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Anbieterwechsel Das müssen Sie bei der Rufnummernmitnahme beachten

Hält man sich an alle Fristen, klappt's auch mit der Rufnummernmitnahme (Symbolbild)
Hält man sich an alle Fristen, klappt's auch mit der Rufnummernmitnahme (Symbolbild)
© Colourbox.de
Wer den Mobilfunk-Anbieter wechselt, kann in vielen Fällen seine Handynummer zum neuen Anbieter mitnehmen. Wir zeigen Ihnen, wie das Verfahren funktioniert und worauf Sie achten müssen.

Wer mit seinem Mobilfunkanbieter unzufrieden ist, muss ihm nicht ewige Treue schwören, sondern kann sogar mit seiner alten Rufnummer zum neuen Betreiber wechseln. Die Zeitschrift "Connect" erklärt, wie die Rufnummernmitnahme funktioniert.

Rufnummernmitnahme nach Vertragsende

Seit dem Jahr 2002 können Sie Ihre alte Rufnummer beim Vertragswechsel mitnehmen. Voraussetzung dafür ist eine fristgerechte Kündigung. Wichtig: Die Kün­digung sollte spätestens zwei Wochen vor Stel­lung des Portierungsantrags beim alten Anbieter vorliegen.

Den Antrag auf Rufnummernmitnah­me müssen Sie beim neuen Anbieter stellen - spätestens einen Monat nach Ende des alten Vertrags. Dazu legen Sie neben der Kündigungs­bestätigung am besten die letzte Handyrech­nung bei: Denn damit alles reibungslos klappt, müssen Name, Geburtsdatum, Kundennummer und Rufnummer identisch sein mit den Angaben auf der alten Rechnung. Nur so kann der neue Betreiber Sie in der zentralen Datenbank richtig zuordnen und Ihnen per SMS den Portierungs­termin durchgeben.

Von der technischen Ab­wicklung der Rufnummernmitnahme bekommen Sie in der Regel nichts mit: Die Nummer wird am Tag nach Ablauf des Vertrags zwischen Mitter­nacht und sechs Uhr übergeben. In dieser Zeit sind Sie nicht erreichbar. Für die Portierung kas­siert der alte Betreiber bis zu 30 Euro. Der neue Anbieter versüßt den Wechsel meist mit einem Startguthaben oder einer Gutschrift.

Sofortige Rufnummernmitnahme

Seit der Überarbeitung des Telekommunikationsgesetzes 2012 er­laubt der Gesetzgeber auch eine sofortige Por­tierung. Das bedeutet: Sie können jederzeit aus einem laufen­den Mobilfunkvertrag Ihre Rufnummer zu einem neuen Anbieter umziehen.

Dazu beantragen Sie beim bisherigen Anbieter per Hotline oder via Internet eine sofortige Portierung der Nummer und kündigen den alten Vertrag am besten gleich schriftlich. Die monatliche Grundgebühr des noch gültigen Vertrags müssen Sie freilich bis Vertragsende weiter zahlen. Zudem kann der alte Betreiber bis zu 30 Euro Gebühr verlangen.

Beim neuen Anbieter schließen Sie einen Vertrag mit sofortiger Rufnummernmitnahme ab. Binnen 30 Tagen muss der neue Anbieter einen Antrag auf Portierung bei Ihrem alten Betreiber gestellt haben. Über den genauen Umzugstermin infor­miert Sie der neue Anbieter per SMS.

Für den Wechselprozess sollten Sie mindestens sieben Arbeitstage einplanen. Informieren Sie Ihre Be­kannten bei Bedarf, dass Sie in einem neuen Netz funken - denn nicht jeder hat eine Sprach­flat in alle Netze. Das Handynetz einer Nummer lässt sich per Kurzwahl, SMS oder App abfragen.

Rufnummernmitnahme bei Prepaid

Auch Prepaid-Rufnummern können seit 13 Jahren portiert werden. Dabei bieten nahezu alle Provider den Übertrag der bestehenden Rufnum­mer auf einen neuen Laufzeitvertrag. Nur bei einigen Discounter-Anbietern ist die Übernahme der alten Prepaid-Nummer nicht möglich.

