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Sieger "aus Versehen": Neunjähriger läuft nach Fünf-Kilometer-Rennen weiter – und gewinnt auch den Zehn-Kilometer-Lauf

Der neun Jahre alte Kade wollte an einem Fünf-Kilometer-Lauf teilnehmen, merkte aber nicht, dass er schon im Ziel war. So gewann er auch über die doppelte Distanz, während seine Mutter sich furchtbare Sorgen machte.

Kinder laufen

Nach fünf Kilometern lief Kaden Lovell einfach weiter – und wuchs über sich selbst hinaus (Symbolbild)

Getty Images

Eigentlich wollte Kade Lovell nur mal ein Rennen über fünf Kilometer mitlaufen und dabei möglichst gut abschneiden. Der neun Jahre alte Junge ging beim "St. Francis Franny Flyer"-Lauf in Sartell im US-Bundesstaat Minnesota an den Start, in der Nähe seiner Heimatstadt St. Cloud. Kade lief allen davon – und gewann am Ende nicht nur die fünf Kilometer, sondern auch das Rennen über die doppelte Distanz.

Auslöser dafür war allerdings ein Missverständnis: Eine Helferin an der Strecke hatte dem Jungen beim Zieleinlauf nach fünf Kilometern gesagt, dass er weiterlaufen solle, berichtete er dem lokalen Nachrichtenportal "St. Cloud Times". Und so lief und lief und lief Kade weiter, bis er nach zehn Kilometern als Überraschungssieger gefeiert wurde.

Mutter in Sorge: Junge tauchte nach Fünf-Kilometer-Rennen in Minnesota nicht auf

Davor jedoch hatten er und seine Mutter ihre Ängste auszustehen. Heather Lovell irrte an der Strecke auf der Suche nach ihrem Sohn umher, konnte ihn aber nicht finden, obwohl er eigentlich schon längst im Ziel hätte sein müssen. Sie machte sich Sorgen, dass er sich womöglich verlaufen hätte oder verletzt sei. "Ich habe alle aufgefordert, nach ihm zu suchen, sogar einen Feuerwehrmann", sagte Lovell der "St. Cloud Times". "Ich sagte ihm: 'Sie müssen meinen Sohn finden.'"

Ein Bekannter machte Kade dann an der Spitze des 10-Kilometer-Feldes ausfindig und rief seine Mutter an. Mit Tränen in den Augen und auch einigem Ärger empfing Heather Lovell ihren Sohn im Ziel, hatte sie ihn doch im Verdacht, absichtlich die Abbiegung nach den fünf Kilometern verpasst zu haben. Das war aber nicht der Fall gewesen.

Ein Junge auf einem Krankenbett mit Metallstück im Rücken

"Die Geschichte wird er noch seinen Kindern erzählen"

Stattdessen fühlte sich auch Kade nicht ganz wohl bei der Sache – das Rennen kam ihm ungewöhnlich lang vor. Doch als er verstanden hatte, dass er sich im falschen Rennen befand, war es schon zu spät. "Ich war etwas verwirrt, aber ich bin einfach weitergelaufen." Als er dann schließlich auf die Zielgerade einbog, war er ganz allein zu sehen – seine Mutter glaubte, er sei abgeschlagen Letzter geworden.

Auch als ihr der Koordinatorin des Laufs erzählte, Kade sei Erster geworden, verstand sie noch nicht, was ihr Sohn geleistet hatte. "Ich fragte: 'Erster in seiner Altersklasse?'", und sie sagte: 'Nein, erster von allen!'" Für die zehn Kilometer brauchte er etwas mehr als 48 Minuten, sein Vorsprung auf den Zweiten – einen 40-jährigen Mann – betrug eine Minute. "Ich hatte furchtbare Angst. Aber jetzt lachen wir darüber", bilanzierte Heather Lovell mit etwas Abstand. "Die Geschichte wird er wahrscheinlich noch seinen Kindern erzählen."

Quelle: "St. Cloud Times"

epp
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