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Spendenkampagne Wie ein Foto das Leben eines syrischen Flüchtlings verändert


Abdul ist einer von vielen syrischen Flüchtlingen im Libanon. Er verkauft Stifte, um seine zwei Töchter zu ernähren. Als ein Isländer auf ein Foto des Familienvaters aufmerksam wird, zeigt sich wieder einmal die gute Seite des Internets.

Millionen Flüchtlinge sind dazu gezwungen, ihr Heimatland zu verlassen und in der Fremde einen neuen Anfang zu wagen. Rund um diese Menschen spielen sich leider immer wieder Geschichten ab, die erschrecken. Flüchtlinge werden misshandelt, vertrieben, beleidigt. Doch es gibt auch Geschichten, die Hoffnung machen. Hoffnung darauf, dass das Mitgefühl größer ist als der Hass. Die Geschichte von Abdul Halim Attar und seiner Tochter Reem ist so eine Geschichte.

Bis vor drei Jahren lebte Abdul mit seiner Familie in Syrien und arbeitete in einer Schokoladenfabrik. Wegen des Bürgerkrieges mussten sie ihre Heimat verlassen. In Ägypten trennten sich die Wege der Familie, Abduls Frau ging zurück nach Syrien, während er gemeinsam mit den beiden Töchtern weiter in den Libanon zog. Dort, auf den Straßen von Beirut, verkauft er heute Stifte und andere Kleinigkeiten, um sich und seine Kinder irgendwie durchzubringen. Doch durch ein einziges Foto änderte sich Abduls Schicksal.

Das Bild zeigt Abdul, wie er seine blauen Stifte zum Verkauf anbietet. Er trägt seine schlafende Tochter Reem, die Verzweiflung ist dem alleinerziehenden Vater ins Gesicht geschrieben. Als der Isländer Gissur Simonarson das Foto auf seinem Twitter-Account teilt, bekommt er unzählige Reaktionen, das Foto verbreitet sich im Internet, immer mehr Menschen wollen dem  unbekannten Mann helfen. Durch die Unterstützung von libanesischen Journalisten und Aktivisten vor Ort kann Abdul innerhalb eines Tages ausfindig gemacht werden. Simonarson ruft eine Spendenkampagne ins Leben, will in 15 Tagen 5000 Dollar sammeln. Dieses Ziel erreicht er bereits nach 30 Minuten, nach vier Tagen sind schon über 157.000 Dollar zusammengekommen.

Kinder sollen zur Schule gehen

Weltweit wurde in den letzten Tagen über Abdul und Reem berichtet. Der Familienvater zeigt sich in ersten Interviews überwältigt von all dem Mitgefühl. Mit dem Geld will er seine Kinder endlich wieder zur Schule schicken - und anderen syrischen Flüchtlingen helfen, berichtet die BBC. Doch auch diese schöne Geschichte ist nicht frei von Schattenseiten: Durch die große mediale Aufmerksamkeit befinde sich Abdul in Gefahr, schreibt Simonarson auf der Spendenseite. Er werde derzeit an einen sicheren Ort gebracht.

vim

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