HOME

Stern Logo Technik

Zusätzlich zum T-14 Armata: Putin lässt 3000 T-80 Panzer aus dem Depot modernisieren

Wladimir Putin hat bereits 2500 T-14 Armata Kampfpanzer bestellt, nun lässt er noch einmal 3000 T-80 komplett modernisieren. Fragt sich nur: Was will Moskau mit so vielen Panzern?

Schon der T-801 BV ist mit zusätzlicher reaktiver Panzerung versehen.

Schon der T-801 BV ist mit zusätzlicher reaktiver Panzerung versehen.

Von  der "Izvestiya" wurde in Russland berichtet, dass Putin bis zu 3000 Panzer vom Typ T-80 auf einen modernen Stand bringen will. Der T-80 ist der Vorgänger des aktuellen russischen Kampfpanzers (MBT) T-90. In seiner jetzigen Variante soll der T-90 allen westlichen Modellen zumindest ebenbürtig sein. Dann gibt es noch das Zukunftsmodell T-14 Armata, das sich derzeit im Anlauf der Massenproduktion befindet. Der T-14 soll allen anderen bisher gebauten Kampfpanzern deüberlegen sein. Geplant ist der Bau von 2500 Exemplaren für die russische Armee. Der T-80 hingegen galt als Auslaufmodell – noch etwa 550 Panzer stehen im Dienst. Die T-80-Reserve von über 3000 Stück rostet hingegen in Magazinen der Armee vor sich hin.

Kampfpanzer: Vom Leopard 2 bis zum T-14 - das sind die wichtigsten Panzermodelle
Der Leopard 2A6 kann sich in Vergleichsübungen der NATO Panzer regelmäßig gegenüber dem M1 Abrams durchsetzen. Hierbei kommt es aber vor allem auf die taktischen Fähigkeiten der Besatzung an. Im Panzerwettbewerb 2016 der USA hatten die beiden Army Teams mit ihren M1 keine Chance. Die drei Leopard-Mannschaften aus Deutschland, Dänemark und Polen belegten die ersten drei Plätze. Sieger wurde Deutschland.

Der Leopard 2A6 kann sich in Vergleichsübungen der NATO Panzer regelmäßig gegenüber dem M1 Abrams durchsetzen. Hierbei kommt es aber vor allem auf die taktischen Fähigkeiten der Besatzung an. Im Panzerwettbewerb 2016 der USA hatten die beiden Army Teams mit ihren M1 keine Chance. Die drei Leopard-Mannschaften aus Deutschland, Dänemark und Polen belegten die ersten drei Plätze. Sieger wurde Deutschland.

Rundum-Modernsierung

Gedacht ist nun an eine Rundumerneuerung. Der Spritverbrauch der Maschine soll deutlich gesenkt werden. Vermutlich soll aber an dem Antrieb durch eine Gasturbine festgehalten werden – T-90 und T-14 nutzen Dieselmotoren. Der Turbinen-Motor des T-80s soll besser unter extremen klimatischen Bedingungen arbeiten. Eine zusätzliche adaptive Panzerung soll den Panzer gegen moderne Lenkwaffen schützen. Zusätzlich soll er mit einem aktiven Abwehrsystem ausgerüstet werden. Die 125-mm-Glattrohrkanone wird wohl nicht ersetzt, aber vom modernen Sosna-U-Feuerleitsystem gelenkt. 

Das angesehene Fachmagazin "Janes.com" bestätigte inzwischen die Angaben der Izvestiya. Eine anonyme Quelle sagte dem Fachblatt: "In Übereinstimmung mit dem Programm wird die Überholung und Modernisierung der T-80BV im nächsten Jahr beginnen." Die Panzer werden dazu ins Werk des Herstellers Omsktransmash gebracht. Die Quelle sagte weiterhin, dass die Kampfkraft des Upgrades dem aktuellen T-90s sehr nahe kommen werde.

Viel Kampfkraft für wenig Geld

Oldtimer gezielt zu modernisieren, ist typisch für die russische Rüstung und wird bei Flugzeugen und Schiffen im großen Stil betrieben. Der Grund sind die Kosten: Für den Bruchteil des Geldes einer Neukonstruktion werden die Oldies auf einen modernen Stand gebracht. So auch hier. Offensichtlich ist aber, dass ein überarbeiteter T-80 nicht den konstruktiven Quantensprung des T-14 Armata einholen kann.

Unglaubliche Mengen an Kampfpanzern

Offen bleibt die Frage, was Moskau mit diesen Mengen an modernen Panzern will, alle drei Typen summieren sich auf 6000 Exemplare auf. Neben dem Einsatz in extremen Klimazonen wie der Arktis, werden die runderneuerten T-80 die Wartezeit auf den T-14 überbrücken. Außerdem wären sie ein Reservoir, mit dem Moskau seinen Verbündeten rasch aushelfen könnte. Und mit ihnen würden die Truppen der Reserve moderne Ausrüstung erhalten. Auf jeden Fall sind das gewaltige Zahlen, zumal nicht zu erkennen ist, dass der Westen diesen Stückzahlen mit überlegener Technik begegnen kann

Themen in diesem Artikel