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Mach 3 Dreifache Schallgeschwindigkeit - Virgin Galactic enthüllt den Nachfolger der Concorde

Mach 3 soll Geschäftsreisende transportieren, denen die für den schnellen Flug hohe Preise in Kauf nehmen.
Mach 3 soll Geschäftsreisende transportieren, die für den schnellen Flug hohe Preise in Kauf nehmen.
© Virgin Galactic / PR
Virgin Galactic bietet Touristenflüge in das Weltall an, nun stellt die Firma von Richard Branson ein Passagierflugzeug vor, das dreifache Schallgeschwindigkeit erreichen soll. Doch die größten Probleme wie Spritverbrauch und Lärm sind bislang nicht gelöst.
Immer wieder tauchen Pläne auf, in Kürze ein überschallschnelles Passagierflugzeug zu bauen. Meist geraten diese Visionen später sang- und klanglos in Vergessenheit. Doch die Ankündigung von Virgin Galactic, ein Verkehrsflugzeug mit der dreifachen Schallgeschwindigkeit bauen zu wollen, macht den Traum eines Nachfolgers der Concorde realistischer. Die "Mach 3" ist zwar auch nur ein Konzept und die Bilder stammen aus dem Computer, doch soll das Flugzeug eine Mission Concept Review (MCR) bereits bestanden haben, und vor allem will Rolls-Royce die Konstruktion und Entwicklung des Triebwerks übernehmen. Damit ist einer der namhaftesten Triebwerksbauer weltweit mit an Bord.
Im Mai gab das Unternehmen bekannt, dass es mit der NASA zusammenarbeitet. Die NASA verfügt über jahrzehntelange Erfahrung mit Überschall-Fahrzeugtechnologie, derzeit arbeitet die US-Raumfahrbehörde an einem "leisen" Hochleistungs-Jet namens X-59 QueSST (Lesen Sie: Flüster-Jet soll den Atlantik in drei Stunden überqueren). Die Zusammenarbeit bedeutet aber  nicht, dass die NASA die Technik teilen will, die zu einem Verschwinden des Überschallknalls führen soll.

Zusammenarbeit mit der NASA

Virgin Galactic gehört dem britischen Milliardär Richard Branson und machte Schlagzeilen, weil es Weltraumreisen für Touristen anbietet. Ein Platz kostet etwa 250.000 Euro. Der schnelle Jet soll ein neues Geschäftsfeld erschließen. Das Flugzeug mit den charakteristischen Deltaflügeln soll dreifache Schallgeschwindigkeit erreichen, das wären 3600 km/h und in einer Höhe von über 18.000 Metern operieren. Für normale Urlauber ist es nicht gedacht, es bietet je nach Ausstattung nur Platz für neun bis 19 Passagiere.

"Wir freuen uns darauf, die Überprüfung des Missionskonzepts abzuschließen und dieses erste Designkonzept eines Hochgeschwindigkeitsflugzeugs zu enthüllen, das nach unseren Vorstellungen sichere und zuverlässige kommerzielle Reisen mit einem unvergleichlichen Kundenerlebnis verbindet", sagt George Whitesides, Chief Space Officer bei Virgin Galactic. "Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit dem innovativen Team von Rolls-Royce bei der Entwicklung nachhaltiger, hochmoderner Antriebssysteme für das Flugzeug."

Knall und Verbrauch sind die Hauptprobleme

Das Flugzeug kann auch mit Unterschallgeschwindigkeit operieren. Eines der größten Probleme von Überschallmaschinen ist der Knall, der beim Durchbrechen der Schallmauer entsteht. Ein Linienbetrieb über bewohntem Gebiet ist heute nicht möglich. Die Lärmbelästigung hat schon früher den Einsatz der Concorde auf Transatlantikflüge limitiert und einen kommerziellen Erfolg des ersten zivilen Überschalljets verhindert.

Das zweite Problem ist der enorme Spritverbrauch. Das Beschleunigen auf Mach 3 verbraucht notwendigerweise große Mengen an Energie. Um das Fliegen zukunftssicher zu machen, wird heute meist in die andere Richtung geforscht: Mit niedrigeren Geschwindigkeiten als heute üblich könnten Flugzeuge, die den Gleiteffekt stark ausnutzen, sehr viel weniger Treibstoff verbrauchen (Lesen Sie: Her0 – der Tesla der Luftfahrt fliegt ohne Emissionen). Kritik an dem wenig ökologischen Projekt begegnet Virgin Galactic damit, dass man einen "nachhaltigen" Treibstoff verfeuern will.

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