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Selbsttätige Staubsauger: Warentest prüft Saugroboter - und nur zwei Geräte können überzeugen

Saugroboter wären ganz praktisch, wenn sie nur besser saugen könnten. Nur zwei Geräte konnten die Warentester beim Reinigen überzeugen. Sieger ist der nagelneue Kobold – leider ist das Gerät von Vorwerk auch am teuersten.

Von außen unterscheidet sich der VR300 kaum vom Vorgänger, technisch hat sich aber eine Menge getan.

Von außen unterscheidet sich der VR300 kaum vom Vorgänger, technisch hat sich aber eine Menge getan.

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In regelmäßigen Abständen prüft die Stiftung Warentest Robotersauger und genauso regelmäßig sind die Tester nicht so ganz von den kleinen Helfern überzeugt.

Auch im neuen Test wird die mangelnde Saugleistung bemängelt. Aus Teppichböden holen die kleinen Geräte nur etwa die Hälfte des Messstaubes, ein guter Sauger mit Stecker schafft dagegen 87 Prozent. Allerdings kann ein Roboter auch täglich seine Runden drehen und so die fehlende Wirkung bei einem Einsatz durch Fleiß ausgleichen.

Saugroboter mit Appsteuerung

Acht Geräte traten im Test an. Alle arbeiten mit einer Appsteuerung, die ganz günstigen Geräte ohne Wi-Fi-Anbindung wurden nicht berücksichtigt. Fünf Geräte schnitten nur befriedigend ab. Nur zwei Roboter erhielten die Note gut.

Smarter Life: Das Duell - Handfeger gegen Saugroboter

Testsieger wurde das nagelneue Vorwerk Modell, der Kobold VR300. Der Kobold erreicht die beste Reinigungswirkung (Note 2,2), außerdem gefällt den Testern, dass das Vorwerkgerät nur wenige Daten über die App weiterleitet. Der Preis des Kobolds hat es dafür aber auch in sich: Er kostet 950 Euro.

Das zweitplatzierte Gerät stammt von AEG. Der RX9-1-IBM erreicht die Gesamtnote gut und schneidet beim Thema Reinigung kaum schlechter als der Kobold ab. Dafür gibt es die Gesamtnote 2,4. Er kostet "nur" 670 Euro.

Das günstigste Gerät im Test, der Ecovacs Deebot 900, für 405 Euro, enttäuschte dagegen. Hier reicht es nur für ein Ausreichend, verantwortlich dafür ist die unbefriedigende Reinigungsleistung.  Ebenfalls schwach schneidet der teure Sauger von Dyson ab. Für 870 Euro ist die Leistung des 360 Eye nicht akzeptabel.

Neue Sauger gegen alte Geräte

Allerdings treffen in dem Test ziemlich unterschiedliche Kandidaten aufeinander. Unserer Meinung nach gibt es zwei Technologieführer in dem Segment. Nämlich Neato-Vorwerk auf der einen Seite und Roomba auf er anderen. Von Vorwerk wurde der erst seit Kurzem erhältliche Kobold VR300 getestet und fährt den Sieg ein.

Von Roomba griff man nicht auf den neuen i7+ zurück, der als einziges Gerät verspricht, den Staubbehälter leeren zu können, ohne sich die Finger schmutzig zu machen.

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Im Test startete ein drei Jahre altes Modell, der iRobot 960. Der 960 war damals schon eine abgespeckte Variante des 980er. Es wundert also nicht, dass der Kobold deutlich vorn liegt. Auch das zweitplatzierte Gerät von AEG ist relativ neu.

Leider wurde auch der Neato Botvac Connected D7 ausgelassen. Dabei sollte sich ein potenzieller Käufer gerade dieses Gerät näher ansehen. Der D7 ist technisch eng mit dem Testsieger von Kobold verwandt, wenn auch nicht baugleich. Doch der D7 wird derzeit mit fünf Jahren Garantie für 499 Euro angeboten, das ist etwa die Hälfte von dem, was Vorwerk verlangt.

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Die Wirklichkeit ist härter als der Prüfraum

Eine weitere Anmerkung: Meist überzeugte die Saugleistung nicht die Warentester, dabei sind die Bedingungen im Labor gar nicht so schwer. Zumindest wenn man den Testraum mir einer großen vollgestellten Wohnung vergleicht, in der womöglich noch Tiere oder Kinder ihre Spuren hinterlassen.

Die Sauger wurden auf einen 20 Quadratmeter großen Testraum mit eher spärlicher Möblierung losgelassen. Die Navigationsfähigkeiten wurden dort nicht herausgefordert. Das ist durchaus ärgerlich, denn hier gibt es beträchtliche Unterschiede. Etwa beim Thema "Sperrzonen", in die der Sauger nicht fahren kann: Ist es möglich, per App Sperren anzulegen? Und falls ja, wie leicht geht das? Oder kann der Roboter auch mehrere Raumpläne parallel verarbeiten? Dies ist ein wichtiges Feature für jede Wohnung mit mehreren Ebenen.

Auch mussten die Roboter im Normraum nur mit Norm-Dreck fertig werden. Das sind Fasern, feiner Mineralstaub und kleine Metalllinsen.

Richtige Probleme im Alltag bereiten nicht Metalllinsen, sondern ganz andere Sache. Lange Haare zum Beispiel, ob von Menschen oder Tieren. Einige Geräte schlucken sie, bei anderen wickeln sie sich um die Bürsten - und die müssen dann mit der Nagelschere regelmäßig freigeschnitten werden. Oder die langen Fasern wandern solange an den Bürstenrand, bis sie die rotierende Bürste lahmlegen. Gleiches kann bei den Antriebsrädern passieren.

+++ Lesen Sie hierzu: Erfahrungsbericht: Saugroboter machen das Leben leichter, aber diese fünf Dinge nerven gewaltig  +++

Die Bedingungen im Testbetrieb sind also nur bedingt aussagekräftig. Umso erschreckender, dass die meisten Geräte auch in dem simplen Prüfraum keine guten Ergebnisse erzielten.

Den ganzen Test können Sie gegen eine Gebühr hier lesen.


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