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Dogspectus Neuer Erpressungs-Trojaner sperrt Smartphones


Erpressung-Trojaner wie "Locky" verbreiten sich. Nun ist ein neues Exemplar aufgetaucht. "Dogspectus" macht Android-Smartphones unbrauchbar - durch einen einzigen Besuch einer verseuchten Webseite.

Eigentlich gibt es Erpressungs-Trojaner schon seit Jahren, in den letzten Monaten entwickeln sich "Locky" und Co. aber zur echten Plage für Internet-Nutzer. Jetzt sind auch Smartphones ins Visier gerückt: Der neue Schädling versucht Android-Handys und fordert ein Lösegeld. Verbreitet wird er über verseuchte Webseiten.

Die Sicherheits-Experten von "Blue Coat" haben den Trojaner nur zufällig entdeckt und "Dogspectus" getauft. Das berichten sie in einem Blog-Eintrag. Ein Test-Gerät wurde beim Aufrufen einer Webseite über ein verseuchtes Werbebanner infiziert. Dann lud sich im Hintergrund der Trojaner herunter und sperrte das Gerät. Das Besondere: Anders als bei bisherigen Schädlingen musste Dogspectus dazu nicht den Nutzer austricksen. Normalerweise müssen die nämlich über falsche Meldungen zur Zustimmung gebracht werden. Nur so können sie die Sicherheitsmaßnahmen umgehen. Dieser Schädling schafft das ganz alleine.

200 Dollar Lösegeld

Ist der Trojaner aktiv, kann der Besitzer sein Smartphone nicht mehr entsperren. 200 US-Dollar (etwa 177 Euro) Lösegeld werden verlangt, zu zahlen in iTunes-Gutscheinen. Drei Tage gibt ein heruntertickender Countdown dafür Zeit. Zum Glück müssen die Nutzer das nicht zwangsläufig zahlen, um ihre Daten zu retten.

Denn anders als ähnliche Programme verschlüsselt Dogspectus die Dateien auf dem Smartphone nicht. Schließt man es an einen Computer an, lassen sich alle Dateien hinüberkopieren. Danach kann das Betriebssystem auf den Ursprungszustand zurückgesetzt werden - und der Schädling ist verschwunden. Einfach ein neues System auszuspielen, hilft aber nicht. Das Zurücksetzen ist unumgänglich.

Viele Smartphones sind durch Trojaner gefährdet

Betroffen sind nur Geräte mit alten Android-Versionen vor Version 5.0. Das sind allerdings immer noch mehr als 60 Prozent der Android-Nutzer. Und die meisten der älteren Geräte dürfen in der Regel nicht auf ein Update hoffen, die Gefahr bleibt also bestehen. Wer ein neueres Gerät hat, braucht sich nicht vor Dogspectus zu fürchten. Alle anderen sollten zumindest auf einen aktuellen Browser wie Google Chrome wechseln, um wenigstens einen Teil der Angriffsfläche zu reduzieren, empfiehlt Blue Coat.


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