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Mundschutz und Abstand Französische Schulen sind wieder geöffnet – es herrscht eine "verstörende Atmosphäre"

Schüler in Frankreich warten mit Abstand voneinander vor der Tür
In Frankreich kehrt für die Schüler ein Stück Alltag zurück. Die Abstandsregeln müssen dabei aber unbedingt eingehalten werden.
© Damien Meyer / AFP
Nach fast zwei Monaten dürfen Kinder in Frankreich wieder zur Schule gehen. Zunächst öffnen Vor- und Grundschulen. Die Stimmung wirkt angesichts der Corona-Vorsichtsmaßnahmen aber oft gespenstisch.

Die Corona-Krise verändert die Wahrnehmung von Dingen, die früher als selbstverständlich galten, in vielerlei Hinsicht. Mittlerweile soll es sogar vorkommen, dass einige Kinder die Schule vermissen – seit Wochen sind Schulen und Kitas in vielen europäischen Ländern geschlossen, um so die Ausbreitung des Coronavirus in den Griff zu bekommen. Was sich für viele Schüler zunächst wie außerplanmäßige Ferien anfühlte, wird mehr und mehr zur Belastung. Ihnen fehlt nicht nur die Beschäftigung im Unterricht, sondern auch die Abwechslung von zu Hause und der Kontakt zu ihren Freunden.

Doch auch wenn die Schulen nun nach und nach geöffnet werden, wird der Alltag dort zunächst wenig mit dem Leben vor Corona zu tun haben. Wie in vielen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens auch gelten klare Regeln: Mundschutz, Händewaschen, Abstand. Wildes Toben auf dem Schulhof ist da nicht drin. Damit die Schüler auch dann daran erinnert werden, wenn sie der Spieltrieb überkommt, hat eine Schule in Frankreich auf dem Schulhof die Zonen markiert, in denen sich jeweils ein Kind aufhalten darf.

"Es macht mich krank", sagt eine Lehrerin

Die Bilder hat der Journalist Lionel Top auf Twitter gepostet. In Frankreich, einem der am stärksten vom Coronavirus betroffensten Länder in Europa, öffneten am Dienstag viele Schulen wieder – nach fast zwei Monaten. Eine Erleichterung für viele Schüler und Eltern, doch die Bilder aus den Schulen schlugen vielen aufs Gemüt. Fernsehjournalist Top berichtete von einer "seltsamen, sogar verstörenden Atmosphäre". "Dieses Bild bricht einem das Herz", kommentierte eine Twitter-Userin das Foto der Kinder, die mit 1,5 Metern Abstand in ihrem Kreidequadrat spielen müssen. "Nennen wir es nicht Schule."

Wo es möglich ist, bleiben viele Kinder weiterhin zu Hause, um sich von Ansteckungen zu schützen. Auch den Lehrern tut es weh, die Kinder unter solchen Umständen wieder in der Schule zu empfangen. "Es macht mich krank, Sie können es sich nicht vorstellen", sagte eine Lehrerin. In den Klassenräumen müssen die Schüler einen Mund-Nasen-Schutz tragen, die Räume dürfen sie immer nur mit etwas zeitlichem Abstand betreten, um nicht zu eng miteinander in Kontakt zu kommen.

Zunächst hat Frankreich nur die Vor- und Grundschulen geöffnet, um vor allem berufstätige Eltern mit kleineren Kindern zu entlasten. Der Schulbesuch ist allerdings freiwillig. Die Klassengröße darf 15 Schüler nicht übersteigen. Die weiterführenden Schulen sollen am 18. Mai öffnen. Damit folgt Frankreich einem anderen Fahrplan als die Kultusminister in Deutschland – hier wurde zunächst für die Jahrgänge, die unmittelbar vor einem Abschluss stehen, wieder Unterricht angeboten. Grundschulen und Kitas sind vorerst weiterhin geschlossen.

Quellen:"France 24" / Lionel Top auf Twitter

epp

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