HOME

Safer Internet Day: Wie Sie das Smartphone vom Nachwuchs kindersicher machen

Für unbedarfte Kinder lauern im Internet zahlreiche Gefahren. Kein Wunder, dass sich viele Eltern um das Smartphone-Verhalten der Kleinen sorgen. Hier erfahren Sie, wie man mit wenig Aufwand mehr Sicherheit erreicht.

Die Kinder vor dem Smartphone zu schützen, ist gar nicht so leicht

Die Kinder vor dem Smartphone zu schützen, ist gar nicht so leicht

Getty Images

Ob über Youtube, Spiele-Apps, Tiktok oder das klassische Web: Kinder sind immer früher online unterwegs. Der vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz jährlich veranstaltete Safer Internet Day soll Kinder und Erwachsene für die zahlreichen Gefahren und Probleme sensibilisieren, der Schwerpunkt liegt dieses Jahr etwa auf der Macht der Influencer. Im Alltag dürfte in den meisten Familien aber eine praktischere Frage viel wichtiger sein: Wie bekommt man die Smartphones des Nachwuchses kindersicher?

Hören Sie hier, was Eltern beachten sollten, wenn ihre Kinder ein Smartphone haben:

Denn so sehr es vielen Eltern auch nicht behagt: Das Alter, in dem Kinder ein eigenes Smartphone bekommen, sinkt immer weiter. Letztes Jahr hatten schon 75 Prozent der Zehnjährigen ein eigenes Gerät, meldete der Branchenverband Bitkom. Während sich der Konsum Zuhause noch gut kontrollieren lässt, ist das beim Smartphone unterwegs schon deutlich schwieriger. Dabei lassen sich iPhones und Android-Geräte mit einfachen Mitteln deutlich kindertauglicher einrichten.

+++ Stiftung Warentest warnt: So gefährlich sind beliebte Kinder-Spiele +++

So gut die Einschränkungen auch funktionieren, vollständig schützen können sie das Kind nicht. Immer wieder gibt es Inhalte, die durch Filter gelangen. Soziale Netzwerke und Chat-Apps erlauben es zudem, viele Inhalte-Schranken zu umgehen, wenn etwa jugendgefährdende Inhalte in Chats geteilt werden. Auch vor Mobbing über solche Kanäle können technische Mittel nicht schützen. Die wichtigste Schutzmaßnahme ist daher, regelmäßig mit dem Kind über seine Aktivitäten und Erfahrungen zu sprechen.

Kindersicher: So geht's beim iPhone

Nutzen Kinder und Eltern ein iPhone, kann man das Gerät sogar mit Bordmitteln kindertauglicher machen. Dazu öffnet man auf dem iPhone der Eltern in den Einstellungen die iCloud-Optionen und wählt "Familienfreigabe". Nun kann man Familien-Mitglieder über deren Account hinzufügen oder ein neues Kinder-Konto einrichten. Beim Hinzufügen wird gleich festgelegt, ob es sich um Kinder oder Erziehungsberechtigte handelt. 

Danach haben die Eltern zahlreiche Möglichkeiten, die Aktivitäten der Kinder einzuschränken und zu kontrollieren. So kann man etwa festlegen, dass Kinder sich für die Installation einer App eine Genehmigung einholen müssen. Unter "Bildschirmzeit" findet sich etwa eine genaue Auflistung, wie lange welche Apps genutzt wurden. Hier kann man auch reglementieren, zu welchen Zeiten das Smartphone genutzt werden darf, und welche Zeitlimits für einzelne Apps oder Kategorien wie Spiele bestehen. Möchte das Kind mal länger spielen, kann es eine entsprechende Anfrage an die Eltern senden. Bestimmte Apps wie SMS, Anrufe oder auch die Kamera kann man bewusst von diesen Limits ausnehmen.

Unter "Beschränkungen" lässt sich das Höchstalter für Inhalte im Internet, bei Videoinhalten oder Serien bestimmen. Zudem lässt sich unter "Kommunikationslimits" die Kommunikation mit bestimmten Kontakten beschränken oder ganz verbieten. Und: Die Eltern können sich auch die Option einräumen, Kontakte ganz zu aus dem Adressbuch des Nachwuchses zu streichen. 

Ein GPS-Tracking der Kinder ist ebenfalls möglich. In den iCloud-Einstellungen muss man dazu auf dem iPhone des Kindes unter "Wo ist" die Standort-Freigabe einschalten. Aber: Die Kinder können das auch selbst abschalten. Eine heimliche Variante gibt es nicht, Apple setzt hier auf gegenseitiges Vertrauen.

Tipps zum Umgang mit einzelnen Apps finden Sie unten.

Android-Smartphones: So funktioniert der Kinderschutz

Auch Geräte mit Googles Betriebssystem Android lassen sich schützen. Dazu muss man zunächst auf beiden Geräten die App Family Link herunterladen. Die App stammt von Google selbst und liegt in Varianten für Kinder und Eltern (hier auch für iPhones) vor. Einmal installiert, erlaubt sie es, weitreichende Kontrollmechanismen für das Kinder-Smartphone nachzurüsten. Will man die App auf bereits benutzten Accounts von Jugendlichen über 13 installieren, sollte man mit denen vorher sprechen: Sie können die Schutzfunktionen nämlich selbst wieder abstellen. In einem extra über die App eingerichteten Kinder-Account geht das nicht.

Frau zeigt Mann etwas auf dem Smartphone

Die Bedienung der App ist weitgehend selbsterklärend. Wie beim iPhone kontrollieren die Eltern über Family Link, welche Apps installiert werden dürfen, wann und wie lange die Kinder ihr Smartphone benutzen können. Gut: Auch spontan lassen sich die Geräte sperren - etwa wenn das Familienessen auf dem Tisch steht. Die Ortung des Kindes ist ebenfalls möglich. 

Generelle Altersbeschränkungen erlaubt Google Family Link zwar nicht, die anzeigbaren Webseiten in Google Chrome und in Websuchen lassen sich aber altersgerecht beschränken. 

So schränken Sie wichtige Apps ein

Das Thema Apps ist für Eltern schwierig. Obwohl auch Kinder Dienste wie Whatsapp oder Instagram nutzen wollen, dürfen sie das eigentlich gar nicht. Für Instagram oder die Hype-App Tiktok liegt das Mindestalter etwa bei 13 Jahren, Whatsapp darf man gar erst mit 16 Jahren benutzen. Hier sollten Eltern unbedingt das Gespräch mit den Kindern suchen und abwägen.

Bei vielen Apps lässt sich immerhin eine Kindersicherung aktivieren. So schaltet man bei Youtube in den Einstellungen mit dem "Eingeschränkten Modus" etwa einen Filter für anstößige Inhalte ein, der viele beliebte, aber kaum kindertaugliche Inhalte ausblendet. Auch Spotify erlaubt es, unter "Unangemessene Inhalte" zu vulgäre Lieder zu verbieten. Das funktioniert für deutschsprachige Nutzer nur bedingt, da die Beschränkungen in erster Linie auf amerikanischen Maßstäben beruhen. Während viele Lieder mit englischsprachigen Texten für die Kinder gesperrt sind, bleibt der für die Kleinen deutlich besser verständliche Deutschrap oft trotz zahlreicher Kraftausdrücke und problematischer Themen wie Drogen weiter abrufbar.

Quellen: Bitkom, Klicksafe, Apple, Google