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Große Übersicht Unterricht in der Corona-Pandemie: So wollen die Bundesländer ins neue Schuljahr starten

Schule in Coronazeiten: Kind mit Maske
Ein Kind hält in der Schule einen Mundschutz in der Hand: Da Bildung Ländersache ist, fallen die Regelungen hinsichtlich Maskenpflicht, Abstand und Hygiene deutschlandweit unterschiedlich aus.
© Robert Michael/dpa-Zentralbild / DPA
Die ersten Kinder drücken schon wieder die Schulbank, der Rest folgt in den nächsten Wochen. So sehen die Pläne der Bundesländer für den Start ins neue Schuljahr in Zeiten von Corona aus.

Baden-Württemberg: Noch sind Sommerferien in Baden-Württemberg. Ab dem 14. September sollen die Schüler wieder regulär unterrichtet werden. Voraussetzung dafür ist, dass es keine zweite Infektionswelle gibt.

Der Unterricht soll zur Vermeidung von Durchmischungen in möglichst festen Gruppen ablaufen. Eine Maskenpflicht soll auf dem Gelände und in Gebäuden der Schule gelten, jedoch nicht im Unterricht. Eltern können ihre Kinder vom Präsenzunterricht fernhalten, in dem Fall müssen die Schüler aus der Ferne mitlernen. 

Kitas können öffnen. Für Mitarbeiter von Schulen und Kitas soll es kostenlose Tests geben.

Bayern: Bayern hat noch bis zum 7. September Sommerferien. Wie es danach weitergeht, hängt vom Verlauf der Pandemie ab. In Bayern gilt im neuen Schuljahr eine Maskenpflicht an Schulen - auch an Grundschulen. Der Mund-Nasen-Schutz soll bis zum Platz im Klassenzimmer getragen werden.

Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie sei regional auch eine Maskenpflicht während des Unterrichts möglich, sagt Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Für die Schulen wurde ein entsprechender Vier-Stufen-Plan entwickelt. Die Hygieneregeln werden je nach Infektionsgeschehen stufenweise verschärft bis hin zum Distanzunterricht zu Hause. Der Freistaat will zudem auch Lehrkräfte ohne Lehramtsstudium einsetzen, um Stammlehrkräfte, die zur Risikogruppe gehören und nicht an die Schule können, zu unterstützen. Für Lehrer sollen zu Beginn des Schuljahres einmalige Reihentests angeboten werden.

Alle Kinder dürfen zurück in Kindergärten und Krippen. Ab September sollen Kinder mit Schnupfen und laufender Nase nicht mehr automatisch vom Kita-Besuch ausgeschlossen werden; hierzu wird ein Leitfaden erarbeitet.

Berlin: Die Schulen sollen nach dem Ende der Sommerferien am 10. August zu einem weitgehenden Normalbetrieb zurückkehren.  In der Hauptstadt ist wieder "durchgehender Unterricht" in "vollem Umfang" für alle geplant. Die Lehrer sollen zu Beginn den Lernstand der Schüler überprüfen und dann entsprechende Konzepte zur Unterrichtsgestaltung und eventuelle Fördermaßnahmen festlegen. Sport-, Musik- und Theaterunterricht darf wieder stattfinden. Gemeinsames Singen in geschlossenen Räumen ist nicht gestattet. Körperkontakt soll vermieden werden. Im Schulgebäude gilt auf Fluren, in Aufenthalts- und Gemeinschaftsräumen oder der Toilette Maskenpflicht. In Unterrichtsräumen, auf dem Pausenhof oder im Hort soll diese Verpflichtung nicht gelten. 

In den Kitas soll die Betreuung aller Kinder wieder in vollem Umfang stattfinden.

Die Vorgaben zu Abstand, Maskenpflicht, Gruppenbildung sind unterschiedlich

Brandenburg: Die Schulen sollen nach dem Ende der Sommerferien am 10. August zum regulären Betrieb zurückkehren. Für Lehrer und Schüler in Brandenburg ist derzeit keine Maskenpflicht geplant. Alle Lehrer können sich in der Zeit zwischen Anfang August und Ende November sechs Mal auf Kosten des Landes freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Dagegen ist nur eine einmalige Test-Stichprobe bei einem Prozent der Schüler (also bei 2900) vorgesehen. Sollte es zu einem Corona-Ausbruch kommen, sollen möglichst nur einzelne Klassen in den Heimunterricht geschickt werden. Es soll nicht gleich die ganze Schule geschlossen werden. Bis zum Ende des ersten Halbjahres sollen für alle Schüler mobile Endgeräte zur Verfügung stehen.

