VG-Wort Pixel

Technologie Diamanten zum Aufsprühen sollen Smartphone-Displays auf das nächste Level bringen

Falt-Smartphones gelten als Trend der Zukunft, doch zunächst müssen noch einige Kinderkrankheiten behoben werden.
Falt-Smartphones gelten als Trend der Zukunft, doch zunächst müssen noch einige Kinderkrankheiten behoben werden.
© Getty Images
Faltbare Smartphones sind cool, bislang aber sehr anfällig für Kratzer. Diamanten zum Aufsprühen sollen dieses Problem lösen. Allerdings gibt es noch offene Fragen.

Sie gelten als das nächste große Ding in der Welt der Smartphones: Foldables, also Telefone mit faltbarem Bildschirm. Einige Hersteller wie Samsung und Huawei verkaufen solche Modelle bereits, weitere werden auf den Zug aufspringen. Die Technologie ist spektakulär, allerdings noch nicht ausgereift.

Eine der größten Schwachstellen ist ausgerechnet das Display: Das wird nicht wie bei herkömmlichen Smartphones üblich durch Spezialglas geschützt, sondern durch eine dünne Kunststoffschicht. Die ist nötig, um den Bildschirm flexibel zu halten. Dadurch wird er aber deutlich anfälliger für Kratzer. Um dieses Manko zu beheben, arbeiten die Hersteller mit Hochdruck an flexiblem Glas. Zwar gibt es bereits vielversprechende Prototypen, für den Masseneinsatz reicht es bislang aber noch nicht.

Diamanten zum Aufsprühen

Vielversprechend klingt daher der Ansatz des Diamantglases. Dabei handelt es sich im Grunde um die Kunststoff-Screens der bisherigen Foldables, die mit ultrahartem Diamantenstaub beschichtet werden. Ein Hersteller dieses Glases ist Akhan Semiconductor, die das sogenannte Miraj Diamond Glass entwickelt haben.

Miraj Diamond Glass ist ein künstlich im Labor hergestelltes Material. Es kann auf praktisch jedes Glas aufgetragen werden, von Smartphones bis hin zu Smartwatches, Automobil-Displays und großflächigen Anwendungen wie 8K-Fernsehern, um sie kratz- und bruchfester zu machen. Die Schicht selbst ist nur 100 Nanometer dünn. Das entspricht einem Zehntausendstel der Dicke eines Haares.

Auf diese Weise will das Unternehmen die Vorteile beider Welten verbinden: die Flexibilität des Kunststoffs mit der Robustheit von Glas. Die Beschichtung eigne sich nicht nur für den Bildschirm, sondern auch für das restliche Gehäuse, erklärt der Hersteller. Das heizt die Fantasie der Industrie an. Womöglich muss man in Zukunft nicht mehr den robusten, aber schweren Stahl verbauen, sondern kann auf leichtere und ebenso zuverlässige Materialien wechseln.

Hinzu kommt: Diamantglas ist wasser- und ölabweisend. Zudem ist es wärmeabführend, damit beschichtete Smartphones sollen also kühler bleiben, was wiederum die Akkulaufzeit verlängern könnte. Der größte Trumpf sei jedoch, dass eine Diamantstaub-Behandlung nicht teurer sein soll als das Spezialglas von Corning, das in beinahe jedem Smartphone verbaut wird. 

Start immer wieder verschoben

Obwohl das Produkt immer noch nicht marktreif ist, hat Akhan im Oktober 2020 bereits die nächste Generation seines Diamantglases angekündigt, die bis zu dreimal robuster sein soll als die Konkurrenz von Corning. Offiziellen Angaben zufolge wird das kommerziell einsetzbare Diamond Glass derzeit "von führenden Smartphone-Herstellern getestet", konkrete Namen nennt das Unternehmen nicht. Zu früh sollte man sich jedoch nicht freuen: Ursprünglich war ein Start der vielversprechenden Technik bereits für das Jahr 2017 angepeilt, schreibt "Cnet". Den verschob man kurz darauf auf 2019, doch auch dann kam das Produkt nicht auf den Markt. ob das Produkt jemals zur marktreife gelangt, wird sich zeigen.

Quelle:Cnet, Yahoo

Lesen Sie auch:

Japanische Forscher erfinden zufällig selbstreparierendes Glas

- Ende der Curved-TVs: Keiner hat mehr Bock auf krumme Dinger

- Ungewöhnliche Sicherheitslücke: Forscher hacken Smartphones - nur mit Musik

cf

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker