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Heimwerker: Warentest prüft Akkuschrauber – die besten Geräte für Heimwerker

Akkuschrauber sind aus keiner Werkzeugkiste wegzudenken. Die Warentester haben sie unter die Lupe genommen. Den Härtetest bestanden nur die besten Geräte.

Testsieger 18-Volt  Worx WX175  Preis: 220 Euro  Note: gut (1,9)  Gute Leistung auch in Stahl

Testsieger 18-Volt

Worx WX175

Preis: 220 Euro

Note: gut (1,9)

Gute Leistung auch in Stahl

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Welches Werkzeug benötigt jeder Haushalt unbedingt? Hammer, Schraubendreher, Kombizange, kleine Bügelsäge und einen Akkubohrer, als erstes Elektrogerät. Die kleinen Helfer sind unverzichtbar und haben als Erstgerät Bohrmaschinen mit Kabeln den Rang abgelaufen.

Stiftung Warentest hat sich die akkubetriebenen Bohrer angesehen und ausgiebig getestet. Der Testsieg geht an gute, aber auch teure Geräte, meist mit einem Preis oberhalb von 200 Euro. Dem einen oder anderen dürfte das wohl zu teuer für die Werkzeugkiste sein. Dazu werden wir am Ende des Textes noch einen Alternativvorschlag machen.

Drei Klassen von Geräten

Getestet wurden 18-Volt-Bohrschrauber, Maschinen mit Schlagbohrfunktion und kleinere 10,8 Volt Geräte. Für wen ist nun welches Gerät geeignet? Zum Eindrehen von kleineren Schrauben und für das Bohren von kleineren Löchern in Holz reicht ein Gerät mit 10,8 Volt unserer Meinung nach aus. Der Vorteil liegt in der handlicheren Form und dem geringeren Gewicht.

Wer zu Hause aber kein stärkeres Gerät oder einen Kabel-Bohrer besitzt, ist mit der 10,8-Volt-Klasse als Allround-Bohrer schlecht bedient. Mit einem 18-Volt-Gerät kann man auch mal mehrere große Schrauben versenken, vor allem bohren sie auch ohne Schlag gelegentlich ein Loch in eine Steinwand. Immer nötig, wenn ein Spiegel oder ein Regal angebracht werden soll.

Im Test gibt es dann auch drei Sieger: Worx WX175  (18 Volt), Bosch Professional GSR 12V-15 FC (10,8 Volt) und den Dewalt DCD796 D2-Qw (Schlagschrauber). Gute Namen und hohe Preise schützen übrigens nicht vor schlechten Noten. Geräte von Bosch und Makita erreichten nur ein Ausreichend – angesichts des Preises von 260 Euro ist das ein extrem schlechtes Ergebnis, zumal es durch schlechte Leistungen beim Bohren und Schrauben verursacht wurden.

+++ Die Testsieger finden Sie in der Fotostrecke oben +++

Wer häufiger Dübel versenkt oder in Beton bohren muss, kommt um ein Gerät mit Schlagwerk nicht herum. Diese Geräte sind allerdings relativ groß und klobig, für filigrane Arbeiten sind sie nicht die beste Wahl. Sie sind daher auch keine Allrounder. Wenn Sie nur selten einen Dübel im Beton versenken müssen, ist eine Maschine mit Stecker unserer Meinung nach die bessere Alternative.

Gehobene Anforderungen

Wie gewohnt, unterzogen die Warentester die Geräte einem intensiven Praxistest. Dabei wurden Maßstäbe angelegt, die für ernsthafte Heimwerker gelten – für Gelegenheitsschrauber sind sie etwas übertrieben.

Ein Beispiel: Im Dauertest wurde das Bohren von 16.000 Löchern und 16.000 Schrauber simuliert. Das entspricht einer Menge von 32 Großpackungen mit je 500 Schrauben. Wer im Messebau arbeitet, verarbeitet derartige Mengen, doch wer nur ab und zu ein Regal zusammensetzen will, kommt nicht ansatzweise in diese Dimension. Bei der Bohrbelastung wurden 12 Zentimeter lange, 10 Millimeter dicke Schrauben im Holz versenkt. Ohne Vorbohren - versteht sich. Solche Anforderungen treten auf, wenn Dachstühle, Carports oder Holzhäuser gebaut werden. Der normale Ikea-Schrauber braucht das nicht.