Kitas können grundsätzlich wieder für alle Kinder öffnen.

Bremen: Im Land Bremen sind Sommerferien bis zum 26. August. Das kleinste Bundesland hat ein "Rahmenkonzept Schuljahr 2020/2021" aufgestellt und will damit "möglichst viel Normalität und einen Regelbetrieb unter den Auflagen des Hygieneplans erreichen". Leitmotiv aller Entscheidungen sei das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Teilhabe. Vorgesehen sind "möglichst feste Klassenteams". Falls es pandemiebedingt doch zu Einschränkungen des Schulbetriebs kommen sollte, sollen Grundschüler und Schüler, die zu Hause keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten zum selbstständigen Lernen haben, bevorzugt mit Präsenzzeiten versorgt werden. 

Kitas sind im eingeschränkten Regelbetrieb geöffnet.

Hamburg: Nach dem Ende der Sommerferien am 6. August können wieder alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Kurz vor dem Beginn des Schuljahres wurde für die Schulen der Hansestadt eine Maskenpflicht verfügt. Der Mund-Nasen-Schutz muss demnach mit Betreten des Schulgeländes getragen werden. Nur im Unterricht darf er abgelegt werden. Ausgenommen von den Regelungen sind Grundschüler. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) verteidigte wenige Tage vor dem Schulstart den geplanten Vollbetrieb gegen Kritik von besorgten Eltern und Gewerkschaften. In dieser Situation sei es sehr vertretbar, jetzt mit dem Schulunterricht wieder zu beginnen. Alle Hamburger Lehrer und anderen Beschäftigten der Schulen können sich mehrfach kostenlos auf Corona testen lassen.

Alle Kinder dürfen in einem eingeschränkten Regelbetrieb wieder die Kitas besuchen.

Hessen: Nach dem Ende der Schulferien ist an allen Schulen ab dem am 14. August normaler Präsenzunterricht mit Schulpflicht vorgesehen. In Hessen wird der Mindestabstand in den Klassenräumen und beim Sportunterricht aufgehoben, er besteht jedoch weiterhin beispielsweise bei Konferenzen. Im Musikunterricht ist gemeinsames Singen und Musizieren mit Blasinstrumenten nur im Freien erlaubt. Die Schulleitung kann für die Zeiten außerhalb des Präsenzunterrichts im Klassen- oder Kursverband das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung anordnen. Jede Lehrkraft kann sich voraussichtlich vor dem Start ins neue Schuljahr auf eine mögliche Corona-Infektion testen lassen. 

Die Kitas sind wieder zum Regelbetrieb übergegangen.

Mecklenburg-Vorpommern startete als erstes

Mecklenburg-Vorpommern: Seit Montag, 1. August, gibt es wieder einen verlässlichen und täglichen Regelunterricht für alle Schüler - mit mindestens vier Stunden am Tag in der Grundschule und an den weiterführenden Schulen mindestens fünf. Das Bildungsministerium hat die Schüler jahrgangsmäßig in Gruppen eingeteilt. So bleiben beispielsweise die Jahrgangsstufen 1 bis 4 oder 7 und 8 unter sich. "Die verschiedenen definierten Gruppen sollen sich einander nicht bzw. möglichst nur unter Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 m begegnen", lautet die Anweisung. Einen Tag nach Schulbeginn wurde nachträglich eine Maskenpflicht für Lehrer und Schüler ab der fünften Klasse auf dem Schulgelände, nicht aber im Unterricht, beschlossen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es kostenlose Corona-Tests für Lehrer und Kita-Personal. Möglich sind bis zu den Herbstferien fünf Tests pro Person im Abstand von zwei Wochen. 

Kitas stehen wieder allen Kindern offen.

