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"Family Living": Früher hattest du ein Leben, jetzt hast du Kinder

Die Schwedin Lotta Sjöberg lebt in einer großen Familie – mit Mann, drei Töchtern und Hund. Von ihrem Alltag lässt sie sich zu Cartoons inspirieren, über die man sagen muss: leider wahr!

Von Susanne Baller

Wenn irgendwann nicht mehr zu leugnen ist, dass die Familie einfach mehr Platz braucht, muss ein neues Zuhause her

Wenn irgendwann nicht mehr zu leugnen ist, dass die Familie einfach mehr Platz braucht, muss ein neues Zuhause her

Zwischen der Idee vom Familienleben und dem, wie es tatsächlich ist, klaffen gar nicht so selten große Lücken. Wer mit der romantischen Vorstellung von einer heilen Welt, einer idealen Familie, einem liebevollen Mann und großartigen Kindern in einen Alltag rutscht, der tatsächlich ganz anders aussieht, kann darüber schon mal frustriert sein. Nicht so Lotta Sjöberg. Wie sich bereits auf ihrer Website erkennen lässt, macht die schwedische Cartoonistin das beste draus: Sie zeichnet, was sie erlebt – und kommentiert das Dilemma furztrocken.

In "Familiy Living – Die ungeschönte Wahrheit" knöpft sich Sjöberg die unterschiedlichsten Themen des Familienalltags vor. Sie schöpft dafür nicht nur aus ihren persönlichen Erfahrungen, sondern lässt sich von Eltern aus ihrem Umfeld, aber auch von den Mitgliedern ihrer Facebook-Gruppe "Familiy Living – the true story" inspirieren, in der rund 46.500 Mitglieder ohne Hemmungen Bilder und Geschichten aus ihren Haushalten posten. Wenn auch auf Schwedisch, sagen die Fotos so viel aus, dass jede Übersetzung überflüssig ist: Es herrscht Chaos – und gruselige Unordnung, egal ob Wäsche den Teppichboden ersetzt oder der Gefrierschrank so zugefroren ist, dass sich die dort aufbewahrten Lebensmittel wohl niemals wieder entnehmen lassen. Und genau das ist das Ziel, das Sjöberg mit der Gruppe verfolgt: Sie will dem von Fernsehen und Zeitschriften verbreiteten Bild eines perfekten Zuhauses die Realität gegenüberstellen.

Kinder, die gehorchen? Gibt's doch nur im Fernsehen. 

Kinder, die gehorchen? Gibt's doch nur im Fernsehen. 

So läutet die Schwedin ihre Cartoons auch konsequent mit den Worten ein: "Hätte ich mehr Zeit mit Putzen verbracht, wäre dieses Buch nie zustande gekommen." Ohne die Grundhaltung, dass ein Haushalt mit drei Kindern nicht perfekt funktionieren kann, wenn man arbeitet noch ein bisschen weniger, wäre Sjöberg wohl schon verzweifelt. "Family Living" ist das erste ihrer Bücher, das auch ins Deutsche übersetzt worden ist. Darin beginnt die Anfang Vierzigjährige mit einem wortwörtlich fundamentalem Problem: der Suche nach mehr Platz für die Familie – 54qm mit zwei Zimmern und Küche sind für fünf plus Hund zu klein geworden. Da es in Stockholm ähnlich schwierig wie in deutschen Großstädten ist, adäquaten, bezahlbaren Wohnraum zu finden, wenn man nicht gleich aufs Land ziehen möchte, wird das Traumhaus ein Kompromiss: ein etwas baufälliges Häuschen, das eigentlich immer noch zu klein ist.

Erziehung und Eheleben

Auf die Zeit der Renovierung folgt der tägliche Kampf gegen Abwasch, Legos, klebrige Fußböden, Alltag eben. Den Stress, wenn sich dann auch noch Besuch ankündigt, kann nicht nur jedes Elternteil nachvollziehen, den haben die meisten Menschen in allen Lebensphasen. Hinzu kommen "die Blicke und Kommentare von außen". Denn für die Kindererziehung sind meist nicht nur die Eltern zuständig, dabei hilft zum Beispiel gern auch jeder Museumsbesucher. Zum Glück gibt es den Kindergarten, wo die lieben Kleinen offenbar gelernt haben, auch mal "Danke" zu sagen.

Das Leben als Paar kommt bei Sjöberg ebenfalls unters Mikroskop. Wenn es sich anfühlt, "als sei man schon 10.000 Jahre verheiratet", kann es auch schon mal passieren, dass die Beine der Frau nicht samtig glatt, sondern ein kratziges Stoppelfeld sind. Und im Ehebett liegt man ohnehin kaum noch zu zweit. Mal wieder ein Sexleben zu haben, wäre eigentlich ganz schön. Aber wann? Dass Lotta Sjöberg weder unter Depressionen noch unter Burn-out leidet, sondern stattdessen mit feinem Humor auf ihr Leben blickt, strahlt große Beruhigung auf den Leser ab. Der Alltag ist eben kein Ikea-Katalog. Zum Glück!

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.