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Kindheitserinnerungen unserer Leser: Unvergessliche Erlebnisse aus der Schulzeit – prägend, bewegend und oft herzergreifend

Die Schulzeit ist nicht nur von Pflichten geprägt, sondern steckt auch voller Emotionen. Wir haben unsere Facebook-User nach ihren Erlebnissen gefragt und mehr als 1000 Antworten bekommen. Wir sind sehr – gerührt!

Eine Gruppe Schüler und Schülerinnen

Für manche verläuft die Schulzeit weniger glücklich als für andere

Getty Images

Schule muss sich verändern, da sind sich eigentlich alle einig. Der Druck ist zu groß, die Schüler werden zu jung vor die Frage Studium oder Beruf gestellt und das Fächerangebot bleibt zu theoretisch. Doch parallel zum Unterricht erleben Kinder und Jugendliche noch eine ganz andere Welt, in der für manche einsame Pausen und Mobbing Alltag sind, für andere eine glückliche Zeit mit vielen Freunden und großer Anerkennung. Auf unsere Frage, an welches Erlebnis aus eurer Schulzeit ihr euch heute noch erinnert, haben wir bei Facebook mehr als 1000 Antworten erhalten. Wir haben einige davon ausgesucht und thematisch gegliedert. Starten wir mal mit dem wichtigsten Thema, der Freundschaft.

Freundschaft

  • Kai-Olaf S. hat für sein Erlebnis fast 250 Reaktionen bei Facebook bekommen, mit Abstand die meisten: "Ich war immer Außenseiter, das hat sich erst in den letzten Jahren geändert. Eine Schülerin fragte dann eine Mitschülerin, ob sie mit zum Bahnhof kommt. Die meinte dann, nee geh schon mal vor. Ich bleibe noch etwas bei Kai. Eine winzige Geste, die ihr vielleicht nicht mal als solche auffiel. Aber sie hat sich bis heute als ein Meilenstein in meinem Leben eingebrannt."
  • Elle B. E. lobt seine Erinnerung für ihren Nachahmungswert: "Danke für Ihren Mut, Ihre kleine Geschichte mit uns zu teilen. Ich hoffe, dass viele Menschen es lesen, und dass sie sich vornehmen, auch so eine Person zu sein, die mit einer winzigen netten Geste einen Lichtstrahl ins Leben anderer bringt. Ein Lichtstrahl, der nichts kostet, und wie Gold auf dem weiteren Lebensweg des anderen liegen wird. Seid nett zueinander. Freundlichkeit kostet nichts, ist aber das wervollste auf der Welt."
  • Angela B. bekam Trost, nachdem sie sitzengeblieben war: "Ich musste leider die 9 Klasse wiederholen 😕 kam demzufolge in eine andere Klasse und war nicht mehr mit meinen alten Kameraden zusammen, mit denen ich schließlich 4 Jahre zusammen war. Am ersten Schultag, als die große Pause war, kam ein ehemaliger Schulkamerad auf mich zu und sagte: 'Heute im Unterricht war es voll leise und ich glaube, die Frau Bähr vermisst dich.' Ich: 'Ach ehrlich, was ist denn passiert?' Er: 'Es war so still, wir haben alle gearbeitet und plötzlich sagte Frau Bähr, was würde Angela jetzt wohl machen?'
    Ich fand das voll süß 😊 Ich war der typische Klassenclown in der Klasse und nach meinem Abgang schien es sehr ruhig in der Klasse gewesen zu sein. 😄"
  • DM S-V feierte auf einer Klassenreise Geburtstag: "An meinen Geburtstag während der Klassenfahrt im Jahrgang 6 auf Wangerooge. Meine Mutter hatte ein 'Party-Essenspaket' per Post zur Jugendherberge geschickt. Mein Platz beim Frühstück war liebevoll mit Wildblumen von meinen Mitschülern dekoriert und der erwachsene Sohn des Schulleiters, der uns begleitete, spielte mit seiner Trompete das Geburtstagslied, als ich in den Frühstückssaal betrat! Das war rundum ein schöner Tag und bleibt unvergessen 😍"
  • Sonja H. toppt Freundschaft durch Liebe: "Mein Mann hat mich in der ersten Pause gefragt, ob ich mit ihm gehen will. Das war vor 24 Jahren ♥️"

