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Vollwaise Vierjähriger verliert seine Eltern an Covid-19 – Nachbarn organisieren Geburtstagsparty für ihn

Sehen Sie im Video: Krankenschwester teilt gegen Trump aus – "Ich habe Hunderte Menschen ersticken sehen."


Krankenschwester Cristina Hops platzt auf TikTok der Kragen.


Ich bin gerade von der Arbeit nach Hause gelaufen. Ich bin eine Krankenschwester, und sah den Tweet, den Donald Trump heute abgesetzt hat, dass man keine Angst vor Covid haben soll. Und ich will nur sagen: Was fällt ihm ein?


Der amtierende US-Präsident ist selbst an Covid-19 erkrankt. Kurz vor seiner Entlassung aus dem Krankenhaus, in dem er behandelt wurde, twittert er:


“(…) Ich fühle mich richtig gut. Habt keine Angst vor Covid. Lasst es nicht eurer Leben dominieren. (…)


Was fällt ihm ein, die gesamte Arbeit, die wir im Gesundheitswesen geleistet haben, zu untergraben? Es tut mir leid, dass ich deswegen ausflippe, aber ich habe intubierte Patienten versucht wiederzubeleben. Ich habe Hunderte Menschen ersticken sehen. Dass er sagt, „Habt keine Angst vor Covid!“, ist erstaunlich. Ich kann das nicht verarbeiten. Ich bin noch nie so wütend gewesen. Das stimmt nicht, ich war dieses Jahr so oft wütend, wegen so vieler Dinge, die er gesagt und getan hat. Ich will nur, dass ihr wisst, dass Covid noch existiert und sehr beängstigend ist.


Das Video geht in den sozialen Medien viral. Allein Auf TikTok erhält der Clip über 67.000 Likes.


Gegenüber „CNN“ äußert Hops, sie hoffe, dass Trump begreife, dass seine Erfahrungen mit dem Virus nicht die Erfahrungen aller Amerikaner widerspiegle.


Nach Abgaben der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität verzeichnen die USA rund 7,6 Millionen Infektionen und über 212.000 Covid-19-Tote.
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Erst starb der Vater des vierjährigen Raiden an Covid-19, vier Monate später seine Mutter. Nun kümmern sich Familie und Nachbarn um den Jungen. Zu seinem fünften Geburtstag haben sie eine Überraschung geplant.

Im Alter von vier Jahren ist Raiden bereits Vollwaise. Der Junge aus San Antonio im US-Bundesstaat Texas hat beide Elternteile an Covid-19 verloren, berichtet der Fernsehsender CNN. Im Juni starb sein Vater im Alter von 33 Jahren, er hatte sich bei einem Arbeitskollegen mit dem Coronavirus angesteckt. Vier Monate später, Anfang Oktober, starb auch seine 29-jährige Mutter an dem Virus. Zwischen dem positiven Testergebnis und ihrem Tod lagen nur vier Stunden.

So muss Raiden seinen fünften Geburtstag am 28. November ohne seine Eltern feiern. Vorerst wohnt er bei seiner Großmutter. "Covid hat meine Eltern mitgenommen", sagt Raiden laut seiner Großtante Margie Bryant. Die Familie will dem Jungen zumindest ein kleines Stück Unbeschwertheit ermöglichen: Zu seinem Geburtstag soll es eine große Party geben – soweit das in diesen Tagen unter Einhaltung der Abstandsregeln möglich ist. Daran beteiligt sich die gesamte Nachbarschaft.

Geburtstag im Dinosaurier-Stil

Wie CNN berichtet, ist an Raidens Geburtstag ein großer Auto-Korso geplant. Angesagt haben sich die örtliche Feuerwehr, Monster-Trucks, ein Motorrad-Verein und einige Oldtimer-Liebhaber. Sie alle wollen ihre Fahrzeuge mit Dinosaurier-Motiven aufpeppen – denn Raiden ist großer Dino-Fan.

"Dieser Geburtstag ist ein Meilenstein", sagt seine Großtante Margie Bryant. "Wir wollen, dass er weiß, dass wir an allen seinen Geburtstagen für ihn da sein werden." Gemeinsam mit allen anderen Nachbarn will sie an diesem Tag Raidens Eltern zumindest ein Stück weit ersetzen: "Ich weiß, dass meine Nichte lächelt, weil sie weiß, dass ihr Sohn in guten Händen ist."

Covid-19: "Man hört selten etwas über die Hinterbliebenen"

Die Trauer um seine Eltern ist bei dem Vierjährigen noch sehr groß, er redet oft von ihnen, erzählt Margie Bryant. Manchmal sage er: "Ich möchte auch ein Engel sein wie Mama und Papa." Den Verlust seiner Mutter habe Raiden noch nicht wirklich realisiert, berichtet seine Großtante.

Die große Geburtstagsparty in seiner Heimatstadt soll auch ein Zeichen an alle sein, die das Coronavirus nach wie vor nicht ernstnehmen. "Man hört viel von den Toten, aber man hört selten etwas über die Hinterbliebenen", sagte Bryant CNN. "Ich weiß, was das Virus uns angetan hat."

Quelle: CNN / "GoFundMe"

epp

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