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"Session Replay": Viele bekannte Apps zeichnen alles auf, was man tut - inklusive sensibelster Daten

Eine Studie zeigt, dass viele Apps genau aufzeichnen, was auf dem Smartphone passiert - inklusive aller Wischer und Eingaben - und es dann auf Server laden. Die Kunden merken davon nichts. Nun hat Apple reagiert.

Smartphones beherbergen intimste Informationen

Smartphones beherbergen intimste Informationen

Getty Images

Ein Update mit Apples Reaktion finden Sie am Ende des Artikels.

Das Smartphone ist wohl das persönlichste technische Gerät, das es je gab. Von intimsten Gesprächen und Bildern, über Shopping und Urlaub, bis zu Arbeits-, Bank- und Steuerinformationen findet sich bei vielen Nutzern quasi das ganze Leben auf den kleinen Geräten. Umso gruseliger die Vorstellung, dass Apps alles aufzeichnen, was auf dem Gerät geschieht.

Doch genau das passiert, berichtet das Portal "Techcrunch". Demnach speichern eine Reihe von Apps jede Eingabe, jedes Wischen und jeden Tipper. Auch große Anbieter wie Expedia, Abercrombie & Fitch oder Hotels.com sollen auf diese Dienste zurückgreifen und fleißig mitschneiden, was in den jeweiligen Apps passiert. "Stellen Sie sich vor, Ihre Webseite oder Mobil-App ließe Sie genau sehen, was Ihre Nutzer in Echtzeit tun und warum sie es tun. Das ist nicht nur hypothetisch möglich, sondern wirklich umsetzbar", twitterte etwa der Anbieter Glassbox.

Das steckt hinter "Session Replay"

Die Technologie nennt sich "Session Replay" und wird auch auf vielen Webseiten verwendet (hier erfahren Sie mehr dazu). Eigentlich dient sie einem nachvollziehbaren Zweck: Die genaue Analyse der Nutzung erlaubt es den Anbietern, die Webseiten und Apps so zu optimieren, wie sie von den Nutzern tatsächlich benötigt werden. Auch Fehler und Probleme lassen sich so theoretisch schneller finden.

Das große Problem dabei: Die Nutzer werden in der Regel nicht über die Schnüffelei informiert. Laut "Techcrunch" fand sich bei keinem der untersuchten Angebote in den Nutzungsbedingungen ein Hinweis, dass Session Replays eingesetzt werden und die Nutzungsdaten an Server der App-Betreiber oder der Analyse-Firma gesendet werden.

Geheime Informationen im Klartext

Auch das Aufnahmeverfahren an sich ist nicht so sicher, wie es die Betreiber gerne darstellen. Zwar betont Glassbox, dass nur Informationen in der App selbst aufgezeichnet werden - also keine Gespräche, Chats oder andere Aktivitäten aus anderen Apps - und außerdem sensible Daten wie Kreditkarten-Informationen geschwärzt würden. In der Praxis fand "Techcrunch" aber durchaus Fälle, in denen das schiefging.

So versagte die App der Airline Air Canada ausgerechnet dabei, die Eingaben beim Kreditkarten-Feld zu schwärzen. Die App übertrug daher klar lesbare Kreditkarten-Informationen der Nutzer an den Server von Glassbox - ohne dass die Kunden davon je etwas erfuhren. Bei vielen anderen Apps habe die Maskierung der Daten zwar auch versagt, schreibt "Techcrunch", solch wertvolle Informationen wie Kreditkartendaten seien aber nicht übertragen worden. Vorkommen kann es allemal: Der Session-Replay-Anbieter Mixpanel hatte in der Vergangenheit reihenweise ganze Sätze aus Passwort und Nutzername durch das Netz geschickt, wie "Wired" berichtete.

Aus Nutzersicht ist vor allem die mangelnde Transparenz ärgerlich. Die App-Anbieter informieren die Kunden nicht darüber, dass deren Daten aufgezeichnet und herumgeschickt werden, eine Möglichkeit, die Funktion abzuschalten, gibt es nicht. Dass die Anbieter die Funktion so wenig kommunizieren hat nach "Techcrunchs" Einschätzung einen einfachen Grund: "Sie wissen selbst, wie gruselig das alles ist."

Update 8. Februar 2019, 9:46: Apple reagiert

Apple hat auf den Bericht reagiert und die Entwickler der Apps per E-Mail angeschrieben, das berichtet "Techcrunch". Sie werden aufgefordert, die Nutzer deutlich über die Spionage zu informieren oder die Funktion ganz zu entfernen - andernfalls drohe der Rauswurf aus dem App Store. Apple gab den Entwicklern demnach weniger als einen Tag Zeit, eine aktualisierte Version der Apps zur Prüfung bei Apple einzureichen.

Quellen: Techcrunch, Wired, Twitter

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.