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Beziehungs-Aus Trennungscoach verrät die sechs Signale, die zeigen, dass Ihre Beziehung am Ende ist

Leben wie mit einem Fremden - emotionale Dürre zersetzt viele Beziehungen.
Leben wie mit einem Fremden - emotionale Dürre zersetzt viele Beziehungen.
© Getty Images
Sarah Woodward berät Frauen in der dunkelsten Stunde, sie ist für sie da, wenn die Frauen ahnen, dass ihre Beziehung nichts taugt, sie sich das aber selbst noch nicht eingestehen wollen.

Sarah Woodward hat jahrelang für große Unternehmen wie Sony gearbeitet. Als eine enge Freundin von ihr eine Scheidung durchmachte, bemerkte sie, wie wenig Hilfe es für Frauen in dieser Situation gibt. Aus ihrer jahrelangen Praxis kennt sie die wichtigsten "Red Flags", die anzeigen, dass es besser ist, Schluss zu machen.

Buchhaltung über Ausgaben

Bei Woodwards Prioritäten steht finanzieller "Missbrauch" oben auf der Liste. Gemeint ist nicht Betrug, sondern etwa eine schleichende Form von Entmündigung. "Zu den Warnsignalen gehört, wenn der Partner alle Ihre Ausgaben infrage stellt und anfängt, Quittungen und Kontoauszüge zu prüfen." 

Durch diese Kontrolle wird eine selbstständige Frau wieder in die Rolle einer Hausfrau der 1950er gedrängt, selbst wenn sie arbeitet. Eine andauernde Demütigung. Neben den Kontroll-Partnern gibt es noch die Ausnutzer. "Werden Sie gezwungen, Schulden auf Ihren Namen aufzunehmen, die Sie nicht zurückzahlen können, während Ihr Partner das Geld für sich selbst ausgibt?" Beides sind Zeichen, dass die Beziehung sofort beendet werden muss.

Affären und Facebook-Kontrolle

Die meisten Menschen geben an, dass sie ihrem Partner eine Affäre verzeihen würden. Aus der Praxis weiß Woodward, dass das nicht so einfach ist. Schon deshalb, weil es keine Affäre ohne Bedeutung gibt. "Eine Affäre ist oft ein Zeichen für eine gescheiterte Ehe und ein Symptom für tiefer liegende Probleme wie Wut, Groll und Einsamkeit sowie Unterschiede im sexuellen Verlangen." Die Andere ist nicht das primäre Problem, sondern dass die Beziehung eigentlich in Trümmern liegt. "Um weiterzumachen und die Ehe wieder aufzubauen, muss man in der Lage sein, eine Affäre zu verzeihen, und das braucht Zeit und Mühe."

Dabei muss eine Frau auch ihre Grenzen erkennen. Es nützt nichts, sich zum Verzeihen zu zwingen, wenn man den Betrug nicht verwinden kann. "Wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie jeden Schritt Ihres Partners beobachten und ihn nicht aus den Augen lassen wollen, oder wenn Sie sein Telefon oder seine sozialen Medien überprüfen, dann ist es an der Zeit, Schluss zu machen und weiterzuziehen."

Kein Streit ist kein gutes Zeichen

Nichts als Harmonie in der Beziehung? Daran glaubt Sarah Woodward nicht. Überhaupt kein Streit ist ein Zeichen, dass beide die Beziehung bereits aufgegeben haben. "Paare, am Ende ihrer Beziehung, sprechen oft kaum noch miteinander, geschweige denn, dass sie sich streiten."

Woodward glaubt, dass richtiges Streiten Vertrauen und Intimität aufbauen kann. Aber das schafft nur ein echter Streit, der Konflikte benennt und lösen will. Wenn die Streitereien zum Schuldzuweisungsspiel werden und es nur darum geht, mit dem Finger auf den anderen zu zeigen, ist das ein schlechtes Zeichen. "Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie Ihre Bedürfnisse und Wünsche in Ihrer Beziehung nicht ausdrücken können, ist es an der Zeit ist, die Beziehung zu verlassen.

Wünsche verheimlichen

Es ist ganz normal, dass Personen sich weiterentwickeln. Wo am Anfang alles gemeinsam war, kann es passieren, dass sich Wünsche und Ziele in verschiedene Richtungen entwickeln. Wenn ein Paar einen Kompromiss findet und beiden Seiten einen Weg für die Zukunft finden können, stärkt das die Beziehung. Was aber, wenn sich der Partner wie ein Fremder anfühlt? "Ertappen Sie sich jedoch dabei, dass Sie auf Eierschalen laufen oder Ihre Meinung nicht äußern, um den Frieden zu wahren?" So kann die Zukunft nicht aussehen, dann ist es an der Zeit die Beziehung zu verlassen.

Der Partner zuletzt

Dass die sexuelle Intimität in einer langen Beziehung abnimmt, ist weithin bekannt. Woodward weist daraufhin, dass auch die emotionale Nähe abnimmt. Und das ist vor allem für Frauen ein Problem. Das lässt sich leicht feststellen: Werden die emotionalen Momente noch mit dem Partner geteilt, fragt Woodward. "Vielleicht war Ihr Partner früher ein Fels in der Brandung - derjenige, den Sie immer um Rat gefragt haben, mit dem Sie wichtige Momente oder Ihr letztes Missgeschick geteilt haben – doch jetzt rufen Sie Ihre Freunde zuerst an."

Auf Dauer ist das tödlich, aber zum Glück kann man der emotionalen Dürre entgegenwirken. Man müsse nur versuchen, als Paar wieder Dinge zu unternehmen und ganz allgemein am Leben des anderen teilzuhaben

Kinder als Entschuldigung

Viele Paare bleiben zusammen, weil es das Beste für die Kinder sei. Das stimmt aber nie. "Kinder sind hellhörig und nehmen jede negative Stimmung, jede Spannung und jeden Streit auf." Man solle nicht glauben, dass man solche Spannungen vor den Kindern verbergen könne. Eltern sollten ein Vorbild für eine gesunde Beziehung sein und nicht für gequältes Schauspiel. Woodward rät, darauf zu achten, ob die Kinder glücklicher wirken, wenn nicht beide Elternteile im Haus sind. Das ist ein untrügliches Zeichen, wie sehr die Spannungen die Kinder belasten. Sollte es zur Scheidung kommen, sollte beide Partner ihren Kindern gemeinsam diesen Entschluss verkünden. Und sich Zeit für Fragen nehmen. "Erzählen Sie ihnen keine Details und ermutigen Sie sie, mit Ihnen über ihre Sorgen zu sprechen."

Quelle: Sarah Woodward, The Sun


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