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Atomkraft NuScale - US-Atomaufsichtsbehörde genehmigt ersten modularen Mini-Reaktor

In dem Gebäude können bis zu 12 Module eingesetzt werden.
In dem Gebäude können bis zu 12 Module eingesetzt werden.
© PR
In Zukunft werden Atomreaktoren am Fließband hergestellt – in dem eigentlichen Kraftwerk werden die Module dann in Betrieb genommen. NuScale will seine ersten Minireaktoren schon 2029 in Betrieb nehmen.

Die US-Atomaufsichtsbehörde beginnt einen neuen Reaktortyp zu zertifizieren. Seit der Gründung 1974 ist der Reaktor von NuScale erst das siebte Modell, das diesen Prozess durchläuft. Doch in den nächsten Jahren wird eine ganze Flut von Genehmigungen erteilt werden. In den USA ist – anders als in Deutschland – die Renaissance der Kernkraft in vollem Gange. NuScale ist ein konventioneller Reaktor der vierten Generation. Das ist vielleicht nicht ganz so aufregend, wie die Versuche die Kernfusion zu erreichen, dafür aber sehr viel praktikabler. NuScale zeigt den Weg, den der Kraftwerksbau in Zukunft gehen wird. Der Hauptunterschied ist die Größe. Die alten Atomkraftwerke, wie sie überall noch in Betrieb sind, sind so groß wie Kathedralen. Ihre Dome erhebt sich jeweils über einem Großreaktor, der aus Einzelteilen an Ort und Stelle errichtet wird.

Fertigung in der Fabrik

Heutzutage geht das Interesse in Richtung von Mini-Reaktoren, die in einer Fabrik gebaut und als fertiges Modul in das Kraftwerk gebracht werden können. So kann die sensible Technik unter Reinraumbedingungen gefertigt werden. Durch eine Herstellung in Serie erhofft man sich mehr Präzision und weit geringere Kosten.

Dazu locken weitere Vorteile: Wartung und Entsorgung des Reaktors müssen nicht im Kraftwerk vorgenommen werden. Dort kann das Modul ausgetauscht werden. Für Arbeiten wird es dann zurück zum Hersteller gebracht. Auch das Know-how der Atomtechnik wird nicht weitergegeben. Das Modul wird vor Ort nur bedient. Auch ein Leasingmodell ist denkbar.

Jeder Leichtwasserreaktor hat die Form eines Zylinders. Der ist etwa 20 m hoch, hat einen Durchmesser von 2,7 m. Er erzeugt 77 Megawatt. Ein Kraftwerk kann zwischen vier bis zwölf davon betreiben. Sie werden mit einem Käfig in einem großen Wassertank aufgehängt. Das Werk käme dann auf eine Leistung zwischen 308 bis 924 Megawatt. Das Kraftwerk kann allein betrieben werden, eignet sich aber besonders zur Ergänzung von Stromnetzen, die primär mit erneuerbaren Energien arbeiten. Durch die Modulbauweise kann die Leistung des Werks einfach hoch- und wieder runtergefahren werden sollen.

Kein GAU möglich

In den Modulen selbst wie in allen Reaktoren der vierten Generation kann kein GAU – also eine unkontrollierte Kernschmelze – stattfinden. Im Notfall schaltet sich der Reaktor eigenständig ab, ohne dass ein Bediener oder ein Notfallsystem von außen eingreifen muss. Das erste Kraftwerk soll schon 2029 Strom produzieren, im Laufe des Jahres 2030 sollen dann alle sechs Module in Betrieb gehen.


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