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Psychologie und Partnerschaft: Diese drei Sätze ruinieren jede Liebe

Schöne Dinge vergessen wir schnell, an Kränkungen erinnern wir uns ein Leben lang. Wer seine Beziehung behalten will, muss seine Zunge im Zaun halten, sagt Paartherapeutin Alexandra Solomon, und verrät die drei gefährlichsten Killer-Sätze.

Unbedachte Worte zerstören viele Beziehungen.

Unbedachte Worte zerstören viele Beziehungen.

Die Psychologie weiß, dass wir Menschen in aller Regel für negative Kommentare eine sehr durchlässige Membran haben, sie treffen uns direkt ins Herz. Positive und aufbauende Bemerkungen stoßen dagegen auf eine dicke Teflonschicht. 

Für diese hohe Sensibilität für Gefahren wird der Steinzeitmensch und sein Leben in der Wildnis verantwortlich gemacht. Es sind kollektive Erfahrungen aus einer Zeit, in der jede Nachlässigkeit gefährlich werden konnte. Fakt ist, dass wir immer auf der Hut vor Gefahren sind und uns nur ganz selten entspannt und sicher fühlen.

Dieses Raster mag in der Savanne als Jäger und Sammler nützlich gewesen sein, es wird auch Soldaten helfen zu überleben – für Beziehungen wirkt es wie ein schleichendes Gift. 

Unfair für Beziehungen

Die Psychologin Dr. Alexandra Solomon erinnert in "Psychology Today" daran, dass uns die bösen Worte unsere Partners viel stärker verletzen, als seine freundlichen Worte uns aufbauen können. Das ist nicht fair für den Fortbestand einer Beziehung und auch mühsam. Der Therapeut John Gottmann nimmt an, man müsse mindesten fünf Mal mehr positive Momente in einer Beziehung erleben als negative, damit die Liebe gedeihen kann. 

Hinzu kommt eine weitere Erschwernis: Häufig kühlen die positive Leidenschaften mit der Zeit ab. Aus glühender Hitze wird allmählich eine behagliche Raumtemperatur. Streitigkeiten dagegen verlieren auch bei langjähriger Paare nichts von ihrer emotionalen Heftigkeit. 

Alexandra Solomon meint, gegen die Sprengwirkung negativer Erfahrungen müsse man ununterbrochen "dicke Mauern von Wärme und Unterstützung" aufbauen. Vor allem muss man drei echte Sätze vermeiden. Nach den Erfahrungen der Paartherapeutin sind das die Liebeskiller, die die meisten Beziehungen ruinieren.

Die Erpressung: "Wenn Du mich liebst, würdest Du …" 

Wer seinen Willen mit dieser Art von Vertrauensfrage durchsetzen will, gefährdet seine Beziehung. Womöglich lenkt der Partner eingeschüchtert ein. Doch Solomon meint, wenn man seinen Partner wirklich liebt, würde man die Frage gar nicht so stellen und die gegenseitige Liebe als Druckmittel einsetzen. Und irgendwann versteht das auch der Partner. 

Die Jugend-Nostalgie: "Warum ist es zwischen uns nicht mehr so wie früher?" 

Mit dem Satz wird gegen die Zeit und das Alter gekämpft. Doch alle Dinge ändern sich mit der Zeit. Das ist unabänderbar, kein Partner kann die Zeit zurückdrehen. Anstatt romantischen Märchenträumen nachzuhängen, solle man sich fragen was man konkret vermisse und haben möchte - jetzt sofort, rät Doktor Solomon. Ein gemeinsames Abendessen, eine Massage. Lieber sich verletzlich und als Mensch mit Bedürfnissen zeigen, als unerfüllbaren Sehnsüchten hinterher zu träumen. 

Der Tiefschlag: "Du benimmst dich wie deine Mutter (dein Vater)"

Auch wenn diese Bemerkung inhaltlich nicht ganz falsch sein sollte, rät Solomon dringend ab, sie je zu benutzen. Es sei eine offene Kampfansage, ein Schlag unter die Gürtellinie. So würde jeder Streit unweigerlich eskalieren. Besser sei es, exakt das Benehmen zu benennen, das einen so sehr störe.


Kra
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