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LG "gram": Ein wenig MacBook-Air-Gefühl für Windows-User

Ein wenig MacBook-Air-Gefühl für Windows-User: Das neue LG-Notebook ist schick. leistungsstark und wiegt lediglich so viel wie zwei Packungen Haferflocken. Es hat neben dem unglücklichen Namen nur einen Haken. 

Notebook LG "gram": Flach, leicht, leise und voller Anschlüsse

Das LG-Notebook "gram": Flach, leicht, leise und voller Anschlüsse

Der klassische Desktop-PC hat schon länger ausgedient, allenfalls ist er für Bastler interessant, die gern Arbeitsspeicher nachrüsten, sich eine dritte Festplatte oder eine oder gleich zwei leistungsstärkere Grafikkarte ins Gehäuse schrauben möchten. Ansonsten können die kompakten Notebooks den groben PC-Klötzen in allen Bereichen locker das Wasser unter den Schreibtisch reichen. Vor allem, wenn die portablen Rechner der gehobenen Preisklasse angehören – so wie dieser hier: der LG "gram". Gleichwohl gehobene Preisklasse hier untertrieben ist. Doch dazu später mehr.

Der Name "Gram" auf dem Klappdeckel ist zumindest für den deutschen Markt eher unglücklich gewählt, und doch passt er. Schließlich handelt es sich bei dem LG um ein reines Businessnotebook, also ein Arbeitsgerät, und das Wort Arbeit hat seine Wurzeln im germanischen Begriff für Mühsal, also Gram im weitesten Sinne.  Gut, soweit hat man in der Marketingabteilung im südkoreanischen Seoul wahrscheinlich nicht gedacht. Dort stand ein anderes Merkmal im Vordergrund: das geringe Gewicht in Gramm, englisch gram. 

Guter Reisebegleiter: Wiegt wenig und ist still

Und das ist es auch, was noch vor dem Anschalten auffällt. Die Gram-Notebooks sind überraschend leicht. Die Variante mit dem 15-Zoll-IPS-Display wiegt gerade einmal soviel wie zwei Packungen Haferflocken (fein): 1000 Gramm. Für das größte Modell mit 17 Zoll-IPS in der Auflösung 2560 x 1600 Pixel sind es lediglich gute 200 Gramm mehr. Das Magnesium-Gehäuse ist bei zugeklapptem Deckel an der dicksten Stelle nicht einmal zwei Zentimeter hoch. Damit spielt das LG-Gerät in der gleichen Gewichtsklasse wie das Apple MacBook Air mit einem kleinen Unterschied: es bleibt selbst unter Dauerlast still. Ein Rätsel ist, warum LG ausgerechnet bei einem Notebook für Reisende auf ein verspiegeltes Display setzt. Doch außerhalb Europas scheinen die Reflexionen nicht zu stören. LG ist mit der Gram-Reihe im internationalen Markt schon länger erfolgreich. Nun möchte man den europäischen Markt testen.

In Sachen Leistung gehören die Grams in die sehr gute Mittelgewichtsklasse:  Im kleinsten Modell arbeitet ein Intel i5 1035 G7, im größten Gram ein i7 1065 G7.  Beides brandneue, im 10-Nanometer-Verfahren gefertigte Prozessoren mit vier Kernen, die auf eine geringe Energieaufnahme bei hoher Leistung getrimmt sind. 

Notebook "Gram" kommt nicht raus zum Spielen

Auf stromhungrige und heiße 3D-Grafikprozessoren von AMD oder Nvidia wurde verzichtet. Die Bildberechnung übernimmt Intels neuer Grafikprozessor IrisPlus Graphics G7. Der rechnet zwar deutlich flotter als seine Vorgänger, reicht an die Leistungen reinrassiger 3D-Chips jedoch nicht heran. Flüssig abgespielte 4K-Videos sind möglich, auch das Encoding des beliebten H.264-Codecs beim Videoschnitt wird unterstützt, selbst gehobene Bildbearbeitung ist kein Problem. Für moderne Games oder gar Videoschnitt reicht es jedoch nicht. Soll es auch nicht. Die Grams sind auf minimales Gewicht und geringen Strombedarf spezialisiert, betont LG. Gespielt wird da nicht.

Tatsächlich sorgt der genügsame Prozessor in Zusammenarbeit mit dem großen Akku mit 72 bis 80 Wattstunden je nach Modell für lange Laufzeiten. Das Testgerät schaltete sich erst nach knapp 15 Stunden im Office-Betrieb ab. Soviel Durchhaltevermögen bieten nicht viele Notebooks. Und auch bei den Anschlüssen bieten die Mitbewerber weniger. Ungeachtet des flachen Gehäuses gibt es USB-A/C und HDMI in voller Größe, Thunderbolt und Micro-SD-Slot sowie eine Audio-Klinke sind ebenfalls mit dabei. Geschäftsreisende wird es freuen. Damit entfällt die Notwendigkeit, eine Dockingstation oder ein Adapterkabel für Beamer und Co. einpacken zu müssen. Drahtlos kommunizieren die "grams" via WiFi 6 und Bluetooth 5.0. 

Akku, Speicher, Festplatte - alles kann raus

Die kleineren Modelle werden mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher angeboten, das Spitzenmodell bietet 16 Gigabyte DDR4-Speicher. Die Festplattengröße reicht von 256 Gigabyte SSD bis zu einem Terabyte. Sehr erfreulich: Weiterer Arbeitsspeicher lässt sich auch ohne Werkstatt leicht selbst hinzustecken. Das gilt ebenfalls für die SSD-Festplatten und den internen Akku.

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Durch diese Erweiterungen dürfte das Notebook auch noch nach Jahren noch seinen Dienst verrichten. Das sollte es besser auch, denn die Investition ist verglichen mit anderen Modellen gesalzen. Für das kleinste Modell sind mit 1000 Euro sozusagen ein Euro pro Gramm fällig. Für das Spitzenmodell erwartet LG rund 1650 Euro. Preise, die sich klar an einen Kundenkreis richten, der seine Büroarbeitsgeräte kauft, um sie steuerlich abschreiben zu können. Für alle anderen gibt es in der Preiskategorie jenseits der 1000 Euro Notebooks, die zwar das Dreifache wiegen, aber dank der Grafikchips von Nvidia oder AMD auch Videoschnitt mit Hardware-Rendering und Gaming können.


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  • Henry Lübberstedt