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Covid-19-Pandemie: Pornos in der Pandemie: Pornhub und Sex-Apps profitieren von der Corona-Krise

Die Pornowebsite Pornhub, Online-Sexkurse und Sexting-Apps verzeichnen seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie höhere Nutzerzahlen. In der sozialen Isolation greifen Menschen offenbar vermehrt auf entsprechende Dienste zurück. 

Eine junge Frau sitzt im Home Office und schaut auf ihr iPad

In Zeiten von Social Distancing und Home Office greifen viele Menschen offenbar auf Pornos und Sexting-Apps zurück 

Getty Images

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Die gravierenden Folgen für das Gesundheitssystem, die Kulturszene und die Wirtschaft sind schon jetzt absehbar. Doch zumindest ein paar Gewinner gibt es in dieser Krise: die Porno-, Online-Dating und Sexting-Industrien. Offensichtlich nutzen viele Menschen ihre neu gewonnene Freizeit in den eigenen vier Wänden, um sich wenigstens online etwas, nun ja, zu vergnügen. Pornhub freut sich laut eigener Statistik aktuell über höhere Nutzerzahlen. An einigen Tagen sei die Zugriffsrate aus Europa um sechs Prozent höher als vor dem Ausbruch der Pandemie. Das nutzt das US-Unternehmen für geschickte Eigen-PR und hat Menschen in Italien bereits kostenlose Premium-Zugänge angeboten.

Etwas verstörend: Laut aktueller Statistik verzeichnet das Unternehmen seit dem 25. Januar 2020 vermehrt Suchanfragen mit den Schlagwörtern "Corona", "Covid" und "Coronavirus". Am 5. März 2020 erhielt die Website mehr als 1,5 Millionen solcher Anfragen an nur einem Tag. Pornhub reagiert auf das akute Interesse. Mittlerweile sollen laut "Computerbild" vermehrt Pornos mit Menschen, die Atemschutzmasken tragen, verfügbar sein. In Deutschland sind diese Begriffe aber offenbar nur wenig beliebt. Suchanfragen in Zusammenhang mit dem Coronavirus erhält Pornhub den Statistiken zufolge vor allem aus der Slowakei, Bulgarien und Irland. 

Sexting-App-Registrierungen "explodieren" 

Doch auch die Deutschen suchen nach Wegen, "ihre Fantasie zu beflügeln", wie es die sogenannte Sexting-App Rinsing in einer Pressemitteilung formuliert. Die Registrierungen bei dieser App würden nach Aussagen des Unternehmens derzeit "explodieren". Auch die Aktivitätsdauer der Nutzer sei um 60 Prozent gestiegen. Laut der Betreiber habe sich sogar gezeigt, dass der Anteil der Nutzer in Regionen mit besonders vielen Covid-19-Fällen besonders hoch sei. 

Falls ihr jetzt schon Feuer und Flamme seid, möchten wir euch nur zur vollständigen Information an dieser Stelle nicht verschweigen, dass die App ein etwas spezielles Frauenbild zu vermitteln scheint. In der Beschreibung heißt es: "Die App wurde gegründet, um anspruchsvolle Männer mit attraktiven Frauen online in Kontakt zu bringen (...) Die Frauen werden für ihre Chataktivitäten mit Coins vergütet." Ah ja …

Doch auch harmlosere Dating-Apps wie Tinder reagieren auf die Corona-Krise. So blendet Tinder neben Werbung für Online-Lieferanten nun ab und zu auch einen Hygiene-Hinweis ein. Darin werden Nutzer unter anderem dazu aufgefordert, sich nicht ins Gesicht zu fassen und Menschenmassen zu meiden. Wie der "Guardian" berichtet, halte das Virus die meisten Nutzer jedoch nicht davon ab, auf Dates zu gehen. 93 Prozent gaben an, dies auch weiterhin zu tun. Viele Menschen nehmen also immer noch keine Rücksicht darauf, möglicherweise unbewusst das Virus zu verbreiten und Risikopatienten anzustecken. 

Kanäle Venedig mit klarem Wasser

Wer vorbildlich ist und vor allem zu Hause bleibt, möchte sich offenbar besonders in Sachen Bettsport weiterbilden. So teilte das Startup Beducated dem Portal "Gründerszene" mit, aktuell so hohe Nachfragen wie sonst nur an Feiertagen und Weihnachten zu verzeichnen. Beducated bietet sogenannte Online-Sexkurse an und hat sich zum Ziel gesetzt, das Sexleben der Menschen zu verbessern. "Die Leute sind jetzt zu Hause und googlen 'persönliche Themen'", erklärt sich das Startup das gesteigerte Interesse. Im Büro würden Nutzer sonst nicht nach Begriffen wie "Penismassage" oder "Fesselspiele" suchen. Vielleicht kann Deutschland sich nach einer hoffentlich gut überstandenen Pandemie also zumindest über eine höhere Geburtenrate freuen. 

Quellen: Pornhub, "Guardian", "Computerbild", "Gründerszene"

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