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Motorola-Smartphone im Test: Nur 230 Euro: Das neue Moto G ist ein Preis-Leistungs-Hit

Motorola hat seinen Bestseller überarbeitet. Das Moto G bietet in der dritten Generation keine echten Innovationen - dafür aber solide Technik, gute Verarbeitung und einen günstigen Preis. Was bekommt man fürs Geld?

Das neue Moto G gibt es in unterschiedlichen Farben

Das neue Moto G gibt es in unterschiedlichen Farben

Mit Marktpreisen von circa 230 Euro ist das neue Moto G im Vergleich zum Galaxy S6, iPhone 6 und anderen Premiumgeräten ein echtes Schnäppchen. Man bezahlt locker das Dreifache für die Flaggschiffe der Konkurrenz – doch wer kein Technikfreak ist, wird eventuell kaum einen Unterschied spüren.

Rein äußerlich hat sich das Telefon gegenüber seinem Vorgänger fast nicht verändert. Es ist schlicht, liegt gut in der Hand und ist solide verarbeitet. Sinnvolle Neuerung am Gehäuse: Das Telefon ist jetzt gemäß IPX7 wassergeschützt und soll somit 30 Minuten lang in ein Meter tiefem Süßwasser überleben. In diesem Punkt ist das Motorola seiner hochpreisigen Konkurrenz teilweise sogar einen Schritt voraus. Besitzer eines iPhones bekommen schon bei einem stärkeren Regenschauer leichte Panikattacken.

Und die inneren Werte? Der technische Fortschritt macht auch vor Einstiegsgeräten nicht Halt. Viele Features, die vor wenigen Jahren den Spitzenmodellen vorbehalten waren, sind inzwischen auch bei günstigeren Telefonen zu haben. Das Moto G kann in fast allen Bereichen mit den Großen mithalten.

LTE serienmäßig

Wenigstens telefonieren sollte man mit jedem Telefon uneingeschränkt gut können. Weit gefehlt, LTE ist bei einigen Einstiegsmodellen immer noch nicht an Bord. Da einige Anbieter inzwischen aber den LTE-Standard auch zur Sprachübertragung (Voice over LTE) nutzen, sollten aktuelle Telefone selbstverständlich auch diese Disziplin beherrschen.

Bei der ersten und zweiten Version des Moto G gab es jeweils eine teurere "Spitzenversion" mit LTE. Motorola hat die Zeichen der Zeit endlich erkannt und spendiert der dritten Version standardmäßig LTE. Eine längst überfällige Änderung. Sparmaßnahme im Gegenzug: der Steckplatz für eine zweite SIM-Karte entfällt. Für die meisten Käufer dürfte das ein guter Tausch sein.

Rechenleistung und Betriebssystem

Günstige Smartphones sind hinsichtlich der Prozessorleistung oft ein bisschen schwächer auf der Brust. Das Moto G hat in der dritten Version einen Qualcomm Snapdragon 410-Prozessor mit vier Kernen (1,4 GHz) erhalten. Das reicht in Verbindung mit dem inzwischen vorinstallierten Android 5.1. für die meisten Anwendungen. Wer auf seinem Smartphone Bilder bearbeiten und die neuesten Spiele spielen will, kommt jedoch schnell an Grenzen.

Display

Die Displaygröße eines Smartphones ist schon längst kein Qualitätsmerkmal mehr, sondern vor allem Geschmackssache. Motorola hat sich (wie schon beim Vorgänger) für 5 Zoll entschieden – weder übermäßig klein, noch sehr groß. Die Auflösung ist mit 1280x720 Pixeln ebenfalls unverändert. Auf dem Papier ist das im Jahr 2015 nicht mehr zeitgemäß.

In der Praxis lässt sich das Display bei allen Lichtverhältnissen gut erkennen. Man sollte sich vor dem Kauf fragen, wie viel Auflösung man braucht und welchem Zweck ein Display eigentlich dient. Whatsapp Nachrichten lassen sich gut ablesen, auch Videos kann man gucken. Wer mehr will, muss mehr ausgeben – das einfache Display ist eines der Teile, die das Moto G günstig machen. Und nicht jeder braucht FullHD in der Hosentasche.

Akku

Der Akku ist gegenüber dem Vorgänger minimal stärker geworden. Die Kapazität beträgt 2470 mAh. So eine Zahl sagt wenig aus, jedes Smartphone hat ein unterschiedliches Energiemanagement. Daher muss das Urteil an dieser Stelle schwammig bleiben: Das Motorola konnte im Praxistest mit allen anderen getesteten Smartphones locker mithalten. Eineinhalb Tage ohne Steckdose sind bei normaler Nutzung drin.

Kamera

Die einzige echte Schwäche am Moto G. Motorola hat gegenüber der ebenfalls schlechten Kamera des Vorgängers deutlich nachgelegt. 13 Megapixel für die Hauptkamera und 5 MP für die Frontkamera sind auf dem Papier gute Werte. In der Praxis fallen aber weder die Farben, noch die Kontraste besonders knackig aus. Schlechte Lichtverhältnisse bringen die Kamera ebenfalls schnell an ihre Grenzen. Wer nur dann und wann mal ein Foto zu Dokumentationszwecken oder ein schnelles Selfie macht, wird nichts auszusetzen haben.

Weitere Merkmale

Das Moto G ist in zwei Versionen erhältlich, mit 8 beziehungsweise 16 GB Speicher. Sollte das nicht reichen, lässt sich der Speicher mit einer microSD-Karte um bis zu 32 GB erweitern.

Fazit

Das Moto G bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, auch wenn der Einstandspreis ein bisschen über dem des Vorgängers liegt. Wer kein "heavy User“ ist, wird begeistert sein. Das robuste, wasserabweisende Gehäuse lässt keine Wünsche offen, Rechenleistung, Akku und Bedienbarkeit sind ebenfalls super. Wer mit seinem Smartphone allerdings die neuesten Games spielen und richtig gute Fotos machen möchte, sollte die Finger vom Moto G lassen und zur teureren Konkurrenz greifen.

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