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AMD Prozessoren Ryzen 7 3700X gegen Ryzen 5 5600X: Zwei AMD-Prozessoren im Vergleich

Der Ryzen 7 3700X wird in seinen Sockel gelegt.
Sockel auf, Ryzen 7 3700X hinein – so leicht funktioniert ein Prozessor-Upgrade.
© golubovy / Getty Images
Der Ryzen 7 3700X wird in diesem Jahr zwei Jahre alt. Ist das schon ein biblisches Alter für den Prozessor oder ergibt es Sinn, ihn heute noch zu kaufen, obwohl die Nachfolgegeneration auf dem Markt ist?

2020 war ein aufregendes wie ernüchterndes Jahr für Computer-Enthusiasten. AMD hat mit seiner neuen Prozessoren-Generation Intel vom Performance-Thron gestoßen. Der Preis dafür war eine so hohe Nachfrage der Chips, dass sie fast überall ausverkauft waren. Viele Kunden, die sich für AMD-Prozessoren interessieren, sind leer ausgegangen. Sie fragen sich, ob nicht auch die Vorgänger-Generation eine Alternative ist, dem Computer einen Leistungsschub zu verpassen.

Ryzen 5 5600X: Die neueste AMD-Generation

Der Ryzen 5 5600X kam am 5. November 2020 auf den Markt. Seine Familie markiert die letzten AMD-Prozessoren, die auf dem AM4-Sockel arbeiten. Im Vergleich zu seinem direkten Vorgänger, dem Ryzen 5 3600X, erhöhte AMD die unverbindliche Preisempfehlung zum Marktstart drastisch. AMD beziffert sie für den Ryzen 5 5600X auf 300 Euro. Der Ryzen 5 3600X kostete seinerzeit 265 Euro. Dafür bringen die neuen Prozessoren etwa 25 Prozent mehr Leistung als die direkten Vorgänger.

Ryzen 7 3700X: AMD-Prozessoren um 300 Euro

Die Preisklasse um 300 Euro spricht die meisten Käufer an, die einen Prozessor (CPU) für Games und private Video- oder Bildbearbeitung suchen. In ihr befinden sich zwei AMD-Prozessoren: der Ryzen 5 5600X und der Ryzen 7 3700X. Aktuell kostet der Ryzen 5 5600X Prozessor gut 50 Euro mehr als seine UVP von 300 Euro. Dagegen steht die UVP des Ryzen 7 3700X, die bei Marktstart im Jahr 2019 350 Euro betrug. Für etwa 310 Euro ergattern Sie den Prozessor aktuell.

Ryzen 7 3700X vs. 5 5600X vs. 7 2700X

Wer seinen Prozessor upgraden will, der sollte vorher überprüfen, ob sein  Mainboard (Hauptplatine) den Ryzen 7 3700X oder den Ryzen 5 5600X verträgt. Bei den meisten Upgrade-Willigen arbeitet eine Ryzen-CPU der Vorgängergeneration des Ryzen 7 3700X im Rechner. Exemplarisch vergleichen wir deshalb drei CPUs: den Ryzen 7 3700X gegen den Ryzen 5 5600X und den Ryzen 7 2700X.

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Spezifikationen

Ryzen 7 3700X

Ryzen 5 5600X

Ryzen 7 2700X

Thermische Verlustleistung (TDP) 

65 Watt

65 Watt

105 Watt

Kerne/Threads

8/16

6/12

8/16

Sockel

AM 4

AM 4

AM 4

PCIe-Unterstützung

4.0

4.0

3.0

Taktfrequenz und Boost

3,6/4,4 Ghz

3,7/4,6 Ghz

3,7/4,3 Ghz

L2 Cache

4 MB

3 MB

4 MB

L3 Cache

32 MB

32 MB

16 MB

Fertigung

7 Nm

7Nm

12 Nm

Ryzen 7 3700X oder 5 5600X: Acht oder sechs Kerne

Der Blick auf die Zahlen offenbart, dass Ryzen 7 3700X und 2700X zwei Kerne mehr haben als der 5600X. Sie takten in den älteren CPUs aber etwas langsamer. Die Standard-Frequenz sagt aus, wie schnell alle Kerne gemeinsam bei voller Leistung rechnen. Bei der Boost-Funktion arbeiten einzelne Kerne höher, wenn andere nichts zu tun haben. Das macht für Programme Sinn, die nicht auf alle Kerne zugreifen.

Nun könnten Sie meinen: "Zwei Kerne mehr für weniger Geld? Den nehme ich!" Ganz so leicht ist die Rechnung leider nicht. Ob sich die zwei Rechenkerne bemerkbar machen, hängt von dem Spiel oder Programm ab, das auf dem Computer läuft. Viele Spieleentwickler optimieren ihre Games auf vier oder sechs Kerne. Die acht Recheneinheiten des Ryzen 7 3700X oder 2700X entfalten sich nicht.