Und: Mit wem hast du diesen Moment erlebt? Wir sind gespannt! :-)

Gepostet von stern am Samstag, 6. April 2019

Tolle Lehrer – schlimme Lehrer

  • Lisa Lotta W. hatte einmal einen guten Mathelehrer: "Ich hatte einen Mathelehrer von der 7-9 Klasse, der kam in die Klasse schrieb an die Tafel "Buch Seite 35 Aufgabe 1-6, 45 Minuten"... Dann setzte er sich an den Pult, blätterte seine Zeitung auf und am Ende ging er dann einfach. Ich hatte immer eine 5 in den Klassenarbeiten und das im B Kurs. Der A Kurs war für die guten Schüler, der B Kurs für die schlechten. Wenn man im A Kurs eine 4 hatte wäre das eine 1 im B Kurs gewesen. 

    Jedenfalls wurde dieser Lehrer irgendwann krank und ein Vertretungslehrer kam in die Klasse. Wir hatten zu dieser Zeit Prozentrechnung auf dem Lehrplan. Ich hab das nicht gerafft. Und der Vertretungslehrer kam an meinen Tisch und hat mir erklärt, wie es geht. Und am Folgetag wieder. Mehrfach kam er an meinen Tisch und erklärte, wie es geht, nahm sich Zeit. In der Mathearbeit, die folgte, hatte ich zum ersten mal eine 2. Viele Schüler hatten bei dieser Arbeit bessere Noten und der alte Mathelehrer sagte, das er diese Arbeit nicht werten wird, weil sie den Durchschnitt zu sehr hebt. 

    Wir gingen auf die Barrikaden, aber es waren die frühen 90ger. Proteste von Hauptschülern interessierten damals nicht. Weder die Lehrer, noch die Eltern. Wir hatten ruhig zu sein und Leistung zu bringen. Diese Mathearbeit habe ich heute noch und schaue sie mir hin und wieder an. Es fehlten bei 2 Lösungen nur die Kommas, ich hatte aufgerundet und das war nicht die Aufgabe, ansonsten wäre es eine 1 gewesen. Weder davor, noch danach war ich jemals wieder so gut in einer Mathearbeit. 

    Auch wenn die Geschichte an sich traurig ist, so erinnere ich mich dennoch gerne an den Mathelehrer. Er war nicht nur Vertretungslehrer, wir hatten ihn auch in Bio und Hauswirtschaft. Er war sehr nett und man merkte, das er sich Zeit für die Kinder nahm. Wegen Lehrern und Lehrerinnen wie ihm bin ich heute Erzieherin. Habe mich von der Hauptschule bis zum Abitur durchgekämpft."
  • Roland P. war schlagfertig: "Als mein Chemielehrer sagte: 'Aus Dir wird sowieso nix' ... Da sagte ich zu ihm: 'Griese, da haben wir ja was gemeinsam - aus Dir ist ja auch nix geworden' ... Die Lacher waren auf meiner Seite 😂😂😂"
  • Ella F. erinnert sich an einen Klassiker: "Wir hatten einen Chemielehrer, der viel Spaß verstand und eigentlich auch jeden Blödsinn mitmachte.
    Damals gab es (wie heute wohl auch noch) diese Sprüche-Aufkleber in Duplos und Hanutas. Unser Mutigster hat diesem Lehrer am Stundenanfang mal freundlich auf die Schulter geklopft und dabei einen dieser Aufkleber auf dem Sakko plaziert. Die ganzen 45 Minuten rannte der Lehrer durch die Klasse und hat sich gewundert, warum wir uns alle halb tot gelacht haben. Nach der Stunde kam der Klassenwechsel, und es hat keine Minute gedauert, da kam der Lehrer mit dem Aufkleber in der Hand in die Klasse gelaufen und schrie 'SCHMIDT, das warst DU!' (stimmte). Auf dem Aufkleber stand übrigens 'Auch Monster brauchen Liebe'."
  • Achim S. und seine Mitschüler tricksten ihre Lehrerin aus: "Das verdatterte Gesicht meiner Geschichte-Lehrerin, als an ihrem Geburtstag einer nach dem anderen zu spät kam und wir ihr unmittelbar vor ihrem Tobsuchtsanfall Kuchen hingestellt haben."
  • Angela H. hatte wohl die gleichen Lehrer wie wir: "An die Lehrer, die einen mit Kreide beworfen haben, wenn man gequatscht hat. 🤣👍"
  • Petra T. erinnert sich an eine recht unbeliebte Pflicht: "Das letzte mal Bundesjugendspiele, da durften wie uns selber die Zeiten aufschreiben. Wir haben alle eine Urkunde bekommen."
  • Pia O. erlebte einen schlimmen Tag nach dem Tod ihres Vaters: "Am besten erinnere ich mich an den Moment, als mich meine Lehrerin Frau Stöger mit dem Kopf auf meinen Tisch geknallt hat, weil ich die Haare nicht gebürstet bekam nach der Nacht als mein Papa verstarb. Hab sie mal als Erwachsene wieder an der Kasse beim Supermarkt gesehen und mich vor Angst fast ... Ich habe seitdem eine sehr große Abneigung gegen alle P-Berufe."

