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Kampfdrohnen: Exportschlager - Die mächtigste Killerdrohne der Welt kommt aus China

Peking hat die Kampfdrone CH-5 vorgestellt. Sie hat 24 Raketen an Bord und schafft 10.000 Kilometern Reichweite. Anders als die USA verkauft China an jeden Staat, der eine bestellen will.

Die CH-5 wurde als System mit umfassenden Einsatzspektrum entwickelt.

Die CH-5 wurde als System mit umfassenden Einsatzspektrum entwickelt.

Was Obama kann, kann Genosse Xi schon lange. Peking macht den USA seit einigen Jahren beim Thema Killerdronen Konkurrenz. Nun hat China die größte und mächtigste Kampfdrohne der Welt auf der China International Aviation & Aerospace Exhibition in Zhuhai vorgestellt,

Schon die Eckdaten stellen Superlative auf: Die Flügelspannweite misst 21 Meter, 60 Stunden soll die CH-5 in der Luft bleiben können. Derzeit liegt die Reichweite bei 6500 Kilometern, sie soll aber auf 10.000 Kilometer gesteigert werden. Die Nutzlast liegt bei 1000 Kilometern, das reicht für 24 Raketen chinesischer Bauart. In Planung befindet sich eine Variante, die 120 Stunden in der Luft bleiben kann und deren Reichweite 20.000 Kilometer betragen soll. Um die Dimension einzuordnen: Von Peking nach Berlin sind es etwa 8000 Kilometer.

Kampfansage an die USA

Shi Wen, der Chefingenieur der ganzen CH-Drohnen-Familie sprach mit ChinaDaily vor der Messe. "Die CH-5 kann alle Operationen ausführen, die die amerikanische MQ-9-Reaper beherrscht, und sie ist, was Flugdauer und Effizienz angeht, überlegen."  Es wird angenommen, dass Shi Wen bei der Konzeption  besonderen Wert auf ein genügsames Triebwerk gelegt hat, um so die Einsatzdauer zu erhöhen.

Auf der Messe war die CH-5 mit 16 Raketen ausgerüstet.

Auf der Messe war die CH-5 mit 16 Raketen ausgerüstet.

Agressives Exportprodukt

Das chinesische Programm an Kampfdrohnen macht den USA zusehend Kopfschmerzen. Unter Präsident Obama ist der Einsatz der umstrittenen Killermaschinen extrem ausgeweitet worden. Die USA sind aber sehr zurückhaltend darin, diese Waffen komplett in die Kontrolle anderer Staaten zu geben. Diese Zurückhaltung kennt Peking nicht. Die Kampfdrohnen sind ein Export-Produkt. Die kleineren Vorgänger CH-3 und CH-4 sollen bereits in zehn Staaten geliefert worden sein. Die irakischen Streitkräfte setzen sie im Kampf gegen den IS ein (siehe das eingebettete Video). Shi sagte: "Mehrere Länder haben bereits Interesse am Kauf der CH-5 angemeldet und wir sprechen mit ihnen." Er widersprach Meinungen, dass es sich bei der CH-Serie um Billigprodukte handle, und bekräftigte, dass China plane, Technologieführer in diesem Bereich zu werden.

Weitreichende Einsatzmöglichkeiten

Shi Wen betonte in seinem Statement mehrmals die Terrorismusbekämpfung als Einsatzzweck der Drohne. Aufgrund von Reichweite und Nutzlast eignet sich die CH-5 allerdings auch perfekt als Erstschlagswaffe gegen militärische Ziele. Darüber hinaus muss die CH-5 nicht als Killerdrohne eingesetzt werden. Sie kann auch Ausrüstungsmodule zur elektronischem Kriegsführung tragen, zur Luftüberwachung eingesetzt werden und als Kommandomodul genutzt werden. Möglichen Kunden verspricht der Chefingenieur günstige Preise, hohe Verlässlichkeit, ein Führungssystem, das zu den Vorgängern kompatibel ist, plus einen weitgehenden Technologietransfer. Allesamt Dinge, die Washington nicht im Angebot hat.

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