Multi-Threading oder Multitasking? 

Alle Prozessoren bieten Multi-Threading und mehrere Kerne. Was für Sie besser ist, ergibt sich daraus, wie Sie arbeiten und spielen. Multi-Threading bedeutet, dass ein Programm seinen Arbeitsablauf in einzelne Aufgaben aufteilt, die Windows auf mehrere Threads des Prozessors verteilt. Ein Kern übernimmt zwei Threads und bearbeitet so mehrere Aufgaben von einem Programm zur gleichen Zeit.

Multitasking bedeutet, dass Sie viele Programme gleichzeitig benutzen, die nichts miteinander zu tun haben. Das ist der Fall, wenn Sie Ihre Spielesession bei Twitch streamen oder Ihr Browser auf einem Zweitmonitor geöffnet ist, während Sie spielen. Da bringt Multi-Threading nichts. Stattdessen wollen Sie viele Kerne haben. Suchen Sie einen Prozessor, der ein einzelnes Programm besonders schnell berechnet, ist der Ryzen 5 5600X besser. Wollen Sie einen Prozessor, der viele Programme gleichzeitig verarbeitet, ist der Ryzen 7 3700X die CPU Ihrer Wahl.

Ryzen 7 3700X vs. Ryzen 5 5600X: Die Architektur

AMD hat den Aufbau des Ryzen 5 5600X verbessert. Die neuen Prozessoren greifen effizienter auf den internen Speicher (L3 Cache) des Chips zu. Der "Cache" ist eine Art Mini-Kurzzeitgedächtnis des Prozessors. Er legt dort seine Rechenaufgaben ab und greift auf sie zu. Der Unterschied: Jeweils vier Kerne des Ryzen 7 3700X haben Zugriff auf nur 16 Megabyte seines L3 Cache. Der Speicher ist geteilt. Dagegen haben alle sechs Kerne des Ryzen 5 5600X Zugriff auf die gesamten 32 Megabyte L3 Cache.

Und genau das schlägt sich in einer besseren Leistung nieder. Einige Games berechnet der Ryzen 5 5600X um bis zu 30 Prozent schneller als der Ryzen 7 3700X, der seinerseits um die 15 Prozent schneller ist als der 2700X, der über weniger L3 Cache verfügt. In Programmen, die alle acht Kerne des Ryzen 7 3700X nutzen, hat der Chip dagegen die Nase vor dem Ryzen 5 5600X. Der Ryzen 2700X läuft beiden Prozessoren hinterher. 

Das hat mit der Fertigungsweise des Ryzen 7 2700X zu tun. Die Prozessor-Generation markiert die letzte, die AMD in 12 Nanometer gefertigt hat. Danach wechselte der Hersteller auf 7 Nanometer. Bedeutet: Beim Ryzen 7 3700X und 5600X war es AMD möglich, auf dem gleichen Raum kleinere Rechenkerne zu setzen. Dadurch arbeiten die Prozessoren effizienter bei mehr Leistung. Weil die einzelnen Kerne des Ryzen 7 2700X größer sind, ist dessen thermische Verlustleistung und sein Stromverbrauch höher als bei den anderen CPUs.

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Ryzen 7 3700X: Beantworten Sie diese Fragen

Wenn Sie einen Ryzen 7 2700X verbaut haben und vor der Wahl stehen, den Ryzen 7 3700X oder den Ryzen 5 5600X zu kaufen, müssen Sie sich folgende Fragen stellen: 

  1. Für welche Anwendungen benutze ich den Rechner?
  2. Wie harmoniert der Prozessor mit den weiteren Komponenten des Computers?
  3. Wie lange will ich die CPU benutzen?

Die einfache Antwort: Wer nur spielt und keine weiteren Programme im Hintergrund benutzt, der fährt mit dem Ryzen 5 5600X besser. Warum? Weil das Multi-Threading von seinen schnelleren Kernen profitiert. Einzelne Arbeitsaufträge von Programmen berechnet die CPU schneller.

Stellen Sie sich die einzelnen Kerne als Transporter vor: Beim Ryzen 5 5600X fahren sechs Lastkraftwagen mit 80 Kilometern in der Stunde (km/h) und liefern ihre Waren aus. Beim Ryzen 7 3700X sind es acht Trucks, die 70 fahren. Die gleiche Menge an Fracht von einem Unternehmen bringen sechs Laster mit 80 km/h schneller ans Ziel. Die Fracht von acht unterschiedlichen Unternehmen bringen acht langsamere Trucks schneller an.

