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Gesetzesinitiative in Tennessee: Drogenkonsum in der Schwangerschaft: Frauen sollen wegen Körperverletzung angeklagt werden

Im US-Bundesstaat Tennessee soll der Drogenkonsum schwangerer Frauen in Zukunft strafrechtlich verfolgt werden, wenn das Kind gesundheitlich geschädigt zur Welt kommt. Die Rate von Säuglingen mit Entzugserscheinungen ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. 

Schwangere Frau

Sollte Drogenkonsum in der Schwangerschaft strafrechtlich verfolgt werden?

Getty Images

Im US-Bundesstaat Tennessee soll es künftig ein neues Gesetz geben, das es ermöglicht, Mütter anzuklagen, wenn sie während der Schwangerschaft Drogen konsumiert haben. Ein Gesetzentwurf sieht vor, dass Frauen wegen Körperverletzung zur Rechenschaft gezogen werden können, wenn das Kind Schäden davonträgt. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend.

Strafrechtliche Verfolgung wegen Körperverletzung

Der Gesetzesentwurf, welcher vergangene Woche von Terri Lynn Weaver, Abgeordnete im Repräsentantenhaus, und Senatorin Janice Bowling eingereicht wurde, besagt: "Wenn das Kind nach der Geburt eine Sucht aufweist oder durch das Suchtmittel verletzt wurde und dieses Suchtverhalten oder die Verletzung auf den illegalen Konsum von Drogen durch die Frau während der Schwangerschaft zurückzuführen ist, könnte die Frau wegen Körperverletzung strafrechtlich verfolgt werden". Außerdem ist vorgesehen, dass der Erlass einer strafrechtlichen Verfolgung nur dann zulässig ist, wenn die Frau beweisen kann, dass sie während ihrer Schwangerschaft aktiv an einem Drogenentzugsprogramm teilgenommen hat und dieses auch nach der Geburt weiterverfolgt – unabhängig davon, ob das Kind Süchte oder Verletzungen aufweist.

Steigende Rate von Säuglingen mit Entzugserscheinungen

Der Grund für die Gesetzesvorlage ist eine Studie aus dem Jahr 2017, in welcher deutlich wurde, dass die Rate an Säuglingen, die unter Opioidentzugssyndrom oder dem sogenannten Neonatalen Abstinenzsyndrom leiden, rasant steigt. Hierbei hat das Neugeborene starke Entzugserscheinungen, nachdem es während der Schwangerschaft Substanzen wie Opioden, Kokain und angsthemmenden Mittel ausgesetzt wurde, erklärt das Gesundheitsministerium Tennessee dem Nachrichtensender NTD.

Wenn das Gesetzt verabschiedet wird, tritt es zum 1. Juli 2019 in Kraft. Tennessee wäre nicht der erste US-Staat, der Drogenkonsum während der Schwangerschaft als Kindesmissbrauch oder Körperverletzung einstuft. Ähnliche Gesetzeslagen gibt es bereits in 23 anderen Staaten.

Quellen: "ABC News Channel 9" / "NTD"

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