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Neues Mittelklasse-Smartphone Moto G4: Mehr Smartphone braucht (fast) keiner


Wer ein Auto kauft, nimmt selten den Ferrari. Beim Smartphone schlagen aber viele bei den Premium-Geräten zu. Wie gut auch die Mittelklasse mittlerweile ist, zeigt unser Test des Lenovo Moto G4.

Die Zeiten, in denen man das teuerste Smartphone brauchte, sind längst vorbei. Das Moto G4 etwa ist das neueste Modell aus Lenovos Spar-Linie. Trotzdem bietet es ein großes Display, einen flotten Prozessor und einen ordentlichen Akku. Schafft es damit den Spagat zwischen Schnäppchen und Leistung? Das verrät der Test.

Technisch gibt es am G4 wenig zu meckern: Es reagiert stets flink, Hänger oder Ruckler waren keine zu bemerken. Das Starten von Apps und das Laden von Webseiten sind manchmal minimal langsamer als bei den raketenschnellen Premium-Smartphones. Schnelle Games mit viel Action bringen das Gerät aber ins Schwitzen.

Überraschend gute Kamera

Die Kamera kann erwartungsgemäß ebenfalls nicht mit den Top-Geräten mithalten. Für schicke Schnappschüsse reicht sie aber allemal. Die Bilder sahen sogar überraschend oft richtig gut aus. Wie andere Smartphones schärft das Moto die Bilder nach. Zoomt man dann zu weit hinein, wirken die Bilder leider etwas unnatürlich. Bei schlechtem Licht hängen die Top-Geräte das G4 dann endgültig ab: Die Bilder verrauschen deutlich schneller als bei den Spitzen-Kameras des iPhone SE (hier unser Test) oder des Samsung Galaxy S7 (ebenfalls von uns getestet). Alles andere wäre aber auch eine Sensation gewesen.

Auch optisch haben die Premium-Smartphones iPhone 6s oder Galaxy S7 dem G4 einiges voraus. Designwunder darf man bei einem Mittelklasse-Modell wie dem G4 nicht erwarten. Hässlich ist es deswegen natürlich nicht. Das Gehäuse  ist schlicht gehalten, statt Metall kommt Plastik zum Einsatz. Das fühlt sich wegen der guten Verarbeitung trotzdem gut an.

Wer möchte, kann die Rückenschale gegen eine andere Farbe austauschen. Zur Wahl stehen Schwarz, Weiß, sowie sieben knalligere Farben. Schade: Durch das Wechselcover ist das G4 anders als seine Vorgängermodelle nicht mehr wasserdicht.

Riesendisplay und super Akku

Eine Neuerung ist ganz sicher nicht jedermanns Sache: Im Vergleich zur dritten Generation hat das G4 ein deutlich größeres Display. Mit 5,5 Zoll ist es ebenso groß wie das des iPhone 6s Plus - und nur noch mit sehr großen Händen einhändig bedienbar. Das Display selbst geht in Ordnung. Es ist mit 1920 x 1080 Bildpunkten trotz der Größe sehr scharf und stellt Farben gut dar. Allerdings ist die höchste Helligkeitsstufe etwas dunkler als bei teureren Geräten. Bei hellem Sonnenlicht kann das zum Problem werden.

Richtig punkten kann das G4 beim Akku: Der fällt mit 3000 Milliamperestunden (mAh) für ein Smartphone dieser Größe zwar nicht besonders dick aus, hielt im Test aber gleich mehrfach bis zum zweiten Abend durch. Vielnutzer sollten also immer über den Tag kommen, alle anderen haben sogar noch Reserven. Eine Schnellladefunktion gibt es aber nicht.

Ordentliche Ausstattung mit netten Extras

Die übrige Ausstattung ist für ein Mittelklasse-Smartphone in Ordnung. Einen Fingerabdruck-Sensor hat das G4 zwar nicht, dafür hat Lenovo dem Gerät einen FM-Radio-Empfänger spendiert, die Kopfhörer dienen als Antenne.

Ab 229 Euro bekommt man das kleinere Modell mit 16 Gigabyte Speicher, wer 55 Euro draufzahlt, kriegt 32 GB. Das ist zwar nicht besonders üppig, aber immer noch ausreichend. Zudem lässt sich der Speicher per microSD-Karte um satte 256 GB aufstocken.

Als Betriebssystem ist das aktuelle Android 6 installiert. Lenovo verspricht, auch die nächsten größeren Updates für die Geräte bereitzustellen. Das alleine ist beim notorisch als unsicher verschrienen System Android Gold wert und bei Geräten dieser Preisklasse leider alles andere als selbstverständlich.

Mehr Smartphone braucht kaum einer

Das Moto G4 zeigt beeindruckend, dass man für relativ kleines Geld auch tolle Smartphones bekommen kann. Wer die Leistung eines High-End-Gerätes nicht wirklich ausnutzt und keine Spitzenkamera braucht, macht mit diesem Gerät nichts falsch. Vor allem, weil es anders als die Mehrheit in dieser Preisklasse sogar regelmäßige Android-Updates bekommen soll.

Trotzdem ist das Gerät kein absolutes Schnäppchen. Für gerade einmal knapp 70 Euro mehr bekommt man heute schon die Spitzengeräte aus dem letzten Jahr. Und zumindest das Galaxy S6 (hier im Test) und das LG G4 (ebenfalls bei uns im Test) können das Moto G4 in Bezug auf Kameras und Leistung immer noch locker in die Tasche stecken.


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