HOME

Ekranoplane : Die "Ente" und das "Monster" sollten die Flotten der Nato zerschmettern

Sie flogen mit 500 km/h wenige Meter über dem Meeresspiegel und hatten eine tödliche Fracht. Mit ihren Sunburn-Raketen konnten die Ekranoplane der UdSSR ganze Flotten zerstören.

Die Ärodynamik eines Ekroplans baisert auf einem rollenden Luftkissen unter den Flügeln.

Die Ärodynamik eines Ekroplans baisert auf einem rollenden Luftkissen unter den Flügeln.

Hersteller

Zur Zeit der Sowjetunion hat das Militär gigantische Ekranoplane entwickelt. Das größte je gebaute Modell ist das Objekt "KM" – besser bekannt als das Kaspische-See-Monster. Es wurde Mitte der 60er-Jahre in Dienst gestellt. Als Einzelstück. 1980 sank das Seemonster, als der Pilot versuchte, KM ohne den nötigen Schub zu starten, da kippte das Monster nach vorn und versank. Ende der Siebzigerjahre wurde die kleinere aber ebenso leistungsfähige Lun-Klasse – die "Ente" - in Dienst gestellt. Diese Jets wurden als Flotten-Zerstörer entwickelt und waren mit schweren Anti-Schiffsraketen bestückt. Sie wurden 550 km/h schnell, die Reichweite betrug 2000 Kilometer.

Die Enten trugen je sechs SS-N-22 Sunburn-Raketen (P-80 Moskit und P-270 Moskit-M). Die Raketen hatten über 120 bzw später 160 Kilometer Reichweite. Damals war das ein herausragender Wert. Der Gefechstkopf der etwa vier Tonnen schweren Waffe wog über 300 Kilogramm. Er war so konzipiert, dass er die Schiffswand mittschiffs durchschlagen sollte – erst im gegnerischen Schiff sollte der Gefechtskopf dann detonieren. Durch seine Dimension hätte ein Treffer ein Schiff von der Größe eines Zerstörers sofort ausgeschaltet. Die nukleare Variante der Sunburn hätte einen ganzen Flottenverband zerstören können.

Wegen des extremen Tiefflugs der Rakete und einer Vorwarnzeit von unter 20 Sekunden gab es gegen die Sunburn keine Gegenwehr.

Ekranoplane : Die "Ente" und das "Monster" sollten die Flotten der Nato zerschmettern
Die Ärodynamik eines Ekroplans baisert auf einem rollenden Luftkissen unter den Flügeln.

Die Ärodynamik eines Ekroplans baisert auf einem rollenden Luftkissen unter den Flügeln.

Hersteller

Das Ende des Programms

Anfang der 90er-Jahre wurde das Projekt der militärischen Ekranoplane nach dem Zerfall der UdSSR eingestellt. Der Vorteil so eines Bodeneffekts-Flugzeugs liegt in der Kombination einer hohen Geschwindigkeit, einer sehr großen Nutzlast und einem – im Vergleich zum Flugzeug – geringen Treibstoffverbrauch. Derartige Konstruktionen sind trotz der kurzen Flügel im Prinzip fähig, auch frei zu fliegen. Ihren optimalen Betrieb erreichen sie jedoch knapp oberhalb der Oberfläche. Dann baut sich unter den Stummelflügeln eine Luftwalze auf, auf der der Ekranoplan reitet. Darum sind diese Fahrzeuge auch auf Wasser oder Eis als Reiseroute angewiesen. Über Land würde die Luftwalze eine Spur der Verwüstung hinter sich ziehen. Bei hoher Geschwindigkeit wirkt das rotierende Luftkissen wie ein Festkörper – so, als würde eine riesige Betonwalze über das Land rollen. In der Sowjetunion wurden diese Stummelflügler ursprünglich entwickelt, weil das Land viele Gewässer und Flüsse besitzt, aber nur wenige Straßen. Im zivilen Bereich wurden die kleineren Modelle dann aber von den vielseitiger einsetzbaren Hubschraubern verdrängt.

Im militärischen Bereich hat die geringe Flughöhe einen weiteren Vorteil: Vom gegnerischen Radar können Ekranoplane nur sehr spät entdeckt werden, solange das Radar am Boden oder auf Schiffen stationiert sind. Auf weite Entfernung können Ekranoplane nur aus der Luft entdeckt werden.

Lesen Sie auch:

Anregung aus "Star Trek" – lautloses Flugzeug ohne Turbine und Propeller gestartet

Ekranoplan Airfish 8 - surfen über den Wellenkämmen

Riesiges Flugboot soll Schiffbrüchige retten und die U-Boote der USA vertreiben

Themen in diesem Artikel