Niedersachsen: In Niedersachsen sind Schulferien bis zum 26. August. Das Bundesland will danach nach Angaben des Kultusministeriums ein Maximum an Bildung und Betreuung anbieten. Das Land starte nach den Sommerferien an den Schulen einen eingeschränkten Regelbetrieb mit möglichst festen Lerngruppen, sagte Kultusstaatssekretärin Gaby Willamowius am 4. August in Hannover. Für das neue Schuljahr wurden - je nach Infektionslage - drei Szenarien entwickelt. Im Moment wird vom "eingeschränkten Regelbetrieb" ausgegangen - laut Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) "Schule wie immer" mit "ein paar Sonderregelungen". Das heißt, dass auf das Abstandsgebot verzichtet wird, es aber feste Lerngruppen geben soll. Masken sollen auf den Fluren getragen werden. 

Die Kitas sind seit Montag wieder für alle Kinder im Regelbetrieb geöffnet.

Nordrhein-Westfalen: Ab dem 12. August soll wieder Regelbetrieb gelten. Im bevölkerungsreichsten Bundesland mit seinen 5500 Schulen und rund 2,5 Millionen Schülern gelten die vorerst strengsten Regeln: Im neuen Schuljahr muss an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen auch im Unterricht eine Maske getragen werden - das gilt zunächst zum 31. August. Soweit Lehrkräfte den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicherstellen können, gilt die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung auch für sie. An Grundschulen müssen die Jahrgänge 1 bis 4 im Schulgebäude und auf dem Gelände einen Mund-Nasen-Schutz tragen - nicht aber, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. Die Beschäftigten von Schulen und Kitas in NRW können sich bis zu den Herbstferien alle 14 Tage freiwillig und kostenlos auf Corona testen lassen. 

Alle Kita-Kinder werden wieder betreut, allerdings mit weniger Stunden pro Woche als normal.

Rheinland-Pfalz: Nach dem Ende der Sommerferien ist ab dem 17. August wieder normaler Präsenzunterricht geplant. Der für das neue Schuljahr weiterentwickelte Hygieneplan sieht kein Abstandsgebot mehr vor.

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) plant je nach Entwicklung der Corona-Infektionen mit zwei weiteren Szenarien: Das bisherige Nebeneinander von Präsenz- und Fernunterricht sowie temporäre Schulschließungen bei einem größeren Ausbruch. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt: "Wenn es zu einem Infektionsfall kommt, werden alle anderen in Quarantäne geschickt und es wird umfassend getestet - und die Schule im Zweifel temporär geschlossen." Das Vorgehen sei mit Gewerkschaften, Lehrerverbänden, Eltern- und Schülervertretern besprochen.

Die Kitas haben wieder den Regelbetrieb aufgenommen, sofern sie ferienbedingt nicht noch geschlossen haben.       

Je nach Land unterschiedliche Hygiene- und Test-Konzepte

Saarland: Nach dem Ende der Sommerferien ist ab dem 17. August wieder an allen Schulen normaler Präsenzunterricht mit Schulpflicht vorgesehen. Der Unterricht soll in festen Gruppen innerhalb eines Jahrgangs stattfinden, "um eine Durchmischung mit den anderen Jahrgängen nach Möglichkeit zu vermeiden". Ziel sei es, dass bei Infektionsfällen für die nicht betroffenen Personen der Präsenzunterricht weiterlaufen könne. Im Hygieneplan des Landes für die Schulen wird außerdem empfohlen, Musikunterricht - wenn gesungen wird - bei gutem Wetter im Freien abzuhalten. Schüler, die zur Risikogruppe gehören, können mit ärztlichem Attest vom Schulbesuch befreit werden, müssen aber an Prüfungen teilnehmen. Dafür stellen die Schulen separate Räume zur Verfügung.

Kitas sind wieder in den Regelbetrieb übergegangen, sofern sie ferienbedingt nicht mehr geschlossen haben.

Sachsen: Nach den Sommerferien sollen die Schulen ab dem 31. August zum Regelbetrieb zurückkehren. "Die Schülerinnen und Schüler werden wie gewohnt in ihren Klassen und Kursen nach den geltenden Stundentafeln und Lehrplänen unterrichtet", hat Kultusminister Christian Piwarz (CDU) für Sachsen angekündigt. Der Mindestabstand von 1,50 Metern gilt nicht mehr. Die Schulleitungen können selbst festlegen, wann und wo eine Maske zu tragen ist. Wer die Schule betritt, muss sich die Hände waschen oder desinfizieren. Täglich wird dokumentiert, wer in der Schule war, um Infektionsketten nachvollziehen zu können.

