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H. Hell: Was ich über Sex gelernt habe: Hirnrissig oder konsequent? Wenn Frauen sich selbst heiraten

In Japan können Frauen sich jetzt selbst heiraten. Hirnrissig oder konsequent? Henriette Hell hat sich das Szenario mal ausgemalt.

Warum auf romantische  Erinnerung verzichten, nur weil kein Mann zur Hand ist?

Warum auf romantische  Erinnerung verzichten, nur weil kein Mann zur Hand ist?

Nach Höschen in Döschen und quadratischen Melonen schwappt jetzt der nächste Wahnsinnstrend aus Japan zu uns herüber – und der ist zur Abwechslung mal wirklich revolutionär: Frauen müssen ab sofort nicht mehr mühevoll nach dem "Richtigen" suchen, sondern können ganz nonchalant "ja" zu dem Menschen sagen, den sie am meisten lieben: sich selbst.

Romantik auch ohne Mann

Eine gewiefte Hochzeitsplanerin bietet das Komplettpaket für viel beschäftigte Karrierefrauen und verzweifelte Singles an, die scharf auf schicke Aufnahmen von sich im "Sissi"-Look sind – sich dafür aber nicht gleich lebenslang an einen Mann binden möchten.

Deshalb faken sie mithilfe des Profis eine Hochzeit. Sie wählen ein Brautkleid und den Brautstrauß aus, lassen sich schminken und frisieren und schließlich in idyllischer Umgebung fotografieren. Statt einem gemeinsamen Leben zu zweit gibt’s anschließend einen USB-Stick. Kostenpunkt: ca. 2.700 Euro.

Besser als spätere Scheidung

Gut. Das kommt immer noch billiger als eine Scheidung. Ich meine, guckt euch "Brangelina" an – bloß zwei Jahre nach deren Hochzeit ist bereits alles aus. In Deutschland wird fast jede zweite Ehe geschieden. Nicht einmal so (vermeintlich) gesetzte Spießer wie Jogi Löw oder Johannes B. Kerner kriegen es dauerhaft auf die Reihe. Da kann einem doch echt die Lust vergehen bzw. der Mut verlassen, oder? Trotzdem träumen auch hierzulande viele Frauen – egal, ob Hipster, Hebamme oder Hotelerbin – (heimlich) davon, einmal im Leben in einem traumhaften Kleid ... WAS AUCH IMMER. Hauptsache, geiles Kleid. Und natürlich braucht man auch schicke Fotos, die man sich auf dem Kaminsims (oder bei Instagram ) rein stellen und noch Jahrzehnte später flöten kann: "Hach, Gott, war ich damals noch schlank ..." 

Nun sind besagte japanische Singlehochzeiten (ohne Standesbeamten und Gäste) vor allem deshalb so beliebt, weil dort echte Eheschließungen oft den Anfang vom Ende markieren. Frauen kündigen nach der steifen Zeremonie meist ihren Job, kümmern sich fortan nur noch um Haushalt und Kinder. Und: 40 bis 50 Prozent aller verheirateten Paare haben dort keinen Sex mehr! Darauf haben natürlich immer weniger Leute Lust.

Irgendwie outdated

Die Ehe ist ja mittlerweile ohnehin eine ziemlich angestaubte Institution aus längst vergangenen Zeiten, in denen Frauen noch darauf angewiesen waren, einen Mann zu haben, der sie ernährt und beschützt.

Bitte haltet mich nicht für verbittert oder unromantisch. Aber in einer Zeit, in der die Möglichkeiten für jeden Einzelnen so groß und verführerisch wie noch nie sind, ist die Ehe aus meiner Sicht ungefähr noch so angesagt wie DJ Bobo. Warum sonst verspüre ich oft, wenn mir jemand erzählt, er würde bald heiraten, immer so eine Art Endzeitgefühl ("Okay, wenn euch nichts Besseres einfällt ... Bitte!")? Ist es meine eigene Angst oder Panik vor dem Älterwerden? Oder ist doch diese alte Wahrsagerin aus Indien Schuld, die mir vor Jahren einmal aus der Hand gelesen und prophezeit hat, dass ich zweimal im Leben heiraten muss, um mein Glück zu finden?

Vielleicht doch mal fragen

Keine Frage, es ist schön, wenn zwei sich finden, die ihr Leben aufeinander ausrichten möchten. Ich versuche ja dasselbe. Und gebe zu, dass auch ich hin und wieder von einer Hochzeit in Weiß fantasiere ... Obwohl, nee, eigentlich hauptsächlich von der Vera Wang Kreation, den ich mir dann gönnen würde. Und der Party. Und den Flitterwochen. Die wären nach einer Singlehochzeit vollkommen schwachsinnig: Wer will schon allein auf den Malediven mit Champagner auf einem Bett voller Rosenblüten mit sich selbst (und seinem Vibrator) anstoßen und sich sagen, dass man sich liebt?! Mariah Carey vielleicht. Ich nicht. 

Hm, also wenn ich es mir recht überlege: Vielleicht sollte ich den tollen Mann, mit dem ich zusammenlebe, doch mal fragen, was er generell so vom Heiraten hält ...

Das wohl älteste Hochzeitspaar überhaupt


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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.