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Zweiter Weltkrieg: Iljuschin IL-2 "Sturmovik" – der fliegende Panzer der Sowjets

Sie war tödlicher als die deutschen Stukas. Die Sturmovik war schwer bewaffnet. Ihre Piloten nannten sie liebevoll "Iljuscha" – denn kein Flugzeug schütze die Besatzung besser. Gegen deutsche Panzer setzt sie eine Geheimwaffe ein.

Sturmoviks 1945 über Berlin.

Sturmoviks 1945 über Berlin.

Hersteller

Luftkämpfe des Zweiten Weltkrieges? Da denkt jeder an die großen Luftschlachten zwischen den West-Alliierten und dem Deutschen Reich. Beim Thema Rote Armee fallen einem Panzer wie der T-34 ein oder Salvengeschütze wie die Stalinorgeln. Dass Moskau auch eine starke Luftwaffe hatte und unter anderem der erfolgreichste alliierte Jagdpilot, Iwan Nikitowitsch Koschedub, ein Sowjet war, wissen die wenigsten.

Dabei stammt sogar das meistgebaute Flugzeug der Welt aus der UdSSR. Es ist nicht die britische Spitfire oder die amerikanische P-51 und auch nicht der deutsche Jäger Me 109 – es ist die Iljuschin IL-2 Sturmovik. Von ihr wurden sagenhafte 36.163 Exemplare gebaut.

Zweiter Weltkieg: Tödlicher als die deutschen Stuka - die Iljuschin IL-2 "Sturmovik"
Ilyushin IL-2 über Berlin 1945.

Ilyushin IL-2 über Berlin 1945.

Die Sturmovik entschied Schlachten

Ohne Übertreibung kann man sagen: Diese Propellermaschine war kriegsentscheidend. Der US-Bomber B17 spielte eine entscheidende Rolle im Bombenkrieg über Deutschland. Die Sturmovik entschied ganze Schlachten und wurde zum Albtraum der deutschen Soldaten.  In der Schlacht im Kursker Bogen 1943 machten die Deutschen zum ersten Mal im großen Maßstab Bekanntschaft mit dem eisernen Vogel. Danach war es mit der deutschen Luftüberlegenheit im Osten vorbei.

Nicht zu zerstören

Dabei war die Iljuschin alles andere als flott. Mit einer Geschwindigkeit von nur 430 km/h war sie langsamer als jeder Jäger und nur unwesentlich schneller als das deutsche Gegenstück, die Ju-87 – genannt "Stuka". Ihr gegenüber hatte das russische Modell einen gewaltigen Vorteil. Die Besatzung saß in einer Art Badewanne aus Panzerstahl, und auch sonst war das Flugzeug extrem robust. Es widerstand auch heftigem Beschuss, selbst Treffer einer 20-mm-Kanone konnte die Sturmovik überstehen. Die Sowjets nannten sie "Fliegender Panzer" oder zärtlich "Iljuscha". Die Deutschen hatten auch Spitznamen für sie: Sie nannte Il-2 "Betonflugzeug" oder "eiserner Gustav".

Das führte dazu, dass Stalin während des Krieges 23.000 Flugzeuge verlor. Das entspricht etwa 45.000 Mann fliegendem Personal. Doch es fanden "nur" 8000 Besatzungsmitglieder den Tod. Die meisten überstanden den Absturz ihrer Maschine in ihrer Panzerwanne.

Anfangs war der Schlachtflieger eine leichte Beute für die deutschen Jäger, die ihn von hinten anflogen und beschossen. Doch als ein rückwärtiges Maschinengewehr eingebaut wurde, war es damit vorbei. Doch ohne Begleitschutz konnte die Iljuschin im Luftkampf kaum gegen die Messerschmitts und Focke-Wulff-Jäger der Deutschen bestehen. Ihre eigentliche Überlebenschance lag in der Robustheit der Konstruktion. Frustriert mussten die deutschen Piloten feststellen, dass das Betonflugzeug MG-Treffer einfach wegsteckte.

Bomben-Bünderl gegen Panzer

Gegenüber dem deutschen Sturzkampfbomber Ju-87 hatte das Konzept jedoch auch Nachteile. Die deutsche Maschine konnte sich aus großer Höhe fast lotrecht in die Tiefe stürzen. So konnte das Ziel exakt anvisiert werden. Erst kurz vor dem Boden riss der Pilot den kleinen Bomber wieder nach oben. Die IL-2 hingegen war nicht für diese Art von Sturzflug konzipiert, die Piloten mussten ihr Ziel aus niedriger Höhe und flachem Winkel angreifen. Das Bordwaffen Arsenal entsprach dem der deutschen Maschine. Es wurden auch Exemplare mit Waffengondeln für die 37-mm-Kanonen NS-37 ausgerüstet.

Mit einer vergleichbaren Bewaffnung erreichte der erfolgreichste Kampfflieger des Krieges, Hans-Ulrich Rudel, seine Erfolge. Wirkungsvoller war aber eine spezielle sowjetische Bewaffnung: Die Sturmovik warf Gruppen von Hohlladungsbomben ab, die einen Panzer vernichten konnten. In Einzelfällen wurden sechs Panzer mit einem Anflug ausgeschaltet. Diese Waffe war so erfolgreich, dass die Deutschen gezwungen waren, die Taktik ihrer Kampfpanzer zu verändern,die fortan nicht mehr in konzentrierten Gruppen angriffen. Von den deutschen Flugzeugen war die Focke Wulff 190 F der Iljuschin am ähnlichsten.

Die deutsche Führung und die deutsche Abwehr hatten die Fähigkeiten der UdSSR auch im Flugzeugbau massiv unterschätzt. Unter dem deutschen Ansturm musste die sowjetische Rüstungsindustrie überstürzt in den Osten des Landes verlagert werden. Doch als die unter unsäglichen Strapazen und mit großen Opfern in den weiten Osten verlegten Werke wieder produzierten, stellten sie wesentlich mehr Flugzeuge als die Deutschen in ganz West- und Mitteleuropa her. In einigen Monaten des Kriegsjahres 1943 wurden monatlich 1000 Flugzeuge abgeliefert – ein Viertel davon waren Sturmovik.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.