Wenn bei Ihnen auf dem Computer mehrere Programme gleichzeitig laufen, ist der Ryzen 7 3700X die bessere Alternative, denn dann lassen die zwei zusätzlichen Kerne ihre Muskeln spielen. Gleiches gilt, wenn der Rechenknecht Videos schneidet oder Urlaubsfotos verschönert. Programme wie Adobe Premiere und Photoshop greifen auf alle Kerne zu.

Behalten Sie Grafikkarte und Mainboard im Auge

Werfen Sie vor dem Kauf einen Blick auf Ihre Hardware. In der Theorie bringt der Ryzen 5 5600X mehr Bilder in der Sekunde auf den Bildschirm. Falls aber eine alte Grafikkarte im Computer arbeitet, bremst sie den Prozessor aus. Denn selbst wenn der Ryzen 5 5600X das Potenzial hat, 300 Bilder in der Sekunde zu berechnen, bringt Ihnen das nichts, wenn Ihre Grafikkarte nur 150 Bilder in der Sekunde schafft. Enthusiasten nennen das einen Flaschenhals. Steht in naher Zukunft kein Upgrade der Grafikkarte an, verpulvern Sie Geld mit dem Ryzen 5 5600X, das Sie lieber in eine neue Grafikkarte investieren. 

Werfen Sie außerdem einen Blick auf den Chipsatz Ihres Mainboards. Wenn die Hauptplatine einen 470-Chipsatz hat, müssen Sie Ihr Bios updaten, wenn Sie den Ryzen 5 5600X verbauen. Hier kann es zu Komplikationen kommen. Besitzer eines Boards mit 450- oder 470-Chipsatz segeln mit dem Ryzen 7 3700X sicher. Wer eine Hauptplatine mit 550- oder 570-Chipsatz hat, greift lieber zum Ryzen 5 5600X.

Ein weiteres Kriterium ist Ihr Monitor. Handelt es sich um ein Display mit einer Bildwiederholrate von 175 Hertz oder aufwärts, ist der Ryzen 5 5600X die CPU Ihrer Wahl, wenn Ihr aktueller Prozessor der Flaschenhals Ihrer Grafikkarte ist. Um den Monitor voll auszukosten, zählt jedes Bild in der Sekunde.

Wie zukunftssicher ist der Ryzen 7 3700X?

Wohin aber geht die Reise und wann steht das nächste Upgrade an, wenn Sie sich in diesem Jahr für einen der Prozessoren entscheiden? Beide CPUs kommen mit PCIe 4.0 zurecht. Die neue Schnittstelle bieten aber nur Mainboards mit 570er-Chipsatz. Im Vergleich zum Vorgänger (PCIe 3.0) bietet PCIe 4.0 einen höheren Datendurchsatz für Grafikkarten und NVMe-SSD-Speicher. Bedeutet in der Theorie mehr Leistung. Bis jetzt profitieren davon nur die SSD-Speicher. Grafikkarten erzielen noch kein Mehr an Leistung auf der größeren Datenautobahn. Sollte das irgendwann der Fall sein, sind Sie mit beiden CPUs gewappnet.

Alle zwei Jahre updatet AMD seine Prozessoren. Ende 2022 Anfang 2023 plant der Hersteller, seine 5-Nanometer-Chips auf den Markt zu bringen. Mit ihnen kommt der AM5-Sockel und das Update auf DDR-5-Arbeitsspeicher. Wenn Sie direkt auf die Hardware umschwenken, müssen Sie Prozessor, Mainboard und Arbeitsspeicher kaufen – ein teurer Spaß. Wer kein Erstkäufer sein will, wird bei dem Update-Zyklus von AMD in vier Jahren die Hardware wechseln. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden beide Prozessoren bis dahin noch alle Spiele ruckelfrei berechnen können, die auf den Markt kommen.

Fazit: Lohnenswert ist der Ryzen 7 3700X in diesem Jahr allemal, wenn er weiterhin wesentlich günstiger als der Ryzen 5 5600X bleibt. Zum gleichen Preis greifen Sie zum Ryzen 5 5600X, wenn Ihr Mainboard mit dem Prozessor zurechtkommt. Wer eine alte Grafikkarte und ein 450- oder 470-Mainboard besitzt, der fährt mit dem Ryzen 7 3700X gut. Multitaskern schmeichelt der Prozessor ebenfalls.

Den Ryzen 5 5600X wollen Sie, wenn Sie ein 570-Chipsatz-Mainboard haben. Das aber nur, wenn Sie die den Prozessor für die UVP oder günstiger ergattern. Gleiches gilt, wenn Ihre Games über einen Monitor mit besonders hoher Bildwiederholrate flimmern. 

AMD Ryzen 7 3700X

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AMD Ryzen 5 5600X

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Quellen:chip.decomputerbase.de, pcgameshardware.de

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axp

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