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Aktion gegen Cybermobbing: Der Tod der kleinen Dolly soll andere Menschen vor ihrem Schicksal bewahren

Eine 14-jährige Australierin nahm sich nach gnadenlosem Cybermobbing das Leben. Ihre Familie kämpft nun gegen die Hetze im Netz – und lud die Täter zur Beerdigung des Teenagers ein.

Amy Everett, genannt Dolly, als Kindermodel für eine australische Hutfirma

Vor acht Jahren modelte Amy Everett, genannt Dolly, für eine australische Hutfirma

Eine 14-Jährige ist tot. Die Australierin Amy Everett, genannt Dolly, starb aber nicht an einer Krankheit oder durch einen Unfall, sondern setzte ihrem Leben selbst ein Ende. Weil sie jahrelanges Cybermobbing nicht mehr aushielt.

Das ist kaum zu ertragen – nicht nur als Unbeteiligter, der das hier liest, sondern natürlich erst recht für die Familie, die mit diesem Verlust umgehen muss. "Dolly wird unglücklicherweise nie erfahren, wie viel Schmerz und Leere sie hinterlässt", schrieb ihr Vater auf Facebook.

In Australien war Dolly durch eine Werbekampagne bekannt

Dolly ist in ihrer Heimat Australien keine Unbekannte: Vor acht Jahren war sie das Gesicht der großen Weihnachts-Werbekampagne eines beliebten Hutherstellers, "Akubra". Viele Menschen erinnern sich noch an das Mädchen mit den großen Augen und dem strahlenden Lächeln. Deshalb erreichten ihre Familie nun unzählige Beileidsbekundungen aus dem ganzen Land.

Die vielen Nachrichten, die die Familie nach dem Tod ihrer Tochter am 3. Januar erhielt, rührten Vater Tick Everett sehr: "Da sind so viele liebe Worte, auf die ich noch nicht antworten konnte", schreibt er auf seiner Facebookseite. "Anstatt die Tastatur und den Bildschirm kaputt zu tippen, würde ich mich gern in diesem großen Posting bei allen bedanken." Er fährt fort: "In dieser Woche haben wir erlebt, wie Social Media im besten Fall funktionieren kann. Aber auch, wie es im schlimmsten Fall ist."

"Manche sagen, Selbstmord sei feige, aber wer auch immer das behauptet, ist vermutlich nicht halb so stark, wie es unser kleiner Engel war", schreibt Dollys Vater.

So sehr er, Dollys Mutter und ihre ältere Schwester Megan leiden – sie wollen den Tod des kleinen Mädchens nicht als "sinnlos" hinnehmen. Die Familie hat begonnen, in Dollys Andenken gegen Cyber-Bullying, gegen unmenschliche Pöbelei und Beleidingungen im Netz zu kämpfen.

In einem mutigen Schritt forderte Tick Everett deshalb etwas Unglaubliches: Er lud die Mobber, die seine kleine Tochter in den Tod getrieben hatten, zur Beerdigung von Dolly ein. "Falls ihr zu den Leuten gehört, die Mobben und permanentes Belästigen für einen Witz halten oder denen das ein Gefühl von Stärke gibt, bitte kommt zur Trauerfeier und seht selbst, was für einen unsagbaren Verlust ihr verursacht habt", schreibt er.

Die Mobber sollen zur Trauerfeier des Mädchens kommen

Die Familie möchte, dass schon Kinder und Jugendliche begreifen, wie schrecklich Mobbing, im echten Leben wie auch im Netz, ist. Der Huthersteller, für den die kleine Dolly modelte, unterstützt die Everetts nun bei ihrem Aufruf: "Sagt was, auch wenn eure Stimme dabei zittert", ist das Motto, das die Familie verbreiten möchte. Auch, wenn man selbst Angst hat, sollte man sich für andere einsetzen.

Denn jeder Mensch, der aus ähnlichen Gründen wie Dolly Everett keinen anderen Ausweg als Suizid mehr sieht, ist einer zuviel. Vielleicht schafft es der Aufruf der australischen Familie ja, weltweit ein besseres Bewusstsein für die schrecklichen Folgen des Mobbings zu schaffen.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Für Kinder und Jugendliche steht auch die Nummer gegen Kummer von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr zur Verfügung - die Nummer lautet 116 111.

Kunterbunter Widerstand: Amerikanerin mit Hautkrankheit wehrt sich gegen jahrelanges Mobbing

WT
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