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Folgen des Handelskriegs: Schock für Huawei: Neue Smartphones kommen womöglich ohne Google-Apps

In wenigen Wochen wollte Huawei sein neues Spitzen-Smartphone vorstellen. Doch nun kam der Schock: Angeblich bekommt es keine Lizenzen für Google-Apps. Ohne Youtube, Google Maps und den App Store wäre das Gerät zum Scheitern verurteilt.

Huaweis neues Smartphone könnte ohne Google-Apps kommen.

Huaweis neues Smartphone könnte ohne Google-Apps kommen.

AFP

Das Huawei Mate 30 Pro dürfte eines der spannendsten Smartphones des Jahres sein. Neben einem riesigen Akku dürfte das Telefon vor allem mit einer sehr guten Kamera punkten. Vorgestellt wird es angeblich bereits in den nächsten Wochen, womit Huawei in direkte Konkurrenz zu den neuen iPhones tritt, die Gerüchten zufolge am 20. September im Laden stehen werden.

Allerdings mussten die Chinesen nun einen ordentlichen Dämpfer einstecken: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, bekommen das Mate 30 und das Mate 30 Pro keine Lizenzen für lizenzierte Google-Apps und -Services. Damit würden nicht nur Dienste wie Gmail, Google Maps oder Youtube fehlen, sondern auch der Google Play Store. Wichtige Apps wie Whatsapp oder Facebook lassen sich somit nicht einfach auf das Telefon laden.

Die Folgen des Handelskriegs

Huawei ist eines der prominentesten Opfer im Handelskrieg zwischen China und den USA. Mitte Mai setzte US-Präsident Donald Trump das chinesische Telekommunikationsunternehmen auf die sogenannte Schwarze Liste der Vereinigten Staaten. Google entzog daraufhin dem zweitgrößten Smartphone-Hersteller der Welt die Android-Lizenz. Es war ein Debakel für den Konzern: Die Nutzer waren verunsichert, die Smartphone-Verkaufszahlen brachen zeitweise um 40 Prozent ein.

Zwar erließ die US-Regierung eine dreimonatige Schonfrist für den Handel mit Huawei, die bis zum 16. November verlängert wurde. Diese gilt jedoch nur für bereits auf dem Markt erhältliche Geräte. Die neue Mate-30-Generation ist somit von der Sonderregelung ausgenommen.

Unklar ist angesichts der aktuellen Situation, ob Huawei die Markteinführung des Mate 30 verschieben wird oder ob das Telefon gar mit dem eigenentwickelten Betriebssystem Harmony OS ausgeliefert wird. Zwar könnte Huawei das Gerät in Europa auch mit Android-Betriebssystem, aber ohne integrierte Google-Apps verkaufen - mit dieser Umsetzung wäre das Gerät angesichts der starken Konkurrenz aber wohl zum Scheitern verurteilt.

cf