Die Kitas können zum Regelbetrieb übergehen - allerdings mit erhöhten Hygieneauflagen.

Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt gilt die Anweisung, dass alle Schulen sich auf die Rückkehr in den Regelbetrieb vorbereiten sollen. Das Schuljahr beginnt am 27. August. Das Bildungsministerium weist aber auch darauf hin, dass die Gesundheitsbehörden weiterhin lokale Schulschließungen vornehmen könnten. Daher seien die Schulen gehalten, sich auch auf eine teilweise oder vollständige Abkehr vom Regelbetrieb einzustellen, "um kurzfristig wieder Distanzunterricht anbieten zu können". Die konkreten Planungen für den Schulalltag laufen, ein aktualisierter Hygieneplan soll noch vorgelegt werden. Das Ministerium geht grundsätzlich davon aus, "dass das gesamte pädagogische Personal im Regelbetrieb eingesetzt werden kann". Das Bildungsministerium empfiehlt zudem "allen schulischen Akteuren" die Nutzung der Corona-Warn-App.  

Kitas arbeiten im eingeschränkten Regelbetrieb.

Schleswig-Holstein: Der Regelbetrieb an allen Schulen soll nach den Sommerferien mit dem neuen Schuljahr am 10. August wieder starten. Seit Montag werden die Kinder auf den Inseln und Halligen bereits wieder unterrichtet.

Bildungsministerin Karin Prien stellte am Mittwochmorgen das Konzept vor: Eine dauerhafte Maskenpflicht lehnt die Regierung ab, empfiehlt aber mit Blick auf Urlaubsrückkehrer das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in den ersten zwei Wochen nach Schuljahresbeginn. Ziel sei, so lange wie möglich so viel Präsenzunterricht für so viele Kinder wie möglich anzubieten. Denn, so Prien: "Schule ist für viele Schülerinnen und Schüler nicht nur Lern- sondern auch Lebensort."

Auch in Schleswig-Holstein ist eine Aufteilung der Schüler in feste Großgruppen nach Jahrgangsstufe geplant. Innerhalb der Jahrgänge fällt die Abstandsregel, dafür sollen Kontakte zwischen den Jahrgängen möglichst vermieden werden. "An die Stelle des durchgängig einzuhaltenden Abstandsgebots tritt das Kohortenprinzip", heißt es in einem Konzept für das neue Schuljahr. Begründung: Im Infektionsfall könnte dann nur die entsprechende Kohorte in Quarantäne geschickt werden, ohne dass die ganze Schule zugemacht werden muss. Großflächige Corona-Tests für Lehrer sind im Norden nicht geplant. Derzeit erarbeite ihr Ministerium gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium einen Reaktionsplan, um auch verschiedene Ausbruchsgeschehen vorbereitet zu sein, so Prien. 

Die Kitas können in den Regelbetrieb zurückkehren.

Thüringen: Das Schuljahr beginnt am 31. August. Thüringen hat für die Schulen ein Ampel-Konzept mit abgestuften Sicherheitsmaßnahmen vorgelegt: Grün bedeutet Normalbetrieb, Gelb eingeschränkter Regelbetrieb, wenn beispielsweise ein Infektionsfall an der Schule auftritt, die Kontaktpersonen aber bekannt sind und nach Hause geschickt werden können. Bei Gelb werden die Infektionsschutzmaßnahmen an der Schule verschärft. Wenn der Kontakt nicht nachzuvollziehen ist, tritt Stufe Rot in Kraft und es kann zu einer vorübergehenden Schulschließung kommen. In den Schulen muss überall dort eine Maske getragen werden, wo nötige Abstände zwischen Schülern nicht eingehalten werden können, nicht aber im Unterricht, so Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Klassenfahrten sollen wieder möglich sein. Ab Mitte August sind freiwillige, kostenlose Corona-Tests für Lehrer geplant.

In allen Kitas gilt ein eingeschränkter Regelbetrieb.

rös DPA

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