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Datenschutz: Viele Schulen verbieten Eltern das Fotografieren der Kinder bei der Einschulung

Die DSGVO dringt in die Klassenzimmer vor: Aus Angst vor juristischen Problemen verbieten manche Schulen das Fotografieren und Filmen auf dem Schulgelände komplett. Vor allem bei der Einschulung bitter für die Eltern. Das Problem hingegen ist nicht neu.

Kinder mit Schulranzen stehen beisammen

Eine Erinnerung fürs Familienalbum – schwierig, wenn die Schule Fotos bei der Einschulung untersagt

Picture Alliance

Am 25. Mai 2018 trat die europäische Datenschutzgrundverordnung, besser bekannt unter "DSGVO", in Kraft. Die Angst vor Klagen, Bußgeldstrafen und Anwaltskosten ist seitdem in Bereiche vorgedrungen, die teils absurd wirken. So häufen sich auch dieses Jahr zur Einschulung wieder Meldungen über Grundschuldirektoren, die eben aus Angst, gegen die DSGVO zu verstoßen, das Filmen und Fotografieren der Erstklässler (sogar durch die Eltern) an ihrem ersten Schultag grundsätzlich verbieten. 

Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet, wollen etliche Schulen so ein vollständiges Fotoverbot verhängen. 

Fotografieren und Filmen teils auf dem gesamten Schulgelände verboten

Manche Schulen gehen noch weiter und haben das Fotografieren und Filmen seit Inkrafttreten der DSGVO auf dem Schulgelände generell untersagt. Neu ist dabei nicht, dass Schulen über derartige Verbote verfügen dürfen, sondern dass sich die Anzahl solcher Verbote erhöht hat, seitdem die DSGVO in Kraft getreten ist. 

Dabei dürfen Fotos "durch natürliche Personen zur Ausübung persönlicher oder familiärer Tätigkeiten erfolgen", wie Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, Daniel Heymann, der "Kölnischen Rundschau" im Mai erklärte. Das bedeute aber nicht, dass Fotos, beispielsweise einer Einschulung, ohne weiteres in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden dürften, so der Anwalt. 

Unsicherheit mit der DSGVO dürfte Eltern verärgern

Fakt bleibt: Sobald Bilder ins Internet hochgeladen werden, wird es kritisch und im Zweifel illegal, sollte die Einwilligung betroffener Personen nicht eingeholt worden sein. Fakt bleibt auch: Eltern dürften sich ziemlich ärgern, wenn die Schule bei Veranstaltungen wie der Einschulung das Fotografieren verbietet – aus Unsicherheit darüber, wie mit der DSGVO umzugehen ist.

Quellen: "Merkur.de", "Rundschau Online", "rtl.de"

she

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