen Schuhen sitzt er in einer schicken Suite, nur unweit des Berliner Alexanderplatzes, und stellt sein neuestes Produkt vor.

Das sieht auf den ersten Blick aus wie sein Vorgänger, der Studio 3 hat denselben markanten Schwung und das b auf den Ohren. Die Form sei nicht nur wichtig für den Wiedererkennungswert, sondern auch den Sound, erklärt Wood: "Ich schaue auf einen Kopfhörer wie auf ein Musikinstrument. Man arbeitet mit dem Ohrkanal, es ist eine sensorische Erweiterung des Sounds. Am Ende ist es ein Instrument wie eine Posaune oder eine Trompete."

"Das ist aggressiv, aber äußerst effektiv"

Die Technik im Inneren, versichert der Beats-Chef, wurde aber komplett runderneuert. Man profitiere enorm von der Zusammenarbeit mit Apple, seit der Beats-Konzern 2014 für 3,2 Milliarden US-Dollar gekauft wurde. "Eines der großartigen Dinge bei Apple ist, dass sie ihr Ökosystem ganzheitlich betrachten. Geht es um Hardware, denken sie auch zugleich die nötige Software mit." Das zeige etwa der W1-Chip, der im vergangenen Jahr im Rahmen des iPhone-7-Events vorgestellt wurde. Der kleine Chip steckt exklusiv in Apple-Kopfhörern und steigert die Laufzeit mit einer Akkuladung von 15 auf satte 40 Stunden. Zudem wird die Kopplung mit dem Smartphone enorm vereinfacht.

Erst die gesteigerte Effizienz machte den Active-Noise-Cancelling-Kopfhörer überhaupt möglich. Denn die Technik ist einer der größten Stromfresser überhaupt. Mit aktiviertem ANC reduziert sich die Laufzeit des Studio 3 von 40 auf 22 Stunden.

Doch wie funktioniert ANC überhaupt? Eingebaute Mikrofone in den Ohrmuscheln registrieren sämtliche Umgebungsgeräusche und reichen die Informationen an die eingebaute Elektronik weiter. Ein Prozessor errechnet einen exakt entgegengesetzten Antischall, der den Störschall quasi aufhebt. "Das ist aggressiv, aber äußerst effektiv", erklärt Wood. Doch als Musiker sei er mit bisherigen Noise-Cancelling-Lösungen nie zufrieden gewesen. "ANC kann der Feind der Musik sein." Wer bisherige Lösungen ausprobiert hat, weiß: Die angenehme Stille geht häufig zu Lasten der Musik.

Die Technik hinter Pure ANC

Wood wollte es besser machen. Seine Ingenieure hätten das Problem in Zusammenarbeit mit Apple gelöst, erklärt er. Und Wood legt die Messlatte hoch: "Ich würde sagen, wir haben Noise Cancelling neu erfunden", sagt Wood im Gespräch mit dem stern. Er nennt seine Technik Pure ANC, die sich durch drei Besonderheiten hervorheben soll.

  • Zunächst analysieren die Kopfhörer nonstop ihre Umgebung und passen den Sound darauf an. In einer Boeing 737 werden in der Regel Frequenzen von 80 bis 300 Hertz ausgelöscht, darauf seien die meisten Kopfhörer optimiert. Bei tuschelnden Menschengruppen reiche die Bandbreite aber von 700 bis 5000 Hertz. Der Studio 3 soll sich besser auf Situationen einstellen können. Das alles passiere in Echtzeit, ohne Zutun des Nutzers.
  • Ebenso wichtig ist der ideale Sitz der Ohrmuscheln. Die eingebauten Mikrofone kontrollieren ständig, ob die Kopfhörer dicht anliegen. Sollte das nicht der Fall sein - etwa bei Brillenträgern, Ohrringen oder beim Schlafen - wird der Sound durch Algorithmen dynamisch an die neuen Bedingungen angepasst.
  • Das dritte Feature nennt Wood "Audio Estimation", dies sei eine "magische Technologie", erklärt Wood in bester Apple-Manier. Grob gesagt analysiert die Software die originale Sounddatei (egal ob MP3 oder ein anderes Format), und passt die Sound-Wellen des Noise Cancelling der originalen Wellenform an. Dadurch soll die Musik trotz ANC möglichst originalgetreu klingen. Wood zufolge nehmen die Mikrofone für die Audiokalibrierung 50.000 Mal pro Sekunde auf.

Guter Ersteindruck

In einem ersten Höreindruck machten die Studio 3 einen guten Eindruck, es sind vielleicht die besten Beats-Kopfhörer bislang. Der Sound ist druckvoll und trotzdem klar. Typische Kinderkrankheiten wie ein merkwürdiges Druckgefühl auf den Ohren oder knisternde Mikrofone bei Wind entdeckten wir nicht. Doch erst ein Vergleichstest mit anderen Kopfhörern - etwa den Quiet Comfort 35 von Bose - wird zeigen, wie gut sich Beats im Alltag wirklich schlägt und ob die vollmundigen Versprechen des Chefs gehalten werden.

Der Verkaufsstart des Beats Studio 3 ist am 4. September. Der Preis liegt bei 349 Euro.

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Den gesamten Test finden Sie gegen Gebühr auf test.de.