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Handy-Panne: Valentinsgrüße aus dem Jenseits: Tausende Amerikaner erhalten verstörende SMS

Beim Blick auf ihre Smartphones trauten viele Kunden der großen Mobilfunkanbieter in den USA zuletzt kaum ihren Augen. Da poppten reihenweise merkwürdige Nachrichten auf - abgeschickt von Verstorbenen.

Geister-SMS bei vielen US-Handynutzern

Rätselhafte Valentinstagsgrüße aus dem Jenseits: Zigtausende US-Amerikaner erhielten zuletzt verstörende SMS.

DPA

Der Schreck muss der Twitter-Nutzerin mächtig in die Glieder gefahren sein. "Ich habe gerade eine Nachricht von meiner besten Freundin bekommen", twitterte Userin KribHoe. Und dann weiter: "Es ist nur so: Sie ist seit Februar tot."

SMS-Nachrichten wie diese haben in den vergangenen Tagen zigtausende US-Amerikaner erhalten. Oft handelte es sich um Grüße zum Valentinstag - mitten im Februar. Und nicht selten waren Grüße oder kurze Nachrichten darunter, die von Handys verstorbener Personen kamen. SMS aus dem Jenseits? Kein Wunder, dass viele Betroffene in den sozialen Medien äußerst verstört reagierten: "Ich bin total fertig", gestand Userin KuribHoe.

"Wegen sexueller Belästigung angezeigt?"

Die Geschichte ging in den USA durch die Medien. Doch längst nicht jeder, der zuletzt zwischen New York und San Francisco merkwürdige Kurznachrichten aufs Smartphone bekam, hatte es gleich mit Lebenszeichen von Verstorbenen zu tun. Verstörend genug allerdings ein anderes Beispiel. Ein Ehemann erhielt von seiner Frau eine Nachricht, in der sie fragt: "Wurde ich wegen sexueller Belästigung angezeigt?" Und manchmal meldete sich einfach der Ex und SMSte, dass er es nicht erwarten könne, die Angebetete am Abend endlich zu sehen. Dumm nur, wenn man seit Monaten nicht mehr miteinander geredet hat. Etliche Betroffene berichteten, dass Freunde und Familienmitglieder Nachrichten erhalten hätten, die sie definitiv nicht abgeschickt hätten.

Ob T-Mobile, Verizon, AT&T oder Sprint - Kunden nahezu aller großen Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Staaten wurden mit Geister-Nachrichten genervt. Die Lösung des Rätsels lag jedoch auf den Servern eines technischen Dienstleisters der großen Anbieter. Die Firma Syniverse musste in einer Stellungnahme zu den Vorfällen zugeben, dass es bei Wartungsarbeiten zu einer Panne gekommen sei. Dabei seien mehr als 168.000 zuvor nicht zugestellte SMS irrtümlich an die Kunden ausgeliefert worden, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg die Mitteilung. Offenbar lagerten die SMS auf den Syniverse-Servern seit Februar - daher auch die Vielzahl an Valentinsgrüßen. Das Unternehmen versprach natürlich, daran zu arbeiten, dass es zu einer solchen Panne nicht mehr kommen werde.

Geister-SMS hatten auch positive Seiten

Die Geister-SMS hatten übrigens nicht für alle Empfänger negative Folgen. So mancher berichtete, dadurch biespielsweise wieder in Kontakt mit verloren geglaubten Freunden gekommen zu sein. Twitter-Userin KuribHoe allerdings haderte sehr mit der Sache. Die Nachricht von ihrer verstorbenen Freundin habe sie gerade dann erreicht, "als ich dachte, dass sich die Lücke langsam schließe und es mir wieder gut gehe", twitterte sie.

Quellen: "The Verge", "Huffington Post", "Bloomberg", "Daily Mail"

dho
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