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Neue Technologie: Diamanten zum Aufsprühen sollen Falt-Smartphones den Durchbruch bringen

Faltbare Smartphones sind cool, bislang aber sehr anfällig für Kratzer. Diamanten zum Aufsprühen sollen dieses Problem lösen. Allerdings gibt es noch offene Fragen.

Falt-Smartphones gelten als Trend der Zukunft, doch zunächst müssen noch einige Kinderkrankheiten behoben werden.

Falt-Smartphones gelten als Trend der Zukunft, doch zunächst müssen noch einige Kinderkrankheiten behoben werden.

Getty Images

Sie gelten als das nächste große Ding in der Welt der Smartphones: Foldables, also Telefone mit faltbarem Bildschirm. Samsung und Huawei verkaufen solche Modelle bereits, Motorola und Huawei wollen ihre Geräte demnächst in den Handel bringen, weitere Hersteller werden auf den Zug aufspringen. Die Technologie ist spektakulär, allerdings noch nicht ausgereift.

Eine der größten Schwachstellen ist ausgerechnet das Display: Das wird nicht wie bei herkömmlichen Smartphones üblich durch Spezialglas geschützt, sondern durch eine dünne Kunststoffschicht. Die ist nötig, um den Bildschirm flexibel zu halten. Dadurch wird er aber deutlich anfälliger für Kratzer. Um dieses Manko zu beheben, arbeiten die Hersteller mit Hochdruck an flexiblem Glas. Zwar gibt es bereits vielversprechende Prototypen, für den Masseneinsatz reicht es bislang aber noch nicht.

Diamanten zum Aufsprühen

Doch womöglich gibt es auch einen Plan B: Diamantglas. Dabei handelt es sich im Grunde um die Kunststoff-Screens der aktuellen Foldables-Generation, die mit ultrahartem Diamantenstaub beschichtet wurden. Das US-Portal "Cnet" konnte im Rahmen der Technikmesse CES mit Adam Khan sprechen, dem Chef von Akhan Semiconductor. Seine Firma entwickelt das sogenannte Miraj Diamond Glass.

Miraj Diamond Glass ist ein künstlich im Labor hergestelltes Material. Es wird auf eine Oberfläche gesprüht, die Schicht selbst ist nur 100 Nanometer dünn. Das entspricht einem Zehntausendstel der Dicke eines Haares. Auf diese Weise will das Unternehmen die Vorteile beider Welten verbinden: die Flexibilität des Kunststoffs mit der Robustheit von Glas. Das erste Feedback von Smartphone-Hersteller sei positiv, sagt Khan. Die Beschichtung eigne sich nicht nur für den Bildschirm, sondern auch für das restliche Gehäuse, erklärt er weiter. Dadurch müsse man nicht mehr den robusten, aber schweren Stahl verbauen.

Start ist ungewiss

Diamantglas ist wasser- und ölabweisend. Zudem ist es wärmeabführend, damit beschichtete Smartphones sollen also kühler bleiben, was wiederum die Akkulaufzeit verlängern könnte. Der größte Trumpf sei laut Khan, dass eine Diamantstaub-Behandlung nicht teurer sei als das Spezialglas von Corning, das in beinahe jedem Smartphone verbaut wird. Konkrete Preise nennt das Unternehmen jedoch nicht.

Fragt sich bloß, wann wir zum ersten Mal Geräte mit Diamantglas in der Hand halten werden. Ursprünglich war ein Start für das Jahr 2017 angepeilt, schreibt "Cnet". Den verschob man kurz darauf auf 2019, doch auch vergangenes Jahr kam das Produkt nicht auf den Markt. Mittlerweile scheint ein Marktstart vor 2021 unrealistisch.

Quelle: Cnet

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cf