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Australien: Wer seine Kinder nicht impft, verliert nun alle zwei Wochen Geld

Australische Eltern, die sich weigern, ihre Kinder impfen zu lassen, verlieren einen Steuervorteil. Das "No Jab, No Pay"-Programm soll von nun an als regelmäßige "Gedächtnisstütze" wirken, mit 14-täglichen Abzügen.

Ein Baby wird geimpft

Das Thema Impfen spaltet australische Eltern ebenso wie deutsche. Die australische Regierung mahnt nun zur Imunisierung der Kinder durch 14-tägliche Abzüge in der Steuerbefreiung.

Getty Images

Mit dem ersten Juli hat in Australien das neue Geschäftsjahr begonnen, das unter anderem diese kleine, aber wirkungsvolle Änderung mit sich bringt. Einen großen Effekt erhofft sich zumindest der Minister im Sozialwesen, Dan Tehan, davon: Er will den Eltern ans Geld – und zwar alle zwei Wochen. Das staatliche "No Jab, No Pay"-Programm ("keine Impfung, kein Geld") kürzt den Eltern 14-täglich 28 Dollar ihrer Steuervorteile für Familien, wenn sie ihr Kind nicht impfen lassen. "Immunisierung ist der sicherste Weg, Kinder vor durch Impfstoff vermeidbaren Krankheiten zu schützen", begründet Tehan den Schritt.

Es ist nicht so, als seien australische Eltern nicht schon vorher fürs Nicht-impfen-Lassen ihrer Kinder finanziell bestraft worden. Doch machte sich die ausbleibende Steuererleichterung nur einmal zum Jahresende bemerkbar – in einem Wert von 737 Dollar. Die regelmäßigen Abzüge sollen nun wie "konstante Erinnerungen" wirken, erklärt Tehan. "Eltern, die ihre Kinder nicht immunisieren, setzen ihre eigenen sowie die Kinder anderer Menschen einem Risiko aus."

Impfgegner wehren sich

Familien von Kindern mit bestimmten medizinischen Problemen oder natürlicher Immunität sind von dem "No Jab, No Pay"-Programm ausgenommen.

Nachdem in Queensland Kindergärten die Freiheit bekommen hatten, nicht geimpfte Kinder ablehnen zu dürfen, organisierten Impfgegner dort eine eigene Kinderbtreuung. "Wir organisieren Gruppenbetreuung für Kinder und arbeiten aktuell unser eigenes Homeschooling-System aus", zitiert "ABC News" Allona Lahn von der Natural Immunity Community. "Wir nutzen Heilpraktiker innerhalb des Netzwerks gegen Impfungen und Impfgegner-freundliche Ärzte aus der Gemeinschaft", erklärt sie.

Die in Australien geltende Impfpflicht lehnen deutsche Behörden ab, doch auch hier wird das Thema mit jeder Welle an Masern, Röteln etc. wieder diskutiert. Durch die Impfmüdigkeit in industrialisierten Ländern tauchen einst ausgerottete Krankheiten gelegentlich wieder auf.

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