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Gartentipps Himbeeren schneiden: So stutzt man die stachligen Sträucher richtig

Himbeeren schneiden: Reife Früchte hängen an einem Strauch
Himbeeren schneiden: Bevor man Himbeersträucher mit der Gartenschere bearbeitet, sollte bekannt sein, ob es sich bei der Pflanze um eine Sommer- oder eine Herbstvariante der beliebten Beere handelt.
© Gerard Lacz / Picture Alliance
Himbeeren gehören zu den gesündesten Naschereien des Sommers. Umso schöner, wenn man die kleinen roten Früchtchen im eigenen Garten pflücken kann. Damit die Ernte auch in der nächsten Saison reich ausfällt, sollten Hobbygärtner zur rechten Zeit die Gartenschere zücken. Himbeeren schneiden – so geht das.

Himbeeren gehören zu den beliebtesten Obstsorten der Deutschen. Weil sie recht einfach anzubauen sind, naschen viele Hobbygärtner am liebsten vom eigenen Strauch. Damit die süßen pink-roten Früchtchen dort auch im nächsten Sommer wieder in voller Pracht hängen, müssen nach der letzten Ernte Vorkehrungen getroffen werden. Ansonsten wachsen Ihnen die stacheligen Sträucher im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf. Und Himbeeren gibt's bald auch keine mehr.

Wann man die Gartenschere bei Himbeersträuchern am besten ansetzt, welche Triebe weg müssen und wie weit man sie zurückschneiden sollte, erfahren Sie hier.

Himbeeren schneiden: Start im Juli

Bevor man sich mit der Gartenschere in die Himbeeren wagt, muss klar sein, welche Sorte gepflanzt wurde. Sommerhimbeeren reifen im Juni und Juli, Herbsthimbeeren können im August, September und Oktober geerntet werden. Genau danach richtet sich auch der Schnitt der Sträucher. Jeweils nachdem die letzten reifen Früchte geerntet und verspeist wurden, kann und sollte die Schere angesetzt werden. Bei allen Sommersorten kommt nach dem letzten Frost im Frühjahr ein zweiter Schnitt dazu, bei dem die jungen Triebe gelichtet werden. Ausschließlich im Frühjahr schneidet man sogenannte Twotimer-Himbeeren, eine Kreuzung aus Sommer- und Herbsttyp. Im Gegensatz zur Sommer und Herbst-Variante kann hier zwei Mal im Jahr geerntet werden, weil sich die Früchte an den ein- und zweijährigen Trieben entwickeln. 

Die drei wichtigsten Regeln

  1. Sommer-Himbeeren | Ausschließlich tragende Ruten (bräunlich und verholzt) nach der letzten Ernte bodennah abschneiden. Frische Triebe mit einer Rankhilfe befestigen;
  2. Herbst-Himbeeren | Triebe nach der letzten Ernte komplett auf Bodenhöhe abschneiden;
  3. Sommer- und Herbst-Himbeeren | Bodentriebe im Frühjahr ausdünnen. Als Faustregel gilt: Pro laufendem Meter ca. zehn bei der Sommersorte und etwa 20 beim Herbststrauch stehen lassen

Tipp: Kranke Triebe sollten immer so schnell wie möglich entfernt werden. Im schlechtesten Fall infizieren sie den Rest der Pflanze und die Ernte ist ruiniert.

Pro und Kontra: Sommer- vs. Herbstsorte

Bei den beliebten Sommer-Himbeeren ist kühler Kopf gefragt. Denn wegen der verschiedenen Ruten-Generationen kann man spätestens im zweiten Jahr zwischen den braunen, grünen, dünnen und extra langen Ruten leicht den Überblick verlieren. Vor allem, wenn man mit dem Schneiden zu lange wartet. Auf die Herbstsorte muss man zwar etwas länger warten, dafür ist der Schnitt umso leichter. Zudem dämmen Sie mit dem kompletten Rückschnitt das Risiko der sogenannten Rutenkrankheit ein. Auch der Himbeerkäfer macht im Herbst keinen Ärger, denn der legt keine Eier mehr, wenn die Herbst-Himbeere blüht. Zudem können Sie bestenfalls sogar im Oktober noch einige Früchte naschen.

Raubmilben suchen ein Zuhause: Nutzen Sie das!

Gesunde, aber überflüssige Ruten werden nach dem Schnitt in der Regel gehäckselt oder mit der Gartenschere auf eine kompostierbare Größe zerstückelt. Wenn Sie einen Teil der Triebe bis ins Frühjahr unter den Sträuchern liegen lassen, helfen Sie nützlichen Winzlingen wie der Raubmilbe. Die quartiert sich über den Winter dort ein, krabbelt später auf die neuen Triebe und kümmert sich dort um Schädlinge wie Spinnmilben oder Blattläuse.

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Sollten Sie trotz intensiver Beobachtung nicht sicher sein, welchen Himbeertyp Sie in Ihrem Garten gepflanzt haben, schneiden Sie sie wie eine Sommerhimbeere. So sichern Sie im schlechtesten Fall zumindest eine Ernte. Hängen im Herbst überraschenderweise noch einmal Früchte am Strauch wissen Sie, dass Sie eine Herbst-Himbeere haben.

Quellen: "Plantura Magazin"; "mein-schoener-garten.de"


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