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US-Marines: Nacktbilder in geheimer Facebook-Gruppe: Sex-Skandal erschüttert Elite-Truppe

Sex-Skandal bei der Elite-Truppe der USA: In einer geheimen Facebook-Gruppe sollen Marines Nacktbilder ihrer Kameradinnen geteilt haben. Zwei Betroffene sprachen mit der Zeitung der Marines.

Der Skandal wirft die Bemühungen der USA zurück, Frauen gleichberechtigt in der Truppe zu beschäftigen. 

Der Skandal wirft die Bemühungen der USA zurück, Frauen gleichberechtigt in der Truppe zu beschäftigen. 

Die Marine-Infanterie der USA gilt als Elite-Truppe mit hohem Ethos. Ihr Motto lautet seit 1883: semper fidelis (immer treu). Wenig treuherzig ging es in einer geheimen Facebook-Gruppe zu. Sie nannte sich "Marines United" und hatte ziemlich schmutzige Vorstellungen von der Vereinigung von Marines. Dort sollen männliche Marines erotische Bilder von weiblichen Kameradinnen ohne deren Wissen geteilt und unflätig kommentiert haben. Inzwischen ermittelt der Naval Criminal Investigative Service (NCIS) in dem Fall. Die Seite wurde abgeschaltet.

Wie viele Personen in den Sex-Skandal verwickelt sind, ist unklar. Ein Militärangehöriger, der anonym bleiben wollte, sagte der Nachrichtenagentur AP, dass zumindest eine Person bereits entlassen wurde, weil sie Links zu diesen Bildern verbreitet hatte.

Facebook-Gruppe hatte 30.000 Mitglieder

Mehr als zwei Dutzend aktive, weibliche Militärs konnten inzwischen anhand ihrer Bilder identifiziert werden. Dazu sollen weitere Frauen kommen, die inzwischen aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind. Außerdem befinden sich unter den Bildern auch Fotos von Frauen, die selbst nie beim Corps waren, aber einen Ex-Freund haben, der bei den Marines dient.

Etwa 30.000 Personen sollen der Gruppe gefolgt sein. Die Ermittlung des NCIS richtet sich derzeit hauptsächlich gegen zwei Personen, die die Bilder letztlich gepostet haben sollen. Die Führung der Truppe ist erwartungsgemäß erschüttert. Sie äußert sich wegen der fortlaufenden Ermittlungen allerdings nicht zu dem Fall. Der höchste Unteroffizier der Marines, Sergeant Major Ronald L. Green, sagte nur: "Diese Art von Verhalten ist das Gegenteil von dem, was das Marine Corps repräsentiert."

Und tatsächlich ist die Gruppe wohl alles andere als harmlos gewesen. Dort wurde nicht hauptsächlich Erotik vom Sujet "Women in Uniforms" geteilt. Es sollen heimlich gemachte Bilder hochgeladen worden sein und es soll sich um "Revenge Porn" von Ex-Freunden handeln.

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Betroffene sprachen mit Marine-Zeitung

Zwei betroffene Frauen haben sich inzwischen zu Wort gemeldet. Kelsie S. beendete die Beziehung mit ihrem Marine-Freund. Kurze Zeit später erhielt sie einen Screenshot, auf dem erotische Bilder von ihr zu sehen waren, die sie ihrem damaligen Freund geschickt hatte. Da sie in einer Bar in der Nähe eines Marine-Stützpunkt arbeitet, habe sie seitdem darunter gelitten, dass viele Marines die Bilder offenbar kannten und abfällige Bemerkungen über sie machen. "Sie erwähnen, was sie gesehen hätten und fragen, wie sie auch etwas davon bekommen könnten. Ich bin mehrfach als Hure beschimpft worden, weil ich die Bilder ja zuerst gesendet hätte", sagte Kelsie S. der "Marine Corps Times".

Ihr Ex-Freund dagegen sei nur gelobt worden für seine Aktion. Offenbar konnte man in der Facebook-Gruppe auch Bonuspunkte sammeln. "An manchen Tagen mag ich das Haus nicht verlassen", sagte sie weiter. "Ich bin als Marine-Kind groß geworden, damals gab es nichts Ehrenvolleres und Größeres als das Marine Corps. Aber heute ist das nicht mehr das Corps, für das mein Vater gekämpft hatte."

Eine zweite Frau, Elle Audra, hat das Corps 2010 verlassen und eine Karriere als Model gestartet. Auch sie sprach mit der "Marine Corps Times".  Sie erhält wegen ähnlicher Bilder seitdem ununterbrochen Botschaften. "Diese Nachrichten sind meist so: 'Wo warst du nur, als ich bei den Marines war? Ich will dich auch f__en'." Besonders unheimlich sei es, wenn sie solche Aufforderungen von Personen bekommt, die sie selbst aus dem Dienst kannte. Aber anders als die offiziellen Stellen, glaubt sie nicht an einem Einzelfall. "Ich bin erleichtert, dass jemand endlich den Mund aufgemacht hat über das, was den meisten weiblichen Marines im Dienst geschieht."

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