HOME

Stern Logo Technik

Militär-Helme: Die Zeit des Stahlhelms geht zu Ende – das trägt der Soldat der Zukunft auf dem Kopf

Der klassische Stahlhelm hat ausgedient. Bessere Materialien und der Wunsch, auch Augen und Gesicht zu schützen, verwandelt Soldaten optisch in Kampfmaschinen wie aus einem Science-Fiction-Film.

Der Devtac Ronin bietet einen umfassenden Gesichtsschutz, aber kaum jemand dürfte ihn den ganzen Tag tragen wollen.

Der Devtac Ronin bietet einen umfassenden Gesichtsschutz, aber kaum jemand dürfte ihn den ganzen Tag tragen wollen.

Paradox: Die Helme der Zukunft sehen aus wie die Helme der antiken Vergangenheit – sie schützen den Kopf rundum und verstecken das Gesicht des Kämpfers. Je nach Modell erinnern sie an Insekten-Krieger, Stormtrooper aus Star Wars oder griechische Hopliten. 

Britische Soldaten mit neuen Helmen

Die heutigen Militärhelme haben sich seit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg in Form und Material etwas verändert, aber eins ist gleichgeblieben: Sie schützen Kopf und Nacken, lassen Gesicht, Schläfen, Stirn und Hals weitgehend frei. Der Grund ist relativ einfach: Die Vorzüge eines Rundumschutzes wiegen die Nachteile eines Integralhelms bisher nicht aus. Neben der Einschränkung des Sehfeldes wirken sich vor allem Luftstau und Erhitzung unter einem geschlossenen Helm auf. In den Schlachten des Mittelalters starben manchmal mehr Ritter am Hitzschlag unter ihren Rüstungen als durch die Schwerter der Gegner.

Mehr Schutz - mehr Technik

Heute soll moderne Technik diese Einschränkungen verhindern und im Gegenteil zu einer Erweiterung der biologischen Fähigkeiten führen. Zuerst einmal soll der Helm den Informationsfluss im Team verbessern. Funkverbindung ist ein Standard, zudem sollen weitere Informationen bei Bedarf in das Display eingeblendet werden. Das kann die Kamera einer Drohne sein oder auch eine Visualisierung der Positionen der Teammitglieder. Integrierte Nachtsichtgeräte sollen die optische Wahrnehmung verbessern, Luftfilter vor Gasen schützen. 

Sieht zum Fürchten aus. Der Kampfanzug der Zukunft.

Sieht zum Fürchten aus. Der Kampfanzug der Zukunft.

Großer technischer Aufwand führt jedoch zu Problemen. Ein klassischer Helm funktioniert immer, ein High-Tech-Helm benötigt eine Stromversorgung, kann von Gegnern gestört werden oder ganz einfach ausfallen. Anzunehmen, dass diese Technik-Helme zuerst nur für Spezial-Truppen eingeführt werden. Also für Soldaten, die nur gut geplante und zeitlich begrenzte Einsätze absolvieren.

Angebliche SAS-Erprobung

Aber noch ist das Zukunftsmusik. Meldungen von Anfang August, dass Britanniens legendäre SAS-Truppe den Devtac Ronin Kevlar Level IIIA Tactical Ballistic Helmet erprobt, erwiesen sich als Zeitungsente. In Großbritannien wurde der Helm mit dem Insektoiden-Aussehen sogleich Boba-Fett-Helm getauft - nach dem berüchtigten Kopfgeldjäder der Star-Wars-Filme. Der Helm aus Kevlar soll sogar den Durchschlag einer 44er-Magnum-Patrone abwehren. Er ist frei erhältlich, wird aber derzeit im Kriegsgebiet nur von Söldnern benutzt.

Der Trend zu einer Art von Weltraumhelmen lässt sich weltweit beobachten. Vor kurzem hat die Nationaluniversität für Wissenschaft und Technik – ein Institut mit einer langen Tradition in der Entwicklung von Waffensystemen – in Moskau die Studie eines kompletten Kampfanzugs vorgestellt, natürlich inklusive eines Science-Fictions-Helms.

Revision Military  sagt, man sei nicht durch die Halo-Spiele inspiriert worden. Die Ähnlichkeit ist dennoch groß

Revision Military  sagt, man sei nicht durch die Halo-Spiele inspiriert worden. Die Ähnlichkeit ist dennoch groß

Rundum-Schutz erwünscht

Weniger futuristisch, aber praxisnäher ist der Zukunftshelm von Revision Military für das US-Militär. Er erinnert optisch an die Helme aus dem Spiel Halo, baut jedoch auf dem Design eines normalen Helmes auf. Der Helm lässt sich modular mit elektronischer Kommunikation und einem Heads-Up-Display aufrüsten. Als Kernfunktion bietet der Helm vor allem besseren Schutz – vor Kugeln, aber auch vor Granats- und Trümmersplittern.

Das dürfte auch das Ziel in der nahen Zukunft sein: Einen Helm zu entwickeln, der zuverlässig vor Gewehrkugeln schützt und zudem größere Partien des Kopfes umfasst. Dazu soll der Schutz vor herumfliegenden Trümmerteilen und Splittern oder auch nur vor stumpfer Gewalt etwa durch Trümmerteile deutlich verbessert werden. Damit auch Augen und Gesicht geschützt sind, werden diese Helme allesamt ein Visier besitzen. Eine Panzerung aus Kevlar- oder Keramikplatten wird dann unweigerlich zu einem Terminator-Aussehen führen. 

Billig ist der Spaß allerdings nicht. Der Ronin-Helm kostet mit Maske etwa 2000 US-Dollar – irgendwelche Elektronik ist in dem Preis nicht enthalten. Der Bundeswehr Gefechtshelm Schuberth Combat 826 aus Aramidgewebe ist deutlich billiger – neuwertige Lagerexemplare werden für etwa 150 Euro gehandelt.

Kra
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?