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Ohio 135.000 Euro Spenden für eine dreifache Mutter, die arbeitet, sich aber keine Wohnung leisten kann

Zwei Kinder mit Masken grüßen sich mit den Ellbogen
Nachbarschaftshilfe – das hat geklappt! (Symbolbild)
© AnnaStills / Getty Images
Shaina Bell hat einen Job in einer Fastfoodkette, sie verdient dort einen Hungerlohn. Sie kann sich weder ein Zuhause noch eine Kinderbetreuung leisten. Sie muss ihre Kinder allein lassen, in einem Motelzimmer. Deswegen wurde die 24-Jährige verhaftet – doch nun hilft die Nachbarschaft!

Eine junge Mutter von drei Kindern aus dem Liberty Township im Südwesten von Ohio lebt in einem Motelzimmer. Die Familie hat keinen festen Wohnsitz, sie kann ihn sich nicht leisten. Ende der vergangenen Woche ging Shaina Bell wie immer zur Arbeit in ein Little Caesars Pizza-Restaurant, es befindet sich in der gleichen Straße wie das Motel 6, in dem die Familie lebt. Doch dieses Mal endete der Tag unerwartet: Sie wurde von der Polizei festgenommen – wegen Vernachlässigung ihrer Aufsichtspflicht; "Kindeswohlgefährdung in zwei Fällen" lautete das konkrete Vergehen.

Zwei Töchter der 24-Jährigen, zehn und zwei Jahre alt, waren unbeaufsichtigt im Motelzimmer geblieben. Shaina Bell gab zwar an, dass stündlich nach ihren Kindern gesehen würde, doch es half nichts. Die Kinder wurden zum Vater gebracht und die Mutter kam über Nacht in Haft. Im April wird sie sich vor Gericht verantworten müssen.

Der Fall Shaina Bell erregte nationale Aufmerksamkeit in den USA – bis in die Politik. Ruben Gallego etwa, Demokrat im Bundesstaat Arizona, twitterte: "Frauen sind verdammt, egal was sie tun oder nicht tun. Zu Hause bei den Kindern bleiben und Sozialhilfe erhalten – dann sie sind eine Belastung für das System, arbeiten gehen für einen Hungerlohn, von dem sich keine Betreuung bezahlen lässt – und sie gehen dafür ins Gefängnis."

Statt Vorwürfen kam Hilfe

Man würde erwarten, dass die Öffentlichkeit Shaina Bell für ihr Verhalten verurteilt. Doch das genaue Gegenteil trat ein. Alleinerziehend mit drei Kindern zu überleben, ist für eine 24-jährige Mutter in den USA eine fast unlösbare Aufgabe. Shaina fand nun Rückhalt in der Community.

Ihre Mutter Danielle Hosey erstellte eine GoFundMe-Kampagne, weil sie von Menschen aus der Nachbarschaft gefragt worden war, wie sie Shaina und ihren Kindern helfen könnten. Durch die Reichweite, die ihr Schicksal in den sozialen Medien gefunden hatte, erwies sich eine Spendensammlung als sehr fruchtbar: Rund 165.000 Dollar, gut 135.000 Euro, kamen bereits zusammen. 

Shaina will einen Teil des Geldes in ein Häuschen für sich und ihre Kinder investieren.

Quelle: "The Hill"

bal

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