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Nach Nutzer-Debatten: Twitter präzisiert Spielregeln für Politiker-Tweets

Erschrecken wird der Kurznachrichtendienst Twitter die mächtigsten Politiker der Welt mit seinen neuen Spielregeln eher nicht. Doch US-Präsident Trump und seine Kollegen dürfen sich in bei der Verbreitung von Inhalten zukünftig auch nicht mehr alles erlauben.

US-Präsident Donald Trump gehört zu den fleißigsten Politikern bei Twitter

In einem Tweet in eigener Sache hat Twitter klar gestellt, dass selbst hochrangige Politiker nicht über den Regeln des Kurznachrichtendienstes stehen. 

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Twitter gehört bei den mächtigsten Männern und Frauen der Welt mittlerweile zum Standard-Repertoire der Kommunikation. Mal eben noch einen kurzen Tweet absetzen – das geht schnell und man erreicht binnen wenigen Sekunden Millionen User. Vor allem US-Präsident Donald Trump hat den Kurznachrichtendienst als wichtigsten Kommunikationskanal entdeckt, um seine Gedanken und Ideen in die Welt zu posaunen. Dass er sich dabei nicht immer an die Regeln des Spiels hält, hat bisher niemanden groß gestört.

Jetzt haben sich User darüber beschwert, dass die Betreiber Staats- und Regierungschefs von vielen Regeln ausnehmen und diese immer wieder ungestraft falsche, irreführende oder auch beleidigende Botschaften verbreiten. Vier Monate nach der umstrittenen Neuregelung rudert Twitter zumindest ein Stück zurück. Die Kalifornier stellten in einem Tweet in eigener Sache klar, dass auch hochrangige Politiker nicht komplett über dem Twitter-Gesetz stehen. 

Twitter-Politik: Was sich nun ändert 

In sechs Bereichen will das Unternehmen nun auch bei twitternden Politikern hart durchgreifen, die gegen die Regeln verstoßen. Bei Verherrlichung von Terrorismus, bei "klarer und direkter Androhung von Gewalt", bei der Veröffentlichung privater Daten wie Adressen und Telefonnummern, bei intimen Fotos und Videos ohne Zustimmung des Betroffenen, bei sexueller Ausbeutung von Kindern sowie bei jeder Art von Selbstverletzung.

So will Twitter die Möglichkeiten einschränken, solche Beiträge zu retweeten oder zu liken. Sie sollen auch nicht mehr in der algorithmischen Sortierung der Timeline auftauchen. Wenn gegen eine Regel verstoßen wird, soll neben dem Tweet ein Hinweis angezeigt werden, den User bestätigen müssen, um den Tweet sehen zu können.

Twitter in der Zwickmühle

Twitter hatte im Sommer erklärt, dass Tweets von Politikern auf der Plattform bleiben können, auch wenn sie Regeln des Dienstes verletzen. Das solle zum Beispiel in den Fällen passieren, wenn sie Nachrichtenwert haben oder es öffentliches Interesse daran gibt, dass die Inhalte verfügbar bleiben. Das Unternehmen wollte sich damit aufkommenden Vorwürfen der Zensur entziehen. Kurz darauf lösten Tweets von Donald Trump bei Internetnutzern Proteste aus. Der US-Präsident nutzte seine Freiheit, um offen zu Gewalt aufzurufen und Menschen öffentlich zu beschimpfen. Derartigen Hassbotschaften hat Twitter nun zumindest einen kleinen Riegel vorgeschoben.

js / dpa