Im Test stellte sich erwartungsgemäß heraus, dass moderne bürstenlose Motoren langlebiger sind, als die Modelle mit Kohlebürsten. Sie besitzen meist auch eine bessere Elektronik, die das Bohren erleichtert. Die Warentester raten dazu, nur Geräte mit zwei Gang-Getriebe zu kaufen.

Denken Sie auch an ein Schnellspannfutter, damit geht das Wechseln der Einsätze weit schneller von der Hand, als bei Geräten mit altertümlichem Bohrfutter, die mit einem Schlüssel bedient werden.

Akkuschrauber mit Durchhaltevermögen

Die Kapazität der 18-Volt-Geräte ist beachtlich. Ihnen geht die Puste nicht so schnell aus. Das ausdauerndste Gerät im Test ist der DCD777S2T von Dewalt. Mit einer vollen Ladung schafft das Gerät 99 Bohrlöcher und 99 Verschraubungen. Das ist enorm und liegt weit über dem, was ein Heimwerker in einer Session abarbeitet. Im Test liegen Geräte der gehobenen Heimwerkerklasse vorn. Kein Wunder bei den Leistungsanforderungen. Wer einen Schrauber in der Preisklasse von 200 Euro und mehr bestellt, sollte ein Gerät wählen, bei dem der Akku auch in andere Maschinen des Herstellers passt. Man benötigt dann nicht für jedes Gerät einen eigenen Akku. Dafür legt sich der Kunde aber auch auf einen Hersteller für alle Geräte fest.

Fazit Akkuschrauber-Test

Von den Testkandidaten wäre der 18-Volt-Schrauber von Dewalt (DCD777S2T) unsere Empfehlung. Mit dem angegebenem Preis von 155 Euro ist er weit billiger als der besser platzierte Worx WX175 für 220 Euro. Im Markt bekommt man das Gerät von Dewalt noch preiswerter – wenn man ein Werkzeugset nimmt. Der DCD777S2T wird mit stabilem Koffer, Ladegerät und zweitem Akku für 150 Euro angeboten. Angesichts des guten Testergebnisses und der Preise der Konkurrenten ist das ein sehr gutes Angebot.

Denken Sie aber auch an Folgendes: Wenn Sie die Leistung der Testsieger in Ihrer Arbeit tatsächlich ausschöpfen wollen, werden sie mit einem Gerät nicht glücklich, sie werden zwei Schrauber mit eigenen Akkus benötigen. Niemand will an einem Tag mehrere Dutzend Mal von Bohrer auf Bitsatz wechseln.

Das geht auch billiger

Wenn Sie keine Ambitionen haben, ein Heimwerkerkönig zu werden und auch nicht vorhaben, Ihren Dachboden auszubauen, sollten Sie sich vielleicht eine Klasse billiger umsehen. Einen 14,4-Volt-Schrauber von Einhell der Baureihe Home (TH-CD 14,4-2) bekommt man für 35 Euro. Wer ab und zu in Beton bohren muss, sollte sich dazu eine Bohrmaschine mit Stecker zulegen.

Eine GSB 13 RE Professional von Bosch kostet etwa 60 Euro. Unserer Meinung nach reichen diese und vergleichbare Geräte für die Werkzeugkiste daheim vollkommen aus. Bei Bitsatz und Bohrern lohnt es sich übrigens nicht zu sparen. Mit den Billig-Packungen im Kassenbereich haben Sie nur Kummer.

Den ganzen Test können Sie gegen eine Gebühr hier einsehen.

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So kann man eine Decke auch abstützen. Offen bleibt die Frage, welche Urgewalt den T-Träger aus Stahl so deformiert hat.

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