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Gescheiterte Erdumrundung: Starb Luft-Pionierin Amelia Earhart in einem japanischen Kerker?

Ist Amelia Earhart doch nicht beim Absturz ihrer Maschine gestorben? Ein Foto aus dem Nationalarchiv soll beweisen, dass sie und ihre Navigator von Japanern gefangengenommen wurden.

Schon von klein an war Amelie Earhardt vom Fliegen besessen.

Schon von klein an war Amelie Earhardt vom Fliegen besessen.

Amelia Earhart gehört zu der Gruppe der Luft-Pionierinnen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Nicht nur durch ihre Flugzeug-Besessenheit und ihre kühnen Flüge wurde sie berühmt, ihr geheimnisvoller Tod machten sie zumindest im Westen zur bekanntesten Fliegerin ihrer Generation. 

Das Schicksal der Amerikanerin blieb stets geheimnisumwittert. Beim Versuch, die Erde auf Höhe des Äquators zu umrunden, verschwand Earharts Flugzeug im Juli 1937 spurlos. Man vermutete, dass sie und ihr Begleiter bei dem Absturz starben. Seit einiger Zeit gibt es neue Theorien über ihren Tod. Vor einem halben Jahr trat ein Forscherteam mit der These an die Öffentlichkeit, dass Earhart nicht beim Absturz der Maschine gestorben sei, sondern noch längere Zeit auf der unbewohnten Insel Gardner Island ausgehalten hätte, bevor sie an Wassermangel und Entkräftung zu Grunde gegangen sei. Die Theorie wurde durch die Analyse von Fotos eines auf der Insel gefundenen Skeletts gestützt.

Bei der sitzenden Frau in der Mitte der Gruppe soll es sich um Amelia Earhart handeln.

Bei der sitzenden Frau in der Mitte der Gruppe soll es sich um Amelia Earhart handeln.

Sensationelles Foto

Shawn Henry, ein ehemaliges leitendes Mitglied des FBIs ist aber durch einen sensationellen Fotofund zu ganz anderen Schlüssen gekommen. Auch ihm zufolge sind  Earhart und ihr Navigator Fred Noonan nicht beim Absturz der Maschine gestorben. Diese Version hat sich ohnehin erst nach dem Zweiten Weltkrieg durchgesetzt, vorher nahmen die Zeitgenossen an, dass  Earhart überlebt habe. Eine gängige Meinung war, dass sie von den Japanern geborgen wurde und gefangen gehalten wurde. Ein Foto aus dem National Archiv soll diese Idee untermauern. Es soll Earhart und Noonan und sogar das Flugzeug auf einem Atoll der Marshall Inseln zeigen. "Ich war skeptisch, bis wir das Foto zuordnen konnten," sagte Henry der "Washington Post". "Die Tatsache, dass es aus dem National Archiv kommt, verleiht dem Foto in meinen Augen sehr viel mehr Glaubwürdigkeit – im Vergleich zu einem Keller- oder Garagenfund." 

Im Hintergrund des Bildes sitzt eine Person mit Earharts Frisur und Statur am Pier. Daneben ist ein Mann zu erkennen, der Noonan sein könnte. Im Hintergrund kann man das Flugzeug sehen. Das hört sich zunächst sehr vage an. Doch Experten sind sich zumindest sicher, dass es sich um ein authentisches Foto handelt, welches nicht manipuliert worden ist. Außerdem wurden die Details der abgebildeten Personen mit Earhart und Noonan verglichen.

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Amelia Earhart vor ihrer Lookheed Electra.

Amelia Earhart vor ihrer Lookheed Electra.

Ken Gibson, ein Experte für Gesichtserkennung, sagte, dass der Haaransatz zu den stärksten Eigenheiten des Navigators gehört. "Das ist eine sehr klare, zurückgesetzte Linie beim Haar. Die Nase ist sehr auffällig … Für mein Gefühl sind das überzeugenden Zeichen, dass es sich vermutlich um Noonan handelt." Die sitzende Figur trägt eine Hose, wie sie auch Earhart bevorzugte. "Ich sehe, wie sie da sitzt und denke: Das ist sie."

Alte Berichte bestätigt

Auf den Inseln gab es Personen, die früher behauptet haben, sie hätten die beiden Amerikaner gesehen. Überprüfen lässt sich das heute nicht mehr. "Für mich waren all diese Berichte nicht wirklich überzeugend, bis wird das Foto entdeckten, das bestätigt, dass sie dort war", erklärt Henry. Ein wissenschaftlicher Beweis ist das nicht. "Doch für mich hat das genug Beweiskraft gegen jeden vernünftigen Zweifel."

Die Welt war geschockt als die Pilotin verschwand.

Die Welt war geschockt als die Pilotin verschwand.

 

Die Koshu, das japanische Schiff auf dem Foto, soll Earhart nach Saipan gebracht haben. Irgendwelche Beweise gibt es nicht dafür. Earhart und Noonan müssten danach in japanischer Gefangenschaft verstorben sein. Warum die japanische Regierung die Flugpionierin inhaftierte und geheim hielt, ist damit nicht erklärt. Earhart verschwand am 2. Juli 1937, fünf Tag später überfiel Japan China. Das Verhältnis zu den USA verschlechterte sich allerdings erst nach Ereignissen wie dem Nanking-Massaker am Ende des Jahres 1937.

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Suche auf Gardner Island 

Zeitgleich will die International Group for Historic Aircraft Recovery (TIGHAR) ihre Skelett-Theorie erhärten. Ein Team ist mit Suchhunden nach Gardner Island aufgebrochen. Die Gruppe hofft auf der unbewohnten Insel Spuren von Earharts Anwesenheit zu entdecken. Die Hunde sollen helfen, Knochenreste von Earhart oder Noonan aufzuspüren – ein DNA-Fund würde das Rätselraten beenden.

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