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Neue Studie Frischgebackene Mütter altern durch Schlafmangel nach der Geburt

Eine Frau beugt sich zu ihrem Kind im Kinderwagen und lacht
Das biologische Alter von Frauen mit Kindern verschiebt sich im Schnitt um 3-7 Jahre nach oben, bei Vätern zeigte sich dieser Effekt nichr
© Franziska Gabbert / DPA / Picture Alliance
Eine neue Studie der University of California legt es nahe, dass Mütter nach der Geburt altern. Innerhalb von nur einem Jahr verschob sich das biologische Alter der Frauen zwischen drei und sieben Jahre nach oben – aufgrund des Schlafmangels.

Das Baby schreit, hat Hunger, in die Windel gemacht oder will einfach nur Nähe und Zärtlichkeit. Die Grundbedürfnisse kleiner Babys sind weder steuerbar noch an feste Tageszeiten gebunden, was häufig zu wenig Schlaf auf Elternseite führen kann. Wie belastend das vor allem für Mütter sein kann, erhob jetzt eine Studie von Wissenschaftler:innen der University of California (UCLA) in Los Angeles.

Das Team untersuchte im Rahmen einer nicht repräsentativen Studie 33 Mütter zwischen 23 und 45 Jahren, beginnend in der Schwangerschaft und mit erneuten Messzeitpunkten sechs und zwölf Monate nach der Geburt. Dabei protokollierten die Frauen ihre Schlafdauer und die Forschenden entnahmen zu den angegebenen Zeitpunkten Blutproben. So bestimmten sie das biologische Alter der Frauen, also wie alt der Körper und seine Zellen sind. Das muss nicht mit dem chronologischen Alter der Personen übereinstimmen und war in der Studie um drei bis sieben Jahre höher als das tatsächliche Alter der Teilnehmerinnen – wegen des starken Schlafdefizits der Mütter.

Ein höheres biologisches Alter kann Krankheiten begünstigen

"Die ersten Monate nach der Geburt könnten durch den Schlafentzug dauerhafte Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit haben", so die Erstautorin der Studie, Judith Carroll. "Wir wissen aus zahlreichen Untersuchungen, dass ein Schlaf von weniger als sieben Stunden pro Nacht der Gesundheit schadet und das Risiko von altersbedingten Krankheiten erhöht." Jede Stunde zusätzlichen Schlafs hätte bereits einen positiven Effekt auf das biologische Alter der Mütter gehabt. In der Studie definierten die Forscher:innen einen Schlaf von unter sieben Stunden als unzureichend, durchschnittlich gaben die Frauen eine Schlafdauer von fünf bis neun Stunden an. Hier zeigten sich eindeutige Verbindungen zwischen Müttern mit teils starkem Schlafmangel und deren biologischem Alter.

Dabei kann zu wenig Schlaf dauerhaft nicht nur zu Stress und Übermüdung führen. Die Forscherinnen und Forscher stellten in den Blutproben der Mütter fest, dass sich die sogenannten Telomere verkürzten. Telomere sind, vereinfacht gesagt, Bestandteile der DNA, die in der Forschung häufig in Zusammenhang mit Alterungsprozessen des Körpers und bestimmten Krankheiten gebracht werden. Kürzere Telomere wurden in der Forschung beispielsweise mit einem höheren Krebsrisiko oder mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert, daran wird allerdings noch geforscht.

Eltern sollten sich die Care-Arbeit, wenn möglich, besser aufteilen

Obwohl die Studie aus den USA kommt, sind die Empfehlungen aus der UCLA-Studie auf andere Länder übertragbar, auch wenn die Studie mit lediglich 33 Teilnehmerinnen klein angelegt war und nicht repräsentativ ist. Wenn möglich, sollten sich Partner:innen die Care-Arbeit aufteilen und Elternzeit nehmen. Zudem sollten sie Hilfsangebote von Freunden und Familie annehmen und sich damit auch um ihre eigene Gesundheit kümmern.

Quellen:  Sleep Health / UCLA Newsroom

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mkb

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