Wich­tig für die wechselwillige Guthabenkarten-Klien­tel: Wer seine Nummer behalten will, muss beim alten Anbieter eine Verzichtserklärung abgeben. Allerdings heißt das auch, dass ein vorhandenes Guthaben damit verfällt.

Damit beim Wechsel nichts schiefgeht, sollte der Kunde bei der Be­stellung einer neuen Prepaid-Karte auf korrekte Daten achten: Der Inhaber der alten Prepaid-Nummer muss mit dem zu portierenden Kunden identisch sein. Daher sollte man noch vor dem Nummernumzug beim alten Anbieter die persönlichen Daten wie Vor- und Nachname sowie das Geburtsdatum abgleichen.

Unbedingt be­achten: Auch bei Prepaid fallen für die Rufnum­mernmitnahme Kosten von bis zu 30 Euro an. Die Gebühr zieht der alte Anbieter vom Guthaben ab - es sollte also genügend Bares auf die SIM-Karte aufgebucht sein, sonst können Sie nicht portiert werden.

Rufnummernmitnahme im Festnetz

Auch wenn man den Festnetzanbieter wechselt, kann man seine Telefonnummer meist ohne Schwierigkeiten vom alten zum neuen Provider umziehen. Bei einer geplanten Mitnahme wird die Portierung im Normalfall über den neuen Dienstleister abgewickelt. Teilweise ist das sogar die Voraussetzung für eine erfolgreiche Mitnah­me der Rufnummer. Wer wechseln will, kündigt also seinen aktuellen Vertrag nicht selbst, son­dern überlässt dem neuen Versorger die Portie­rung der Rufnummer samt Kündigung des be­stehenden Vertrags.

Die Portierung von Rufnummern ist mittler­weile auch höchstrichterlich als Standard akzep­tiert. Scheitert diese, rechtfertigt das eine fristlose Vertragskündigung: Deutsche Gerichte aller Instanzen haben die Gültigkeit der Sonderkündi­gung in einem Fall bestätigt, in dem die Num­mernübertragung nicht funktionierte, dem Kun­den aber zuvor zugesagt worden war, dass der neue DSL-Anbieter alle Formalitäten – ein­schließlich Portierung der alten Nummer – als Service abwickeln würde. Wer den Wohnwort wechselt und in einen anderen Vorwahlbereich zieht, kann seine Rufnummern nicht mitnehmen.

Rechtslage

Festnetzkunden kön­nen ihre Rufnummer zum neuen Anbieter mitnehmen - doch nicht in jedem Fall.

Beim Wechsel des Festnetztele­fonanbieters besteht ein Rechts­anspruch auf Beibehaltung der Rufnummer. Eine entsprechende Bestimmung ist in das Telekom­munikationsgesetz (TKG) aufge­nommen (§ 46 Abs. 2) worden. Die Regelung soll verhindern, dass Kunden wegen dem dro­henden Verlust ihrer gewohnten Rufnummer von einem Anbieter­wechsel absehen.

Bei einem Anbieterwechsel stimmt der neue Anbieter die Portierung mit dem alten Dienstleister ab. Aber Vorsicht! Ein Wechsel des Anbie­ters liegt nur vor, wenn der End­nutzer einen Vertrag mit einem neuen Anbieter abgeschlossen hat und die Vertragsbeziehung bezüglich des Telefondienstes mit dem bisherigen Versorger beendet ist. Bei einem Vertrags­wechsel ohne Wechsel des An­bieters besteht nach dem TKG kein Rechtsanspruch auf Beibe­haltung der Rufnummer. Es steht dann im Ermessen des Anbie­ters, ob er die Beibehaltung er­möglicht.

Schon seit 2002 können auch Mobilfunkkunden ihre Handynummer beim Anbieterwechsel behalten. Die hiergegen gerich­tete Klage von T-Mobile wies das Verwaltungsgericht Köln damals ab (VG Köln, Az.: 11 K 4430/00).

In Zusammenarbeit mit "Connect"

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