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Wütende Eltern: Ex-Priester, der Sex mit 14-Jähriger hatte, darf weiter an Schule unterrichten

Alle Proteste nützten nichts: Der 59-Jährige, der in den 80er-Jahren eine Minderjährige schwängerte, darf weiterhin Teenager unterrichten. Der Grund: Er war zur Tatzeit Priester, die Kirche zeigte den Fall nicht an – als der Lehrer schließlich aufflog, war der Fall verjährt.

Eltern wehren sich gegen einen Lehrer, der einst ein junges Mädchen schwängerte

Eltern wehren sich gegen einen Lehrer, der einst ein junges Mädchen schwängerte (Symbolbild)

Picture Alliance

Joseph D. hat kurzes, silbergraues Haar und trägt eine Brille mit dickem, schwarzen Rand. Der 59-Jährige, der als Lehrer an einer Mittelschule im amerikanischen Connecticut arbeitet, war bis 1989 noch katholischer Priester. Bis ihn der Bischof aus seinem Amt entließ, nachdem D. über zwei Jahre lang eine 14-Jährige missbraucht hatte. Das Mädchen hatte damals einen Ferienjob im Pfarrhaus von St. Augustine. Sie wurde gefeuert, als sie 1989 von Joseph D. schwanger wurde.

Mit 16 Jahren wurde sein Opfer Mutter

Auch D. verlor seinen Job und seine Priesterwürde. Doch außer der Entlassung geschah dem kriminellen Geistlichen nichts. In den 80er-Jahren tat sich die Kirche noch schwerer damit, Straftäter aus den eigenen Reihen auch weltlichen Gerichten zu überstellen. Das Mädchen, das einen lateinamerikanischen Hintergrund hatte, hatte in den USA keine Familie, die helfen konnte. So blieb Joseph D. ohne Vorstrafe, ohne Eintrag in irgendwelche Register, die ihn als Sexualstraftäter erkennbar machen würden. Und so fand er nach der Entlassung aus dem Priesteramt schon bald wieder einen Job. Als Lehrer an einer Grundschule.

Viele Jahre konnte er ein beschauliches Leben führen. Er heiratete eine Ärztin, bekam zwei Kinder mit ihr. Seit 1996 arbeitet er als Lehrer an einer Mittelschule in New Jersey. Bis 2002 wusste dort niemand von dem Mädchen, das er damals schwanger und minderjährig zurückgelassen hatte und das seither als Single-Mutter versuchte, über die Runden zu kommen. Doch dann deckten Lokalzeitungen den Fall auf und berichteten darüber. Die Schule, an der der 59-Jährige unterrichtete, reagierte geschockt. D. wurde für drei Wochen vom Dienst suspendiert. Doch da es keine rechtliche Handhabe gab, um den Mann zu entlassen, durfte er zurückkehren – und unterrichtet seither weiter. Vonseiten des Gesetzes war die Tat längst verjährt.

Die Schule konnte ihn nicht feuern

Nach 16 Jahren, in denen D. sich offenbar tadellos benahm, sorgte nun der Vorwurf einer Schülerin für Aufruhr. Einer 12-Jährigen soll er "mit einer seltsamen Stimme" gesagt haben, er wolle ihre "schönen grünen Augen" sehen. Das Mädchen hatte seiner Mutter später davon berichtet und gesagt, dass es sich in diesem Moment sehr unwohl gefühlt habe. Die Mutter empörte sich in der "New York Post": "Nichts führt daran vorbei: Der Kerl hatte Sex mit einer Minderjährigen. Und wir reden hier von einer Mittelschule. Die Schüler sind so alt wie sein Opfer. Ich meine, wenn jemand Alkoholiker ist, sollte er auch nicht in einer Bar arbeiten."

D. selbst hat sich inzwischen zu der Affäre von 1988 geäußert und nennt den Missbrauch "eine beidseitige Beziehung, die nicht funktioniert hat". Anders sieht es das Opfer, das seit einigen Jahren für einen Verein tätig ist, der Frauen und Mädchen in Not hilft. “Ich habe mir lange selbst die Schuld an allem gegeben. Ich dachte, ich hätte es besser wissen müssen, dass ich alt genug gewesen wäre, um es besser zu wissen. Aber ich war ein Teenager. Ich war jung und naiv." Sie sei noch immer "wütend".

Opferschutzverein will Gesetze ändern lassen

Wütend sind auch die Eltern, deren Kinder täglich unter Joseph D.s Aufsicht in Klassenräumen sitzen. Doch es sieht so aus, als würde auch ihr Protest nichts ändern. "Die Schulbehörde konnte nicht feststellen, dass der Beschuldigte ein unsittliches Verhalten gezeigt hätte, während er im öffentlichen Dienst beschäftigt war", urteilte der bestellte Gutachter Walt de Treux knapp. Sowohl Eltern als auch die Schulleitung äußerten sich dazu extrem enttäuscht. Die Opferschutzorganisation SNAP forderte die Politiker New Jerseys auf, sich des Konflikts anzunehmen: "Wir bitten die Verantwortlichen aus Bildung und Politik dringlich, Änderungen an Behördenvorgängen und Gesetzen zu prüfen, damit solch gefährliche Entscheidungen in Zukunft nicht mehr getroffen werden können."

Quellen: "Metro UK" / "Law & Crime" / "Heavy.com"

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