Mobbing

  • Kristina Duwe litt darunter, Hauptschülerin zu sein und hatte dann einen schönen Tag – an einer Realschule: "Ich, ehem. Hauptschülerin, war zu Besuch bei einer Freundin auf der Realschule und durfte im Unterricht mitmachen. Der Lehrer fragte irgendwas, keiner antwortete und ich meldete mich und gab die richtige Antwort, so ging das eine ganze Weile. Am Ende meinte er, dass es ein Jammer sei, dass ich auf der Hauptschule wäre und das die anderen noch was lernen könnten. Das machte mich dann schon ein bisschen stolz, bei den ganzen Vorurteilen gegenüber Hauptschülern damals!"
  • Daniel B. fand in der Schule keine Freunde: "Als ich endlich fertig war, meine Ausbildung gemacht habe und nach einiger Zeit echte Freunde gefunden habe ... Da war es mit Kindheit aber lange vorbei. 10 Jahre Grund- und Realschule und ich trauer keinem hinterher, schön dass ich das jetzt schon länger hinter mir habe als ich dort war."
  • Sonja G. erinnert sich noch immer ungern: "An gar keines. Meine Schulzeit war der reinste Albtraum. Mir wär am liebsten, wenn ich diese Zeit für immer aus meinem Gedächtnis streichen könnte."
  • Sascha Alexander K. rächte sich: "Als ich meinem Schulkameraden, der mich am meisten gehänselt hat, die Nase gebrochen habe."
  • Alexandra S. half ihr Vater: "Als ich in der Grundschule war u. immer wieder geärgert (Mobbing) wurde ... kam mein Dad in die Schule u. nahm sich diesem bösen Jungen an: 'Wenn Du noch mal meine Tochter ärgerst, komme ich wieder u. hänge dich dann an deinen Kleiderhaken (per Sweatshirt!!) auf!!!' Danach war Ruhe u. jeder wollte so einen coolen Vater!? I ❤ you Dad"
  • Thomas J. half sich selbst: "Das Mobbing durch die Behinderung am rechten Ohr und der daraus resultierenden Motivation, der Beste im Fußball an meiner Schule zu sein."

Danke für alle Beiträge, auch wenn wir hier nicht alle zeigen können! Zu lesen, dass sich viele Erzählungen ähneln, hilft manchmal, über schlechte Erinnerungen hinwegzukommen – und über gute immer wieder zu lachen.

Die Titelgeschichte des neuen stern: Ein Traum von Schule. Die beste Investition in die Zukunft Deutschlands: So werden unsere Kinder schlau.

Der Sechstklässler Xu trägt seinen körperbehinderten, besten Freund Zhang täglich in die Schule.
bal
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