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Küchengeräte: Stiftung Warentest prüft Backöfen – eine Funktion wird besonders teuer

Backen und Grillen können die meisten Backöfen gut, und das schon zu Preisen ab 360 Euro. Soll sich der Ofen aber selbstständig reinigen, wird es teuer. Die sogenannte Pyrolyse brennt den Schmutz weg, kostet aber einen deutlichen Aufpreis.

Im Backofen kann man die leckersten Gerichte zaubern, leider ist die Reinigung aufwändig.

Im Backofen kann man die leckersten Gerichte zaubern, leider ist die Reinigung aufwändig.

Getty Images

Die Stiftung Warentest hat Backöfen auf dem Prüfstand gehabt. Insgesamt sind die Tester mit den Ergebnissen zufrieden: Trotz höherer Anforderungen schnitten die Geräte besser ab, als die Backöfen in den Vorjahren. Das Leistungsniveau ist aber nicht einheitlich. Ein Gerät von Beko und ein – allerdings sehr günstiger – Backofen von Ikea erreichten nur ein befriedigendes Ergebnis – angesichts der genannten Defizite, sollte man wohl besser vom Kauf absehen, denn es gibt genügend gute Geräte.

Reinigung wichtiges als bei anderen Geräten

Zentral im Test und im Haushalt sind drei Disziplinen: Backen, Grillen und die Reinigung. Das Reinigen eines Backofens gehört zu unangenehmeren Dingen im Haushalt und lässt sich nicht mit der Reinigung anderer Haushaltsgeräte vergleichen. Lässt man das Säubern längere Zeit aus, bilden sich eklige Krusten und Schlieren aus Fettspritzern an den Wänden, mit jedem Backvorgang verhärten sie sich und sind später nur sehr schwer wieder zu entfernen. Das Hantieren mit speziellen Backofensprays ist auch alles andere als eine Freude, zumal man häufig auf den Knien vor dem Gerät herumrutschen muss.

Schrubben oder Automatik?

Die Industrie bietet dafür allerdings eine Lösung an: selbstreinigende Backöfen. Mit der sogenannten Pyrolyse-Funktion wird der Innenraum des Herdes mühelos wieder sauber. Die Pyrolyse ist ein spezielles Programm, mit dem der Backofen so stark erhitzt wird, dass die Schmutzreste zu Asche verbrennen. Vor der Reinigung muss man das Gestell des Auszuges entfernen. Nach dem Ende des Reinigungsprogramms wird der Staub einfach ausgewischt. Im Bereich der Frontscheiben funktioniert das häufig nicht mit absoluter Perfektion, sonst überzeugen die Ergebnisse. Kurzum: Wer einen makellosen Backofen ohne Mühe haben will, kommt um die Pyrolyse nicht herum.

Das Problem: Diese Funktion bieten nur die teuren Geräte im Test. Außerdem verbraucht eine Reinigung viel Strom. Die Warentester rechnen mit Kosten von 1,30 Euro pro Reinigung. Allerdings sind auch Backofensprays weder billig noch umweltfreundlich. Vereinfacht kann man sagen: Die patente Reinigung kostet 200 Euro mehr. Für die Geräte, die in der Unterdisziplin Reinigung ein "Gut"" erhalten haben, muss man mehr als 600 Euro ausgeben. Wer auf die Funktion verzichtet, kann auch einen guten Ofen im Bereich um 400 Euro erhalten.

Gut geht auch günstig

Beim Thema Backen erhalten sieben Geräte sogar ein "Sehr Gut". Wer gern mit dem Backofen grillt, für den wird die Auswahl kleiner: Hier gibt es nur zwei sehr gute Geräte – doch beide bieten keine Pyrolyse. Schade, denn gerade das Grillen von fettem Fleisch schmutzt den Backofen ein. Testsieger wurde der Bosch HBG632TS1. Das Gerät kostet 530 Euro, die Backfunktion ist sehr gut. Auch die Handhabung der Teleskopschienen überzeugte. Nur: Bei ihm muss von Hand gereinigt werden.

Auf dem vierten Platz kam ein weiteres Bosch-Gerät. Für 645 Euro bietet der HBG675BS1 auch eine automatische Reinigung. Die Grundreinigung mit Pyrolyse sei sehr gut, sagen die Warentester. Etwas besser schnitt allerdings der zweitplatzierte Neff B55CR22N0 ab, er hat ebenfalls eine sehr gute Reinigung mit Pyrolyse, kostet allerdings auch satte 790 Euro. Die Note Gut gibt es auch deutlich billiger, dann aber ohne automatische Reinigung: Der KBO 42221 von KBO 42221 kostet 350 Euro und kann sich der günstigste Gute nennen. Der Ofen backt und grillt gut, ist dabei aber recht laut.  Im Test sind ausschließlich Backöfen ohne Kochfelder.

Den ganzen Test können Sie hier gegen eine kleine Gebühr nachlesen